Pauken, Trompeten und Grönemeyer

Rektor der Maximilian-Kolbe-Schule wurde gestern feierlich in den Ruhestand verabschiedet

maha Scheuerfeld. »Brenner nimmt in den Arm. Brenner gibt Geborgenheit. Brenner weint heimlich. Brenner braucht viel Zärtlichkeit. Oh, Brenner ist so verletzlich. Brenner ist auf dieser Welt einfach unersetzlich.«

Mit dieser humorvollen Abwandlung des berühmten Liedes »Männer« von Herbert Grönemeyer verabschiedeten die Lehrer der Scheuerfelder Maximilian-Kolbe-Schule gestern ihren langjährigen »Chef« und Schulleiter Dr. Ulrich Brenner. Und wer die lustige Darbietung der Sonderschulpädagogen gestern »live« im Rahmen der offiziellen Verabschiedungsfeier miterleben durfte, erkannte sofort, dass diese hier nicht einfach nur ihren Chef verabschiedeten, sondern dass sich in den vergangenen Jahren ein vertrauensvolles und zum Teil sogar freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hatte.

Dabei hätte sich der bescheidene Pädagoge sicherlich nicht in seinen kühnsten Vorstellungen träumen lassen, 32 Jahre nach seiner Ernennung zum Schulleiter der Sonderschule in Wehbach als der am längsten amtierende Rektor im gesamten Kreis Altenkirchen in den Ruhestand verabschiedet zu werden. Denn seit Bestehen des Landkreises war, wie Landrat Dr. Alfred Beth in seiner Laudatio erklärte, noch kein Schulleiter so lange im pädagogischen Einsatz.

Und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass den Schülern, Eltern und Lehrern der Scheuerfelder Maximilian-Kolbe-Schule der Abschied ebenso schwer fiel wie dem heute 64-jährigen Wahl-Brachbacher. Und für ihren ehemaligen Lehrer, »Chef« und Ansprechpartner in allen Lebenslagen, hatten sie eine bunte Abschiedsfeier einstudiert, die der Pensionär in spe garantiert nie vergessen wird.

»Neben Lehrern, Eltern und natürlich Schülern hatten gestern auch viele Freunde, Kollegen und Weggefährten von Dr. Ulrich Brenner den Weg ins sommerliche Scheuerfeld gefunden, unter ihnen auch Landrat Dr. Alfred Beth, der leitende Regierungsschuldirektor Erwin Betzing und Kirchens Bürgermeister Wolfgang Müller.

In seiner Ansprache würdigte der Landrat nicht nur die Zuverlässigkeit und das lange Durchhaltevermögen des »Vollblutlehrers«, auch sein Engagement abseits des Schulalltags sei immer beispielhaft gewesen. So habe er auch maßgeblich an der Entwicklung des Schulwesens in Rheinland-Pfalz mitgewirkt. Auch sei es ihm zu verdanken, dass sich die Akzeptanz für die Schule in der Scheuerfelder Nachbarschaft verbessert hat. Besonders bemerkenswert sei jedoch sein verständnisvoller, offener und sachlicher Umgang mit den Schülern: »Die Kinder standen immer im Mittelpunkt.«

Regierungsschuldirektor Erwin Betzing konnte für die Arbeit Brenners nur anerkennende Worte finden: »Es ist lobenswert, wie er in den vergangenen Jahren seiner Tätigkeit nachgekommen ist. Dabei habe ich ihn immer als sachlichen, offenen, engagierten und loyalen Pädagogen kennen gelernt, dem das Wohl seiner Schüler und Lehrer am Herzen lag.«

Vergleichbar mit der Länge seiner Amtszeit als Schulleiter war auch die Liste derer, die es sich nicht nehmen lassen wollten, Ulrich Brenner ein Grußwort zu sprechen. Neben Schülersprecherin Franziska Welinski, Elternsprecherin Klaudia Rupp, Personalrat Michaela Rohn sowie Vertretern des Fördervereins der Schule, bedankten sich auch sein Amtskollege Alexander Waschow, Schulleiter der Betzdorfer Christophorus-Grundschule, und Kirchens Bürgermeister Wolfgang Müller für die gute Zusammenarbeit.

Dr. Ulrich Brenner zeigte sich bei seiner anschließenden Danksagung sichtlich gerührt. »Ich habe heute wirklich nah am Wasser gebaut. Aber dennoch sehe ich in diesem Abschied auch die Chance auf einen neuen Abschnitt in meinem Leben. Einen, auf den ich mich sehr freue.« Seiner Frau und seinen Kindern dankte er für die aktive Unterstützung während der vergangenen Jahre.« In Zukunft möchte sich der Pensionär vermehrt um seine nebenberufliche Tätigkeit als Diakon im Bistum Trier kümmern.

Neben der musikalischen Darbietung des Lehrerchors hatten auch der Schulchor unter Leitung von Christiane Pfeifer sowie die schuleigene Trommel-AG zur musikalischen Gestaltung der Feierlichkeiten beigetragen und somit dafür gesorgt, dass die Feier für Ulrich Brenner und seine Frau Hildegunde zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde, bei dem bisweilen auch die eine oder andere Träne floss.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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