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Gericht: 24-Jähriger in Betzdorf verurteilt
Nachbarin vergewaltigt

Der junge Mann, der erst wenige Wochen zuvor in das Mehrfamilienhaus in der VG Betzdorf-Gebhardshain gezogen war, hat laut Gericht das Vertrauen der Nachbarin ausgenutzt.
  • Der junge Mann, der erst wenige Wochen zuvor in das Mehrfamilienhaus in der VG Betzdorf-Gebhardshain gezogen war, hat laut Gericht das Vertrauen der Nachbarin ausgenutzt.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nb Betzdorf. Zu zwei Jahren und neun Monaten Haft wegen Vergewaltigung hat die Schöffenkammer des Amtsgerichts Betzdorf den 24 Jahre alten Lennart D. verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat Lennart D. (Namen geändert) seine damalige Nachbarin Anfang September 2019 in ihrer Wohnung gezwungen, ihn oral zu befriedigen. „Sie haben die Zeugin zu einem Sexualobjekt herabgewürdigt“, so Richterin Melanie Neeb bei der Urteilsbegründung zu dem 24-Jährigen.
Auch am zweiten Verhandlungstag schwieg der Angeklagte. Schon zum Prozessauftakt hatte er nur Fragen nach seiner Vita beantwortet.
Gericht glaubt Monika M.Ausführlich hingegen hatte Nebenklägerin und Zeugin Monika M. aus ihrer Sicht den Vorfall geschildert – und diese Schilderungen sah die Kammer als glaubwürdig an. Demnach hat Monika M.

nb Betzdorf. Zu zwei Jahren und neun Monaten Haft wegen Vergewaltigung hat die Schöffenkammer des Amtsgerichts Betzdorf den 24 Jahre alten Lennart D. verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat Lennart D. (Namen geändert) seine damalige Nachbarin Anfang September 2019 in ihrer Wohnung gezwungen, ihn oral zu befriedigen. „Sie haben die Zeugin zu einem Sexualobjekt herabgewürdigt“, so Richterin Melanie Neeb bei der Urteilsbegründung zu dem 24-Jährigen.
Auch am zweiten Verhandlungstag schwieg der Angeklagte. Schon zum Prozessauftakt hatte er nur Fragen nach seiner Vita beantwortet.

Gericht glaubt Monika M.

Ausführlich hingegen hatte Nebenklägerin und Zeugin Monika M. aus ihrer Sicht den Vorfall geschildert – und diese Schilderungen sah die Kammer als glaubwürdig an. Demnach hat Monika M. ihrem Nachbarn Lennart D. ohne Argwohn die Tür geöffnet. Als die beiden auf dem Sofa saßen, sah Monika M., dass Lennart D. eine Erektion hatte. Empört sprach sie ihn an: Er könne ihr Sohn sein, nie würde sie etwas mit ihm anfangen.

Zum Oralverkehr gezwungen

Der junge Mann, der erst wenige Wochen zuvor in das Mehrfamilienhaus in der VG Betzdorf-Gebhardshain gezogen war, verließ zum Telefonieren die Wohnung, kehrte aber kurz darauf zurück. „Ohne weitere Erklärung“, so die Anklage, habe er sich dann auf die Füße von Monika M. gestellt, ihr befohlen, ihre Hände unter ihr Gesäß zu stecken, ihren Kopf fest mit beiden Händen umfasst und sie zum Oralverkehr gezwungen. Nach der Tat habe er ihr Sperma ins Gesicht geschmiert und ihr gedroht. Dennoch öffnete sich Monika M. später einer Nachbarin und ihrem Lebensgefährten. Ihr Sohn war es, der die Kriminalpolizei informierte.

Angeklagte habe das Vertrauen ausgenutzt

„Sie konnte nicht aus der Situation weg“, so Daniel Walker (Betzdorf) als Anwalt der Nebenklage zu der Vergewaltigung. Staatsanwalt Shams hatte zuvor konstatiert, dass die Schilderungen von Monika M. „vollumfänglich glaubhaft“ gewesen seien. Lennart D. habe ihr Vertrauen ausgenutzt. Für den Angeklagten sprach nur sein leeres Vorstrafenregister, und so kam Shams zu einer Forderung von zwei Jahren und neun Monaten.
Verteidiger Claudiu Knepp (Köln) hingegen sagte in seinem Plädoyer: „Alles, was wir hier gehört haben, ist eine Geschichte.“ Dazu sei dies eine Geschichte mit vielen Lücken und Widersprüchen, etwa was Aussagen bei der Polizei und nun vor Gericht angehe. Es stehe Aussage gegen Aussage – sein Mandant sei freizusprechen.

Typisches Verhalten für Opfer von Sexualstraftaten

Monika M. habe zahlreiche Details geschildert, hielt Richterin Neeb dem entgegen. Kleine Abweichungen zu den Aussagen bei der Polizei habe es gegeben – aber nicht an relevanten Stellen. Das Verhalten von Monika M. sei typisch für Opfer von Sexualstraftaten: Ekel- und Schmutzgefühle, sich zurückziehen, nicht direkt davon erzählen. Die 57-Jährige will sich nach eigener Aussage in stationäre Therapie begeben. Lennart D. muss 33 Monate hinter Gitter. „Meiner Meinung nach“, so wandte sich Neeb an ihn, „sind Sie damit gut bedient“.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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