Mit „Dennis-Maria“ gegen die Sucht

Ursachen und Folgen der Sucht: Die Schüler gestalteten gestern Morgen Plakate und stellten sie nachher den anderen Projektgruppen vor.  Foto: kafu
  • Ursachen und Folgen der Sucht: Die Schüler gestalteten gestern Morgen Plakate und stellten sie nachher den anderen Projektgruppen vor. Foto: kafu
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

kafu Betzdorf. „Mit den Betroffenen sprechen ist am interessantesten“, meinten gestern einige Neunt- und Zehntklässler der Betzdorfer Geschwister-Scholl-Realschule. Betroffene: Das waren beim Thementag zur Suchtprävention trockene Alkoholiker, die den Schülern offen Rede und Antwort standen. „Das ist noch besser, als mit Beratern oder Politikern zu sprechen, die das selbst nicht erlebt haben“, meinte ein Schüler.

Am Suchtpräventionstag standen den Realschülern Vertreter aus sämtlichen Bereichen gegenüber: Die Suchtberatung der Betzdorfer Caritas war in der Schule, ebenso die „Brücke“, die Kirchener Jugendpflege, Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, Polizei und Kripo, Kreuzbund – und eben Betroffene. Das Kollegium machte beim Aktionstag natürlich auch mit, die Federführung hatte Suchtpräventionslehrerin Christina Bätzing. Der Thementag fand zum ersten Mal statt; mit der Idee war Sozialarbeiter Lutz Schneider an die Schule herangetreten.

Nach einer Einführung in der Aula verteilten sich die Schüler am Morgen in elf verschiedene Workshops. Dabei hatten die Organisatoren darauf geachtet, dass Mädchen und Jungen aus allen beteiligten Klassen – 9. und 10. Schuljahr – in den Gruppen vertreten waren. So könnten die Schüler nachher in ihren Klassen Multiplikatoren seien, erklärte Christina Bätzing – auch auf die Gefahr hin, dass manche Schüler sich eigentlich mehr für eine andere Gruppe interessiert hätten.

„Es war schon informativ“, resümierten einige Jugendliche, die zuvor mit der Bundesdrogenbeauftragten im Workshop gearbeitet hatten. „Sinnvoll wäre es aber, wenn man so einen Tag auch mit den Jüngeren machen würde“, meinten die älteren Schüler. Die siebte und achte Klasse sei eine bessere Zielgruppe, weil sie noch keine Erfahrung mit Alkohol und Zigaretten hätten. „Von uns hat ja jeder schon mal Alkohol getrunken“, gaben die 15- und 16-Jährigen zu.

Wann, was und wo trinken die Teenager eigentlich Alkohol und wer könnte sie anhalten? Solche Fragen griff Kirchens Jugendpfleger Felix Garcia-Diaz auf und nutzte dafür „Dennis-Maria“, eine Phantasiefigur – wenn man nicht direkt über sich sprechen muss, fallen manche Geständnisse eben doch leichter.Nach den Workshops trafen sich Schüler und Gruppenleiter noch einmal im Plenum und tauschten die Ergebnisse aus. Und spätestens hier hatte jeder die Möglichkeit, sich auch mit Betroffenen zu unterhalten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.