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Kurioser Fall vor dem Amtsgericht Betzdorf
Nach Pinkelpause kurzzeitig um 5000 Franken reicher

Das kurze Glücksgefühl eines Ehepaars, während einer Pinkelpause einen stattlichen Geldbetrag gefunden zu haben, währte nur kurz. Am Ende mussten sich die beiden sogar vor dem Amtsgericht Betzdorf verantworten.
  • Das kurze Glücksgefühl eines Ehepaars, während einer Pinkelpause einen stattlichen Geldbetrag gefunden zu haben, währte nur kurz. Am Ende mussten sich die beiden sogar vor dem Amtsgericht Betzdorf verantworten.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Betzdorf/Daaden. Diese Pinkelpause werden Klaus und Silke N. wohl in ihrem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Erst brachte sie ihnen, vermeintlich, einen kleinen „Lottogewinn“ ein, dann ein juristisches Nachspiel und im Endeffekt sogar noch schmerzhafte finanzielle Einbußen.
Wie ein Häufchen Elend saß das Ehepaar, vormals im Kreis Altenkirchen beheimatet, aber inzwischen nach Bayern verzogen, am Montagmittag vor Richter Tim Hartmann. Unterschlagung – so lautete die Anklage. Staatsanwältin Fink zeichnete nach, wie der Weg der beiden von der Pinkelpause schließlich ins Amtsgericht Betzdorf führte und das Ehepaar N. nickte anschließend so zerknirscht wie zustimmend: Ja, so hatte sich das Ganze abgespielt.

5000 Schweizer Fra

nb Betzdorf/Daaden. Diese Pinkelpause werden Klaus und Silke N. wohl in ihrem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Erst brachte sie ihnen, vermeintlich, einen kleinen „Lottogewinn“ ein, dann ein juristisches Nachspiel und im Endeffekt sogar noch schmerzhafte finanzielle Einbußen.
Wie ein Häufchen Elend saß das Ehepaar, vormals im Kreis Altenkirchen beheimatet, aber inzwischen nach Bayern verzogen, am Montagmittag vor Richter Tim Hartmann. Unterschlagung – so lautete die Anklage. Staatsanwältin Fink zeichnete nach, wie der Weg der beiden von der Pinkelpause schließlich ins Amtsgericht Betzdorf führte und das Ehepaar N. nickte anschließend so zerknirscht wie zustimmend: Ja, so hatte sich das Ganze abgespielt.

5000 Schweizer Franken im Gebüsch gefunden

Anfang Juni vergangenen Jahres waren Silke und Klaus N., sie inzwischen 45, er 51 Jahre alt, unterwegs von einem Aufenthalt in der Schweiz zurück in heimische Gefilde. Nahe Freiburg musste Klaus N. (Namen geändert) dann einem dringenden Bedürfnis folgen und das Ehepaar hielt auf einem Parkplatz an. Klaus N. verschwand im Gebüsch und kehrte nicht nur erleichtert, sondern auch mit einem ordentlichen Batzen Geld zurück. Er hatte nämlich einen überraschenden Fund gemacht: eine Geldklammer mit 5000 Schweizer Franken.

Ehepaar zahlt 4470 Euro auf dem eigenen Konto ein

Das Ehepaar steuerte dann aber keine Polizeistation oder ein Fundbüro an, sondern die Sparkassen-Filiale in Daaden, wo es die umgerechnet rund 4470 Euro auf das eigene Konto einzahlte. Das Kreditinstitut aber wurde hellhörig und stellte eine Geldwäscheanzeige. Außerdem gab es am 9. Juni eine weitere Anzeige: eine Selbstanzeige von Silke und Klaus N. Insbesondere dieser und dem sofortige Einräumen des Geschehens haben die beiden nun zu verdanken, dass ihre Vorstrafenregister weiterhin sauber bleiben – wenn sie denn ihre Geldauflagen zahlen. Denn Staatsanwältin Fink hatte zwar schnell das Wort „Einstellung“ in den Mund genommen, aber ganz ohne Auflage sollte es nicht gehen. Je 250 Euro müssen Klaus und Silke N. nun bezahlen, viel Geld für den Frührentner und seine Frau, die erwerbsunfähig ist.
So einigte man sich noch im Gerichtssaal auf eine Ratenzahlung. Allerdings muss die Auflage, so will es das Gesetz, spätestens nach einem halben Jahr beim Empfänger sein. Im Falle des Ehepaares N. ist das der Förderverein des Zoos Neuwied.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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