SZ-Plus

14 Lehrer und rund 120 Schüler in Quarantäne
Nach Zwangspause: Gymnasium öffnet wieder

Am Dienstag sollen alle Schüler wieder in ihre Klassenräume im Betzdorfer Gymnasium zurückkehren - nur für die, die in Quarantäne bleiben müssen, gibt es digitalen Unterricht.
  • Am Dienstag sollen alle Schüler wieder in ihre Klassenräume im Betzdorfer Gymnasium zurückkehren - nur für die, die in Quarantäne bleiben müssen, gibt es digitalen Unterricht.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Betzdorf. Nach nur einem Tag ist die Zwangspause am Betzdorfer Gymnasium vorbei: Die Schule kehrt am Dienstag wieder in den Normalmodus zurück – oder besser: in eben jenen Betrieb, der in Zeiten einer Pandemie möglich ist. Denn ganz normal wird der Unterricht in den kommenden Tagen auf dem Struthof kaum ablaufen können.

Schließlich sind die Covid-19-Infektionen, die zur eintägigen Schließung geführt haben, natürlich noch nicht abgeklungen – und offen ist auch, welche Kreise das Virzs zieht. Bereits am Montagmorgen sind die ersten Schüler aus der Jahrgangsstufe 13 getestet worden, weitere Untersuchungen stehen noch aus. Und erst dann, wenn diese Ergebnisse vorliegen, wird sich mit Gewissheit sagen lassen, wie die kommenden Tage im Gymnasium ablaufen werden.

damo Betzdorf. Nach nur einem Tag ist die Zwangspause am Betzdorfer Gymnasium vorbei: Die Schule kehrt am Dienstag wieder in den Normalmodus zurück – oder besser: in eben jenen Betrieb, der in Zeiten einer Pandemie möglich ist. Denn ganz normal wird der Unterricht in den kommenden Tagen auf dem Struthof kaum ablaufen können.

Schließlich sind die Covid-19-Infektionen, die zur eintägigen Schließung geführt haben, natürlich noch nicht abgeklungen – und offen ist auch, welche Kreise das Virzs zieht. Bereits am Montagmorgen sind die ersten Schüler aus der Jahrgangsstufe 13 getestet worden, weitere Untersuchungen stehen noch aus. Und erst dann, wenn diese Ergebnisse vorliegen, wird sich mit Gewissheit sagen lassen, wie die kommenden Tage im Gymnasium ablaufen werden.

Am Samstag war das Gesundheitsamt an die Schulleitung herangetreten, um über eine Infektion in der Jahrgangsstufe 13 zu informieren – damit war für die Schulleitung das Wochenende vorbei. Joachim Langhauser und Carsten Poppe rückten an und haben gemeinsam mit dem Gesundheitsamt ausgelotet, welche Schüler mit den Infizierten in engeren Kontakt gekommen sein könnten. Keine leichte Aufgabe, schließlich lebt eine gymnasiale Oberstufe von der Vielfalt und den Wahlmöglichkeiten, und daraus ergeben sich ein breitgefächertes Kursangebot und die Tatsache, dass praktisch jeder Schüler seinen individuellen Stundenplan hat.

„In der Unter- oder Mittelstufe wäre die Nachverfolgung der Kontakte deutlich leichter“, resümierte Langhauser gestern im Gespräch mit der SZ. So aber mussten Schnittmengen in den Stundenplänen und die Sitzordnungen geprüft werden, um am Ende zu folgender Einschätzung zu gelangen: „49 der 99 Schüler der Jahrgangsstufe 13 könnten von der Infektion tangiert worden sein“, sagte Langhauser.

Nur diese 49 Oberstufenschüler sind vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden – am Samstag hatte das Gesundheitsamt noch von der gesamten Jahrgangsstufe 13 gesprochen. Aber auch in den Klassen 5, 8 und 9 ist jeweils eine Covid-19-Infektionen bestätigt. Die Tests laufen: Bereits im Laufe des Montags sind nach Angaben der Kreisverwaltung mehr als 120 Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums getestet worden. Sie alle stehen aktuell unter Quarantäne.

Natürlich wirkt sich das Infektionsgeschehen an der Bildungseinrichtung auch auf das Lehrerkollegium aus: Aktuell stehen 14 Pädagogen prophylaktisch unter Quarantäne. Das bedeutet rein rechnerisch, dass jede fünfte Lehrkraft ausfällt – und das zieht sich von der 5. Klasse bis zum Abiturjahrgang. Also muss die Schule ohne großen Vorlauf zumindest einen Teil ihres Bildungsauftrags in digitaler Form erfüllen. Um das zu organisieren, ist die Schule am Montag geschlossen geblieben – und natürlich auch, um ein wenig Druck aus dem Kessel zu nehmen: „Wir haben nach ausführlicher Beratung mit dem Gesundheitsamt entschieden, einen Tag lang zu schließen, um Ruhe reinzubringen.“

Am Dienstag kommen alle Schüler und Lehrkräfte zurück in die Klassenräume – bis auf die, die sich das Virus eingefangen haben oder unter vorsorgender Quarantäne stehen. Um Lücken im Lehrplan zu vermeiden, will die Schule digitale Medien einsetzen: Gute Erfahrungen hat das Gymnasium bereits während des Lockdowns im Frühjahr mit einer Cloudlösung gemacht, und so sollen auch diesmal wieder Arbeitsaufträge im Internet hinterlegt werden, die die Schüler von zu Hause aus abrufen können. Zudem soll versucht werden, die Lehrer, die ans Homeoffice gefesselt sind, zumindest phasenweise virtuell ins Klassenzimmer zu holen. „Wir planen Videokonferenzen“, sagt Langhauser.

Der digitale Unterricht könnte aber rasch zu einer Nagelprobe werden: Das Gymnasium ist laut Langhauser nur unzureichend ans Internet angebunden, und die Gretchenfrage wird sein, ob die Download-Geschwindigkeit für Videochats ausreicht. Langhausers Optimismus ist überschaubar: „Unser Internet ist ganz, ganz dünn.“

Was hingegen gut laufe, sei der Umgang mit den Hygieneregeln. Schon lange nutzt das Gymnasium sogenannte Luftgüteampeln. Diese messen zwar in erster Linie, ob noch genügend Sauerstoff in der Luft ist – aber sie lassen durchaus auch Rückschlüsse auf die Aerosol-Belastung zu. Außerdem wird seit jeher am Gymnasium viel und regelmäßig gelüftet. „Und jetzt natürlich noch mehr.“

Und die Maskenpflicht? Wird laut Langhauser konsequent umgesetzt, sowohl im Klassenraum als auch auf dem Schulhof. Natürlich weiß die Schulleitung auch, dass stundenlanges Tragen des Mund-Nasen-Schutzes gerade für Kinder belastend sein kann: „Die Kinder haben fast immer ihre Masken an, aber sie brauchen auch maskenfreie Zeit, um mal durchzuatmen.“ Wann immer der Abstand das zulasse, werden solche Atempausen auch ermöglicht. So schreiben die Oberstufenschüler ihre Klausuren meist in der großzügig dimensionierten Aula – ohne Maske. Und auch auf dem Schulhof dürfen die Kinder ihre Masken zumindest hin und wieder mal abnehmen.

Unterdessen laufen die Tests in Altenkirchen weiter. So viel also zur Normalität – mehr davon gibt’s in diesen Tagen nicht.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen