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22 Anklagepunkte vor dem Amtsgericht
Mit vielfachem Betrug Spielsucht finanziert

nb Betzdorf. Im Grunde ist die Coronapandemie für Sandra M. ein Segen, sind doch derzeit auch die Spielhallen geschlossen. Zuvor hat sie fast täglich vor den Automaten gesessen – nach eigener Aussage vier, fünf Stunden am Stück. Mehrere hundert Euro seien dabei teilweise draufgegangen.
Als Richterin Beatrice Haas von der Sozialhilfe-Empfängerin wissen wollte, woher sie denn das Geld dafür hatte, zeigte Sandra M. (Namen geändert) stumm auf die Akte mit der Anklageschrift. 22
Betrugstaten – begangen zwischen dem Spätsommer 2019 und Herbst 2020 – sind darin aufgeführt, für die sich die 46-Jährige und ihr ehemaliger Lebensgefährte Jens B. vor der Schöffenkammer des Amtsgerichts Betzdorf verantworten müssen.

nb Betzdorf. Im Grunde ist die Coronapandemie für Sandra M. ein Segen, sind doch derzeit auch die Spielhallen geschlossen. Zuvor hat sie fast täglich vor den Automaten gesessen – nach eigener Aussage vier, fünf Stunden am Stück. Mehrere hundert Euro seien dabei teilweise draufgegangen.
Als Richterin Beatrice Haas von der Sozialhilfe-Empfängerin wissen wollte, woher sie denn das Geld dafür hatte, zeigte Sandra M. (Namen geändert) stumm auf die Akte mit der Anklageschrift. 22
Betrugstaten – begangen zwischen dem Spätsommer 2019 und Herbst 2020 – sind darin aufgeführt, für die sich die 46-Jährige und ihr ehemaliger Lebensgefährte Jens B. vor der Schöffenkammer des Amtsgerichts Betzdorf verantworten müssen.

Immer die selbe Masche

Die Masche war dabei in allen Fällen dieselbe: Unter diversen Nutzernamen sollen die Angeklagten, die in Betzdorf leben, auf verschiedenen Internetplattformen hochwertige Smartphones zum Verkauf angeboten haben. Per Chat wurde den Käufern jeweils „die sofortige Zusendung nach Zahlungseingang“ versprochen. Mal zahlten die Käufer 175 Euro, mal 300, aber auch mal über 800 Euro. Handys bekamen sie aber dafür nicht. Mit einem Nicken und dann auf Aufforderung der Richterin mit einem kurzen „Ja“ räumte Sandra M. die Vorwürfe ein. Nachdem ihre Kinder in Obhut genommen worden seien, erzählte die Angeklagte, sei sie in die Spiel- und Alkoholsucht gerutscht: „Irgendwann kam ich davon nicht mehr los.“ Neben dem Spielen habe sie täglich Alkohol konsumiert – zwölf, dreizehn Dosen Bier und dazu immense Mengen Wodka. Im Sommer vergangenes Jahres sei sie dann mit 2,8 Promille bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Irgendwann kam ich davon nicht mehr los.
Sandra B.
Angeklagte

Das und eine kurzfristige Haft haben offenbar zum Nachdenken geführt. Sie wolle ihr Leben ändern, so Sandra M. – und tatsächlich konnte sie auch bereits die Zusage für einen Therapieplatz vorweisen.
Zu der Frage, inwieweit Jens B. in die massiven Betrügereien mit den Online-Verkäufen verwickelt war bzw. wie viel er genau wusste, gab es widersprüchliche Aussagen. Der Angeklagte, der angab, früher einmal eine „kriminelle Karriere“ gemacht zu haben, sagte, er habe habe im Grund nichts mit der Sache zu tun gehabt. Er sei da „mit reingerutscht“, da seine damalige Freundin beispielsweise seine Bankverbindung angegeben und seine EC-Karte genutzt habe.

Gutachten soll erstellt werden

Staatsanwältin Heidrich wiederum hielt ihm damalige Aussagen beim Haftprüfungstermin vor, die noch ganz anders geklungen hatten. Damals hatte Jens B. gesagt, er habe schon länger von den Machenschaften gewusst und Sandra M. „praktisch gewähren“ lassen. Diese Aussagen erklärte er nun u. a. mit eigenem Alkoholkonsum und den gesamten weiteren Umständen. Für den Verhandlungstag waren mehrere Zeugen geladen, doch mit Blick auf die Schuldfähigkeit von Sandra B. beschloss die Kammer, dass zur Klärung der Frage ein Gutachten erstellt werden soll.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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