Offenes Misstrauen gegen Schützenvorstand

goeb Betzdorf. „80 Anzeigen wegen Betrugs“ titelte gestern die Siegener Zeitung im Kulturteil (vgl. S. 22, Mittwoch). Hintergrund sind die Vorgänge um die Vorverkaufsstelle SI-Tickets im Siegerlandzentrum in Weidenau. Dort sind – neben anderen Ungereimtheiten – von vielen Kunden bereits bezahlte Tickets für Kulturveranstaltungen nicht ausgeliefert worden. Die Vorwürfe richten sich gegen SI-Ticket-Geschäftsführer Thomas Schmidt. Schmidt ist auch 1. Vorsitzender des Betzdorfer Schützenvereins.

Wie die SZ berichtete, war es kürzlich in der Jahreshauptversammlung der Schützen in Betzdorf zu einem Eklat gekommen, weil die Kassenprüfer Hans-Günther Ehlgen und Heinz Stock dem geschäftsführenden Vorstand die Entlastung nicht erteilen wollten. Der Grund: Die finanziellen Transaktionen waren nicht stimmig. Unter anderem war ein Kredit ausgezahlt worden, der zwar zurückgezahlt worden sei. Die Satzung sieht so etwas allerdings nicht vor. Erst in einer „Kampfabstimmung“ wurde dem Vorstand das Vertrauen ausgesprochen.

Doch das schwindet immer mehr. Jetzt droht der Ruf des ältesten Betzdorfer Vereins wegen der öffentlich gewordenen Betrugsvorwürfe gegen seinen Vorsitzenden weiteren Schaden zu nehmen.

„Wir sind schon länger schockiert“, sagte gestern Kassenprüfer Heinz Stock, zugleich seit 15 Jahren Ehrenvorsitzender des Vereins und früher (über zehn Jahre) dessen Vorsitzender. Wenn es so weitergehe, fahre der Verein gegen die Wand. Er will nun prüfen, wie vereinsrechtlich gegen den Vorstand, dem er Klüngel vorwirft, vorgegangen werden kann. Stock steht mit seiner Meinung nicht allein da. Mit der jetzigen Führungsmannschaft habe der Traditionsverein jedenfalls keine Zukunft mehr, meint er. Die stelle momentan offenbar auf stur.

Unannehmbar sei schon allein gewesen, dass Geschäftsführer Kniep, zugleich Zeltwirt, keine Abrechnung vorgelegt habe. Stock: „Und was dann nachgeliefert wurde, war ohne Belege und konnte so in die Tonne gekloppt werden.“Hans-Günther Ehlgen sagte, man habe die Art und Weise der Abrechnungen moniert, nicht aber den Vorwurf erhoben, Geld sei entwendet worden. „Wir haben die Versammlung über unsere Bedenken in Kenntnis gesetzt, die Mehrheit hat Entlastung erteilt. Das muss man respektieren.“ Die Vorgänge um Schmidt bezüglich SI-Tickets seien ihm neu. In einen Topf werfen solle man dies aber nicht, sagte der Rechtsanwalt. Eventuell müsse man eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, so Stock. Der Schützenverein sei kein kleiner Verein. „Auch sportlich nicht. Es wird viermal in der Woche geschossen.“ Vogelschießen und Schützenfest in diesem Jahr kommen bekanntlich erst noch.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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