Neuanfang in einem geordnetem Haus

An der Geschwister-Scholl-Realschule:

Gestern in der Aula: Verabschiedung von Ernst Schäfer/Amtseinführung von Doris John

ruth Betzdorf. Wenn Doris John Lotto spielt, ist die 17 wahrscheinlich immer dabei. Vor genau 17 Jahren hat sie geheiratet, vor 17 Jahren trat Ernst Schäfer seine Stelle als Schulleiter der Geschwister-Scholl-Realschule an, und gestern, 17 Jahre danach, trat sie seine Nachfolge ein. Für ihre Amtseinführung und für die Verabschiedung von Ernst Schäfer gab es gestern an der Geschwister-Scholl-Realschule einen wirklich großen Bahnhof. Der Andrang an Ehrengästen war so groß, dass Schüler als Parkplatzzuweiser fungieren mussten, was sie im übrigen sehr freundlich und bravourös meisterten.

In der Aula der Schule hatte sich bereits die Bigband unter der Leitung von Andreas Glöckner bereit gemacht, um die Gäste musikalisch zu begrüßen. Angefangen vom Landrat des Kreises, Dr. Alfred Beth, Bürgermeister Michael Lieber (Betzdorf), IHK-Geschäftsführer Manfred Schell bis hin zum Kripo-Chef Franz Orthen hatte sich fast jeder in leitender Position viel Zeit genommen, den Amtswechsel persönlich mitzuverfolgen.

Landrat Dr. Alfred Beth lobte als Vertreter des Schulträgers die gute Zusammenarbeit mit Ernst Schäfer in all den Jahren. Er habe mit seiner Amtszeit Glück gehabt, denn unter seiner Ägide waren die Kassen des Kreises und des Landes noch voll. Über 14 Mill. DM investierten Kreis und Land in die Sanierung der Scholl-Realschule. Gegenwärtig, so Beth, wäre eine solche Sanierungsmaßnahme finanziell weder vom Kreis noch vom Land zu schultern. »Wir haben zurzeit die größte Mühe, die Gelder für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen bei der Turnhalle zusammen zu kratzen«.

Doris John werde es in den kommenden Jahren schwerer haben, meinte der Kreishauschef. Denn alle Prognosen sprechen gegen eine nachhaltige Besserung der Finanzlage. Dennoch, so Beth, »hoffe ich, dass wir Schritt für Schritt die notwendigen Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen in den nächsten Jahren umsetzen können«.

Mit der Wahl von Doris John als neue Schulleiterin habe man eine gute Entscheidung getroffen, betonte Beth. Die Mitglieder des Kreisausschusses seien beeindruckt gewesen von dem, was Frau John als ihre Vorstellung über ihre künftige Arbeit vorgetragen habe. Schließlich stünden nicht bauliche Dinge im Mittelpunkt einer Schule, sondern die Pädagogik, fuhr Beth fort. In Altenkirchen hat Doris John lange Jahre Erfahrung im Schuldienst gesammelt. »Ich weiß, dass Doris John eine Lehrerin mit Leib und Seele ist und ihrem Erziehungsauftrag gerecht wird«, versicherte Beth. Durch ihre Nebentätigkeit im Kreistag und im Schulträgerausschuss kenne sie die Probleme eines Schulträgers, und von daher werde es ihr sicherlich gelingen, Probleme in harmonischer Weise zu lösen, so Beth abschließend.

Ihren Vorgänger kennt Doris John schon seit 21 Jahren. Damals war Ernst Schäfer stellvertretender Schulleiter in Altenkirchen. 1990 wurde sie Konrektorin von Wilfried Rausch an der Realschule in Altenkirchen. In den folgenden 13 Jahren sammelte sie zahllose Erfahrungen an der Spitze einer weiterbildenden Schule. Sie selbst bezeichnet diese Zeit als »spannende Jahre«. Teamgeist, Kooperation aber auch Kompromissbereitschaft seien Notwendigkeiten, die sie nun in der gemeinsamen Orientierungsstufe mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium einbringen könne.

Die Realschule in Altenkirchen bezeichnete die neue Schulleiterin als eine Institution mit Qualitätsmanagement: Aus ihr gingen allein sechs Schulleiter hervor. Mit ihr sind es jetzt sieben. Ernst Schäfer habe sie angesprochen, ob es sie vielleicht reizen würde, seine Nachfolge in Betzdorf anzutreten. Eine Verlockung, der sie als fest verwurzelte Altenkirchenerin letztendlich nicht widerstehen konnte. Ihren Vorgänger charakterisierte Doris John in ihrer Ansprache an die Festgemeinde als »extrem gut und spitze«. Er habe ihr ein geordnetes Haus hinterlassen, in dem ein positives Schulklima vorherrsche. Sie versprach, seine Spur fortzusetzen im Sinne von Kontinuität, aber sie werde – zusammen mit dem Kollegium – auch neue Spuren finden und eigene Eindrücke hinterlassen im Sinne von Innovation.

Doris John dankte ihrer Familie, ihrer Mutter, die sie auf ein breites Fundament gestellt und sie stark gemacht habe, um mit Toleranz und Humor so manche Lebensklippe zu umschiffen. »Herzensbildung – dies ist für mich Grundlage des Menschseins, die wichtigste Bildung. Sie umschreibt die Mitte, das Zentrum symbolisiert durch das Herz,« zitierte sie ihre Mutter. Die neue Schulleiterin versprach, die Elternarbeit zu intensivieren, aber auch den Kontakt zur Wirtschaft und dem Handwerk zu suchen. Stichwort: Betriebspraktika.

Der Hasselbacher Künstler Erwin Wortelkamp, der an der Scholl-Realschule »Kunst am Bau« umsetzt, hatte auch die Einladungskarte zur gestrigen Feier entworfen. Darauf steht: »Man befindet sich stets in der Mitte eines Weges, in der Mitte von etwas«: Die Schüler auf ihrem Schulweg, Ernst Schäfer auf seinem Weg in den Ruhestand, und Doris John in der Mitte ihres Berufsweges. »Ich hoffe, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen, allzeit gute Weggefährten habe, um ihn zur Zufriedenheit aller an Schule Beteiligten beschreiten zu können.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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