Netz wurde Fröschen zum Verhängnis

Spaziergängerin entdeckte Tierquälerei an abgelassenem Fischteich im Steinerother Tal

sz Alsdorf. Ruth Otto traute ihren Augen nicht: Waren das Steine, die sich da bewegten? Im abgelassenen Bereich einer Fischteichanlage im Steinerother Tal bemerkte sie gemeinsam mit ihrem Sohn braune Gegenstände, die ab und zu zappelten. Auf der gesamten Fläche des Teichbodens lag ein grünes engmaschiges Netz, welches offensichtlich zur Abwehr von Graureihern, Eisvögeln und Kormoranen diente.

Schnell wurde den beiden Spaziergängern beim näheren Hinschauen klar, dass dieses Netz für zahlreiche laichbereite Grasfrösche zur tödlichen Falle zu werden drohte. »Wir konnten vom Zaun aus erkennen, wie sich eine große Anzahl von laichbereiten Froschpärchen derart hoffnungslos in dem engmaschigen Netz verfangen hatten. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr befreien. Uns tat diese Tierquälerei unbeschreiblich leid.«

Nach einem Anruf wurde gemeinsam mit Werner Ebach, der bei der Kreisverwaltung für den Artenschutz zuständig ist, sofort ein Außentermin vereinbart. Auf diesem Termin bestätigten sich die Beobachtungen. Der Betreiber der Fischteichanlage versicherte, dass er krankheitsbedingt längere Zeit nicht auf dem Gelände gewesen sei. Er habe zwei Personen beauftragt, das Netz zu entfernen. Das sei zu seinem Bedauern leider nicht geschehen. Sofort wurden die noch lebenden Grasfroschpärchen behutsam aus dem Netz geschnitten. Einige wiesen bereits erhebliche Verletzungen auf. Das Netz wurde umgehend beseitigt.

Werner Ebach von der Kreisverwaltung wies in diesem Zusammenhang den Teichbesitzer darauf hin, dass die Laichwanderung der Amphibien in diesem Jahr früher als im Vorjahr begonnen hat. Nach den Grasfröschen, die schon in Gewässern zu finden sind, machen sich bald auch die Erdkröten auf den gefahrvollen Weg zu den Laichgewässern. Straßen, unüberwindbare Mauern, Kellerschächte und eben Teichnetze sind einige der zahlreichen Gefahren. Gerade Netze zur Abwehr von Graureihern oder Eisvögeln (beide Vogelarten sind wie alle heimischen Amphibienarten streng geschützt und unterliegen den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der Artenschutzverordnung) können, wie jetzt in Alsdorf, schnell zur tödlichen Falle werden. Hier sind die Aufsichtsbehörden auf Hinweise von engagierten Bürgerinnen und Bürgern angewiesen.

Positiv in Alsdorf: Der Teichbesitzer war kooperativ und einsichtig. Er packte selbst mit an, um die Gefahrenquelle zu beseitigen. Ein ebenfalls trockengelegtes Kleingewässer auf dem gleichen Gelände, in das bereits einige Dutzend Grasfroschweibchen Laichballen auf den trockenen Boden abgelegt hatten, wurde bis zu einer Höhe von etwa zwanzig Zentimetern mit Wasser gefüllt, damit der Laich nicht vertrocknet.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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