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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist vorbereitet
Pauken bis die Luftgüteampel piepst

417 Parts per Million zeigt das Gerät, das Schulleiter Joachim Langhauser in die Kamera hält. Bei 1000 gibt es ein akustisches Signal, die Aufforderung zum Lüften. Der Landkreis hat 200 Luftgüteampeln für die kreiseigenen Schulen angeschafft. Leuchtdioden zeigen an, ob z.B. ein Klassen- oder das Lehrerzimmer belüftet werden müssen.
  • 417 Parts per Million zeigt das Gerät, das Schulleiter Joachim Langhauser in die Kamera hält. Bei 1000 gibt es ein akustisches Signal, die Aufforderung zum Lüften. Der Landkreis hat 200 Luftgüteampeln für die kreiseigenen Schulen angeschafft. Leuchtdioden zeigen an, ob z.B. ein Klassen- oder das Lehrerzimmer belüftet werden müssen.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

rai Betzdorf. 417 Parts per Million zeigt die Luftgüteampel an, die Schulleiter Joachim Langhauser in die Kamera hält. Im Raum S04 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf könnte noch fleißig gepaukt werden, bis eine Lüftung erforderlich werden würde. Nun gibt es aktuell keinen Präsenzunterricht – aber: „Die Ampel ist viel präziser“, sagte er mit Blick auf die Zeit, wenn wieder die Schulbänke gedrückt werden und die Räume regelmäßig gelüftet werden müssen. Was er mit präziser meint, das ist die Antwort auf die Frage, wann gelüftet werden muss. Und wie lange. Letzteres ist in der kalten Jahreszeit nicht von untergeordneter Bedeutung. Die Geräte geben, je nach Bauart, ein optisches oder akustisches Signal, wenn ein gewisser Wert an CO2-Konzentration erreicht ist.

rai Betzdorf. 417 Parts per Million zeigt die Luftgüteampel an, die Schulleiter Joachim Langhauser in die Kamera hält. Im Raum S04 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf könnte noch fleißig gepaukt werden, bis eine Lüftung erforderlich werden würde. Nun gibt es aktuell keinen Präsenzunterricht – aber: „Die Ampel ist viel präziser“, sagte er mit Blick auf die Zeit, wenn wieder die Schulbänke gedrückt werden und die Räume regelmäßig gelüftet werden müssen. Was er mit präziser meint, das ist die Antwort auf die Frage, wann gelüftet werden muss. Und wie lange. Letzteres ist in der kalten Jahreszeit nicht von untergeordneter Bedeutung. Die Geräte geben, je nach Bauart, ein optisches oder akustisches Signal, wenn ein gewisser Wert an CO2-Konzentration erreicht ist.

Geräte funktionieren sehr zuverlässig

Nun ist primär nicht die CO2- Konzentration in den Klassen bzw. beim Unterricht der Auslöser für die Anschaffung. In der Pandemie ist das Lüften von Räumen wichtig. Zeitig hatte sich die Schule mit den CO2-Ampeln, die Luftgüteampel heißen, befasst. Aus dem Kollegenkreis sei der Vorschlag gekommen. Dem nahm sich Langhauser zum neuen Schuljahr an. Eine Bauart zeigt mit Leuchtdioden Grün, Gelb und Rot an, jeweils auch doppelt.Die Geräte funktionieren sehr zuverlässig, so Langhauser. Die Schüler würden mit darauf achten, was angezeigt wird. Bei Doppelgelb wird gelüftet. Ein anderer Typ zeigt konkrete Werte an und gibt bei 1000 Parts per Million (ppm) ein akustisches Signal. An diesen Geräten lasse sich auch erkennen, wie schnell beim Lüften der Wert sinkt. „Schüler und Lehrer sagen, dass sie nun eine verlässliche Orientierung haben“, so der Schulleiter. Die Marke von 1000 ppm kommt von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, wo man sich sachkundig machte. Liege der Wert darüber, sei es zu viel. Danach stand fest: „Das ist genau das, was wir brauchen.“ Anfangs sei es schwierig gewesen, Luftgüteampeln zu bekommen. Langhauser kontaktierte verschiedene Firmen und erkundigte sich nach preisgünstigen und zugleich leistungsfähigen Geräten. Im November waren alle Geräte geliefert. 80 Prozent aller Räume sind ausgestattet.


Von Kreisverwaltung unterstützt

Langhauser betonte, dass man von der Kreisverwaltung Altenkirchen im besonderen Maße und gut unterstützt wurde: „Wir sind dem Schulträger dankbar, dass er in die Luftgüteampeln investiert hat.“ Die Geräte seien nicht ganz billig, räumt er ein. Aber für Langhauser ist es auch eine Investition in die Zukunft. Wenngleich die Geräte derzeit auf das Lüften in der Pandemie aufmerksam machen, so sollen sie zu Zeiten, wenn Corona nicht mehr das Thema sein wird, als CO2-Ampel dienen und für ein gutes Raumklima sorgen. Denn ein schlechtes behindere stark das Lernen, z. B. mit Konzentrationsschwäche. „Das ist eine echte Investition für künftige Schülergenerationen.“ Entsprechende Erfahrungen hat man am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium auch schon gemacht. Seit Mitte November sind alle Luftgüteampeln im Betrieb. Bis 15. Dezember gab es Präsenzunterricht. Eine Kipplüftung bringe nichts, außer einem Energieverlust. Das A und O seien Stoß- und Querlüftung, unterstrich er. Also Tür und Fenster gleichzeitig auf. Wann das nun erforderlich ist, das gibt die Luftgüteampel vor: „Präzise.“ Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sei bei den Luftgüteampeln Vorreiter gewesen, sagte Julian Schröder, Sachbearbeiter Schule und Sport bei der Kreisverwaltung. Das Gymnasium habe von sich aus Ampeln organisiert. Daraufhin habe man sich entschieden, zusammen die kreiseigenen Schulen mit den Ampeln auszustatten. Das wurde im Herbst umgesetzt.

200 Luftgüteampeln für Schulen

Der Kreis hat für „seine“ 16 Schulen insgesamt 200 Luftgüteampeln angeschafft. Es wurden knapp 25 000 Euro investiert. Mit mindestens zehn Stück wurde jede Schule ausgestattet, so Schröder. Mobile Geräte können beliebig zwischen den Räumen gewechselt werden. Er sieht so in den Ampeln auch den Effekt, das Lüftungsverhalten zu trainieren. Er habe bislang nur positive Resonanz gehört, teilte er mit. Auch wenn aufgrund des Fernunterrichts an den Ampeln in den Klassen aktuell nur eine einzige Leuchtdiode grün zeigt, so werden, wenn wieder Präsenzunterricht stattfindet, Doppelgelb bzw. Doppelrot daran erinnern, dass gelüftet werden muss.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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