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Mutter schreibt an Ministerpräsidentin, Ministerin und Landrat
Öffnung der Grundschulen heftig kritisiert

Die Grundschulen im AK-Land gehen am Montag in den
Wechselunterricht. Am Freitag darauf ist schon wieder
Schluss: die Osterferien.  Die Betzdorferin Anna Stephan kritisiert in einem offenen Brief an  Ministerpräsidentin, Ministerin und Landrat  die Öffnung der Grundschulen massiv.
  • Die Grundschulen im AK-Land gehen am Montag in den
    Wechselunterricht. Am Freitag darauf ist schon wieder
    Schluss: die Osterferien. Die Betzdorferin Anna Stephan kritisiert in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin, Ministerin und Landrat die Öffnung der Grundschulen massiv.
  • Foto: Symbolbild/Pixabay
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

dach Betzdorf. Landauf, landab sorgen die Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie für reichlich Gesprächsstoff. In einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie an Landrat Dr. Peter Enders hat sich nun Anna Stephan Luft gemacht. Das Zentrum ihrer Kritik, die sie dezidiert ausführt: Es ist ein Fehler, die Grundschulen für eine Woche – bis zu den Osterferien – zu öffnen.

Mit „großem Bestürzen“, schreibt die Betzdorferin, habe sie zur Kenntnis genommen, dass an Grundschulen im Kreis Altenkirchen am Montag der Wechselunterricht beginnen soll. Mehr noch: „Als Mutter zweier Kinder flehe ich Sie inständig an, diese Entscheidung zu überdenken.“
Vor Weihnachten sei das Infektionsgeschehen vor Ort deutlich geringer gewesen. Am 13.

dach Betzdorf. Landauf, landab sorgen die Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie für reichlich Gesprächsstoff. In einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie an Landrat Dr. Peter Enders hat sich nun Anna Stephan Luft gemacht. Das Zentrum ihrer Kritik, die sie dezidiert ausführt: Es ist ein Fehler, die Grundschulen für eine Woche – bis zu den Osterferien – zu öffnen.

Mit „großem Bestürzen“, schreibt die Betzdorferin, habe sie zur Kenntnis genommen, dass an Grundschulen im Kreis Altenkirchen am Montag der Wechselunterricht beginnen soll. Mehr noch: „Als Mutter zweier Kinder flehe ich Sie inständig an, diese Entscheidung zu überdenken.“
Vor Weihnachten sei das Infektionsgeschehen vor Ort deutlich geringer gewesen. Am 13. Dezember habe es beispielsweise 189 akut Erkrankte im AK-Kreis gegeben. Seinerzeit seien vor allem die Schulen und Kitas als Infektionsherde ausgemacht worden, vier Einrichtungen waren betroffen. Nun seien es jedoch über 600 aktuell Infizierte und das Infektionsgeschehen sei unüberschaubar, nur mit wenigen größeren Herden, wie der Kreis selbst am Tag zuvor gemeldet hatte.

Lieber Vereinssport im Freien erlauben

Ihr blute das Herz: Sogar das RKI warne vor dem Anstieg der Infektionszahlen und erwarte einen Höhepunkt rund um Ostern. Sie verweist auf eine Aussage von Prof. Dr. Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts, wonach die Inzidenz bei den unter 15-Jährigen derzeit stark ansteige.
„Mir ist unklar, warum man sich gerade zur Zeit des Höchststandes an Infizierten darauf besinnt, die sozialen Kontakte der Kinder in den Vordergrund zu rücken“, heißt es in dem offenen Brief. Mit sozialen Kontakten hatte laut Kreis das Land in der Frage um die Schulöffnungen argumentiert. Laut Anna Stephan sei es sinnvoller, etwa Vereinssport im Freien und in überschaubaren Gruppen unter Einhaltung der Mindestabstände als soziale Stütze für die Kinder wieder zu erlauben.

Löblich seien etwa die 3500 zusätzlichen Dosen Impfstoff, die der Kreis Altenkirchen als rheinland-pfälzischer Hotspot erhält. „Man möchte damit bezwecken, das Infektionsgeschehen eingrenzen zu können, aber die schutzbedürftigen Kinder sollen wir in den Infektionsherd schicken?“, fragt Anna Stephan, Mitglied im Schulelternbeirat der Christophorus-Grundschule in Bruche und Vorsitzende des Elternausschusses der Kita St. Christophorus am Alsberg. Sie sei niemals panisch gewesen oder habe ihre Kinder in Watte gepackt. „Aber vor dem absolut unüberschaubaren Infektionsgeschehen und der im Kreis vorherrschenden Mutation B 1.1.7. möchte ich meine Kinder schützen.“ Und das könnten die Kleinen nun mal nicht selbst tun.

Lanze für Lehrer gebrochen

Anna Stephan bricht derweil eine Lanze für Lehrerinnen, Lehrer und Erzieherinnen: Sie täten ihr Möglichstes, um Hygienekonzepte umzusetzen. „Aber bitte erklären Sie mir, wie soll dies bei Kindergartenkindern und vor allem Grundschülern funktionieren?“, richtet sie sich an Dreyer, Bätzing-Lichtenthäler und Enders. „Was würden Sie tun, wenn Sie Erzieher*in oder Lehrer*in wären, ein Kind mit Tränen in den Augen vor Ihnen steht? Würden Sie unter Berufung auf den aktuell geltenden Hygieneplan daran festhalten, den Mindestabstand einzuhalten und mit wohlwollenden Worten das Kind trösten? Kein empathischer Mensch würde dies tun.“

Zwar seien die pädagogischen Kräfte mittlerweile in die Priorisierung aufgenommen, aber noch niemand von ihnen habe bislang eine zweite Impfung erhalten. Und auch sie könnten eine Infektion in ihre Familien weitertragen.

„Bitte erklären Sie mir, einer berufstätigen zweifachen Mutter,“ appelliert Anna Stephan, „warum ich seit Wochen meine Kinder zusammen mit meinem Mann und mit Unterstützung meiner Eltern zu Hause betreue und beschule, um sowohl meiner Fürsorgepflicht als Mutter gegenüber meinen Kindern sowie dem Schutz von Erzieher/innen und Lehrer/innen nachzukommen!?“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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