Memore-Box im St. Vinzenzhaus Gebhardshain
Mit dem Päckchen den Briefkasten treffen

Marco Bergmann (l.) demonstriert anhand des Briefträgers die Memore-Box. Günter Schneider (r.) und Markus Hahmann schauen interessiert zu.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

rai Gebhardshain. Marco Bergmann greift mit seiner rechten Hand hinter sich. Er zieht ein imaginäres Paket aus einer ebenso imaginären Tasche und wirft. Zack. Das Päckchen hat den richtigen Briefkasten getroffen. So geht es weiter, mal mit der linken Hand, mal mit der rechten. Die Bewegungen, die Bergmann von der sozialen Betreuung im Alten- und Pflegeheim St. Vinzenzhaus Gebhardshain ausführt, werden von einer Kamera erfasst und in Echtzeit auf einen Monitor übertragen. Darauf ist ein Postbote auf einem Zweirad mit vollen Pakettaschen zu sehen. Er fährt an Häusern entlang – mit blauen und gelben Briefkästen.

Memore-Box im St. Vinzenzhaus seit Juli im Einsatz

Entsprechend greift Bergmann mit der linken Hand für gelbe Pakete und mit der rechten für blaue hinter sich und wirft. Bei der Demonstration schauen Günter Schneider, Vorsitzender des Fördervereins, und Heimleiter Markus Hahmann ebenso erfreut wie interessiert zu. Der Briefträger ist nur eine von verschiedenen Möglichkeiten, die auf der Memore-Box abrufbar sind, schildert Hahmann. Kegeln, Tanzen, Tischtennis und Motorradfahren sind weitere Optionen, die auch von Menschen, die im Rollstuhl sitzen, ausgeführt werden können. Beim Motorradfahren beispielsweise wird mit seitlichem Neigen des Oberkörpers das Moped gelenkt und um ein Hindernis herumgefahren.

Seit Juli kommt die neu angeschaffte Memore-Box im St. Vinzenzhaus zum Einsatz. Es sollen die körperlichen Aktivitäten, die kognitiven Ressourcen und die psychosoziale Gesundheit gefördert werden, erläutert der Heimleiter. „Das sieht so nicht nach viel aus“, erläutert Bergmann bei der Vorführung – aber: „Es bringt viele Vorteile im Alltag für die Pflege.“ Das Hinter-sich-Greifen, um sich beispielsweise ein Paket zu nehmen und zu werfen, sei vergleichbar mit den Bewegungsabläufen beim An- bzw. Ausziehen einer Jacke oder eines Pullovers. Das System ermutigte die Spieler zudem, etwa wenn beim Kegeln das Holz gefallen ist oder der Briefkasten getroffen wurde, sagte Hahmann. Das steigere das Selbstwertgefühl.

"Super Schnittstelle zwischen Jung und Alt"

Es sei eine Prävention über ein therapeutisch-computerbasiertes Gesundheitsprogramm. Es würden Impulse gegeben, um die Motorik anzuregen, und es sei ein Mobilitätstraining. Gefördert wird die Memore-Box über die Barmer Ersatzkasse, teilte der Heimleiter mit. Für zwei Jahre werden rund 9000 Euro investiert, inklusive der Schulung des Personals. Die Bewohner werden befragt. Und es gibt eine Auswertungsphase.
Für Bergmann ist das System zudem eine „super Schnittstelle zwischen Jung und Alt“. Denkbar sei es, dass beispielsweise die Enkelkinder bei einem Besuch mit der Großmutter oder dem Großvater spielen. Auch das fördere Teilhabe. Die Memore-Box kann für einzelne Personen eingesetzt werden, aber eben auch so, dass gegeneinander gespielt wird, sagte Hahmann. Bei den Bewohnern am beliebtesten sei das Kegeln.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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