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Betzdorf wirkt dem Ärztemangel entgegen
Praxis mit flexiblem Konzept öffnet im März

Mit den Worten „ein sehr großer Tag für Betzdorf“ leitete Betzdorfs Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer (r.) die Vertragsunterzeichnung mit dem Mediziner Jakob Wiens (MVZ Wiens GmbH) ein. Wiens bat darum, mit Anrufen bei ihm noch bis Jahresanfang zu warten. Dann öffne man auch die Wartelisten.
  • Mit den Worten „ein sehr großer Tag für Betzdorf“ leitete Betzdorfs Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer (r.) die Vertragsunterzeichnung mit dem Mediziner Jakob Wiens (MVZ Wiens GmbH) ein. Wiens bat darum, mit Anrufen bei ihm noch bis Jahresanfang zu warten. Dann öffne man auch die Wartelisten.
  • Foto: goeb
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Betzdorf. Benjamin Geldsetzer hatte am Mittwoch allen Grund zur Freude. Mit der Praxis Jakob Wiens ist es den Betzdorfern gelungen, das Blatt in der Gesundheitsversorgung entscheidend zu wenden. Noch vor einem Jahr – erinnern wir uns – sah es so aus, als würden der Stadt nach Praxisschließungen im Bereich der hausärztlichen Versorgung die Felle wahlweise entweder über die Heller oder über die Sieg davonschwimmen. Doch konsequentes Dagegenhalten, Netzwerken, Öffentlichkeitsarbeit und letztlich wohl auch die bis zu 240.000 Euro jährlich, die Betzdorf als „Doktorköder“ zur Verfügung stellen kann, haben die Karten neu gemischt.
Flexibles KonzeptEin aufgeräumter junger Mediziner schilderte im Zuge der vorgeschalteten Pressekonferenz seine Pläne.

goeb Betzdorf. Benjamin Geldsetzer hatte am Mittwoch allen Grund zur Freude. Mit der Praxis Jakob Wiens ist es den Betzdorfern gelungen, das Blatt in der Gesundheitsversorgung entscheidend zu wenden. Noch vor einem Jahr – erinnern wir uns – sah es so aus, als würden der Stadt nach Praxisschließungen im Bereich der hausärztlichen Versorgung die Felle wahlweise entweder über die Heller oder über die Sieg davonschwimmen. Doch konsequentes Dagegenhalten, Netzwerken, Öffentlichkeitsarbeit und letztlich wohl auch die bis zu 240.000 Euro jährlich, die Betzdorf als „Doktorköder“ zur Verfügung stellen kann, haben die Karten neu gemischt.

Flexibles Konzept

Ein aufgeräumter junger Mediziner schilderte im Zuge der vorgeschalteten Pressekonferenz seine Pläne. Wie berichtet, bezieht das Medizinische Versorgungszentrum das ehemalige TÜV-Gebäude (190 qm) nach Umbau, der in diesen Tagen beginnen soll.Zusammen mit seinem Bruder organisiert Wiens das und regelt auch das Personelle. „Heute Nachmittag hatte ich z. B. ein Bewerbungsgespräch mit einer medizinischen Fachangestellten.“ Wiens, der alle Ebenen der Arztpraxis kennt, vom Patienten bis zum Mediziner über die Abrechnung, wird in erster Linie die wirtschaftliche Komponente übernehmen.  Er betreibt bereits eine Praxis in Hamm (Sieg) und ein MVZ in Neunkirchen. Eine freie Arztstelle in Betzdorf habe er übernommen, für die zweite bewerbe er sich. Da aber alles unter einem Dach laufe, sei man sehr flexibel, es könnten also auch Mediziner aus Hamm (zwei volle Stellen) Aufgaben übernehmen usw.

Teilzeitangebote sind gefragt

„Der Alleinkämpfer ist überholt“, brachte es Wiens auf den Punkt. Will sagen: Ärzte und Ärztinnen, speziell die jungen, wünschten sich heute Teilzeitangebote und viel mehr Flexibilität. „Wenn Sie eine Praxis allein machen, müssen Sie einfach immer da sein.“
Er wünsche sich, so Wiens, in allen Bereichen auf das Pferd Teamwork zu setzen. Auch mit den Krankenhäusern und den niedergelassenen Kollegen strebe man eine enge kollegiale Zusammenarbeit an.

Mögliche Pläne für die Zukunft

Das Investitionsvolumen betrage anfangs mehrere 100.000 Euro. Die Stadt beteilige sich mit einer Summe X, sagte Geldsetzer, der sich bedankte – bei Janine Horczyk, von der City-Managerin zur Gesundheitsmanagerin avanciert, bei Büroleiter Christoph Weber, Wirtschaftsförderer Michael Becher, beim alten Stadtrat, der sattsam unterstützt habe, und bei der Bürgerinitiative Ärztemangel, die dafür gesorgt habe, dass das Thema nicht in der Versenkung verschwindet. Noch im Februar 2019 habe es mit der Versorgung düster ausgesehen.
Wiens schaute optimistisch in die Zukunft. „Wer weiß“, sagte er. „Vielleicht kommen mittelfristig auch ein Ärztehaus und neue Wohnformen nach Betzdorf. Ich organisiere ja gerne.“ Andreas Goebel

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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