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Eltern sind sauer
Proteste gegen Schimmel-Kita

Vereint gegen Schimmel und Silberfische: Kinder und Eltern der Brucher Kita.

rai Bruche. Ihren Unmut haben die Eltern der katholischen Kita Haus Nazareth am Samstag in aller Öffentlichkeit kundgetan: Sie versammelten sie sich mit Transparenten zu einem leisen, aber klaren Protest. Sie sorgen sich um die Gesundheit der Kinder und Mitarbeiter. Die Forderung: Der Schimmel in zwei Gruppenräumen muss weg, das Gebäude saniert werden.

„Lieber Gott im Himmel, wir spielen schon seit zwei Jahren im Schimmel“, war auf einem Laken zu lesen. Auf einem anderen Plakat war ein Mädchen mit Gasmaske gemalt: „Wir wollen keine schimmelige Zukunft“.
Bistum Trier in der KritikSeit August 2019 ist bekannt, dass es im „Hexenkessel“ und der „Drachenschlucht“ Schimmel gibt. Träger des Gebäudes ist das Bistum Trier, Trägerin der Kita ist die Katholische Kita gGmbH Koblenz.

rai Bruche. Ihren Unmut haben die Eltern der katholischen Kita Haus Nazareth am Samstag in aller Öffentlichkeit kundgetan: Sie versammelten sie sich mit Transparenten zu einem leisen, aber klaren Protest. Sie sorgen sich um die Gesundheit der Kinder und Mitarbeiter. Die Forderung: Der Schimmel in zwei Gruppenräumen muss weg, das Gebäude saniert werden.

„Lieber Gott im Himmel, wir spielen schon seit zwei Jahren im Schimmel“, war auf einem Laken zu lesen. Auf einem anderen Plakat war ein Mädchen mit Gasmaske gemalt: „Wir wollen keine schimmelige Zukunft“.

Bistum Trier in der Kritik

Seit August 2019 ist bekannt, dass es im „Hexenkessel“ und der „Drachenschlucht“ Schimmel gibt. Träger des Gebäudes ist das Bistum Trier, Trägerin der Kita ist die Katholische Kita gGmbH Koblenz. Ursprünglich hätte die Sanierung 60 000 Euro gekostet. Dafür habe sich Trier an die Stadt gewandt und erklärt, 35 Prozent der Kosten zu übernehmen. Die Stadt hätte also 65 Prozent beisteuern müssen. Das habe sich bis 2020 hingezogen, berichtete Verena Bläcker-Hoof, Vorsitzende des Elternausschusses. Im April dieses Jahres habe sich die Stadt dann bereit erklärt, das Gebäude zu kaufen und auch die Betriebsträgerschaft zu übernehmen, so Tamara Schmidt-Hielscher.

Dem Vernehmen nach hat die Stadt dem Bistum ein Angebot gemacht – und wartet auf eine Rückmeldung. Schmidt-Hielscher, deren Kind die Kita besuchen soll, hatte sich an die Kita gGmbH gewandt. Von der Gesamtleitung habe sie u.a. gehört, dass man auf eine Rückmeldung von der Stadt warte. Mit dieser Aussage konfrontiert, habe Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer diese deutlich zurückgewiesen. Es liege sehr wohl ein Angebot der Stadt vor.

Die Elternschaft ist offensichtlich dafür, dass das Bistum die Trägerschaft an die Stadt übergibt. Beklagt wurde, dass die Kita gGmbH in den vergangenen zwei Jahren wenig Interesse gezeigt für die Situation in Bruche hat.

Estrich zerbröckelt

Demnach fließt Wasser über eine undichte Außentür in den Gruppenraum, sodass der Estrich zerbröckelt. Der aufgerissene PVC-Boden sei mit Klebeband ausgebessert. Aufgrund der massiven Feuchtigkeit würden sich zunehmend Ungeziefer wie Silberfische in den Gruppenräumen wohlfühlen.
In einem Info-Schreiben der Kita gGmbH zur Situation in der Kita vom Januar 2021, vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde Bruche mitunterzeichnet, wird mitgeteilt, dass sich nach einer Messung der „Umweltambulanz“ 2019 keine Schimmelpartikel in der Luft befunden hätten. Die Schimmelstellen seien indes mit einer luftdichten Folie abgeklebt – und: „Auf diese Weise können die Räumlichkeiten weiterhin von Kindern und Mitarbeiterinnen genutzt werden.“ Im November gab es eine weitere Messung, wonach sich keine Partikel in der Luft oder auf Gegenständen befänden.

„Festgestellt wurde eine erhöhte Konzentration an mikrobiologisch produzierten, flüchtigen organischen Verbindungen“, schreibt die gGmbH: „Dies bestätigt das Vorkommen des vorhandenen, versteckten Schimmels in der Baukonstruktion.“ Laut dem Bericht werde für die Wintermonate ein stündlicher bzw. halbstündlicher Stoßlüftungsturnus gefordert. Mit der Pandemie werde sogar alle 20 Minuten gelüftet: „Eine Gesundheitsgefährdung in den Gruppenräumen besteht nicht.“

„Es geht uns primär um die Sanierung des Gebäudes“, sagte Bläcker-Hoof, erst danach komme für sie die Frage der Betriebsträgerschaft. Für sie steht auf jeden Fall fest: „So kann es nicht bleiben.“

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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