Bewährungsstrafe für 22-Jährigen
Raub in der Unterführung

Vor dem Amtsgericht Betzdorf musste sich ein 22-Jähriger wegen Raubes und Körperverletzung verantworten. Symbolbild: dach
  • Vor dem Amtsgericht Betzdorf musste sich ein 22-Jähriger wegen Raubes und Körperverletzung verantworten. Symbolbild: dach
  • hochgeladen von Nadine Buderath (Redakteurin)

nb Betzdorf. Das war wahrlich nicht die feine englische Art: Erst ließen sich Eliah M. und ein Kumpel in einer Betzdorfer Kneipe aushalten, dann lockten sie just diesen großzügigen Mit-Gast aus der Gaststätte – und raubten ihn aus.

Doch das war nicht das einzige Vergehen, das dem heute 22-Jährigen Eliah M. (Namen von der Redaktion geändert) einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Betzdorf eintrug. Bereits rund dreieinhalb Monate vor den Geschehnissen im Zentrum der Sieg-Heller-Stadt, hatte Eliah M. bei einem Vorfall mitgemischt, der sich auf dem Fuß- und Radweg zwischen Busbahnhof und Rewe-Markt zutrug. Wegen einer Nichtigkeit hatten Eliah M. und zwei Kumpel damals einen anderen Mann gegen die Wand gedrückt und mit Schlägen traktiert.

Raubopfer sagte im Zeugenstand aus

Das Opfer, das eine Prellung am Kopf erlitt, erschien am Donnerstag nicht vor Gericht (was ihm ein Ordnungsgeld einbrachte), aber da der Angeklagte gestand, wurde die Aussage auch nicht zwingend benötigt. Zwar hatte Eliah M. zunächst bestritten, das Opfer geschlagen zu haben, sprach gar davon, dass er den Streit schlichten wollte, aber schließlich gestand er denn doch eine Backpfeife ein.

Auch sein Zutun bei der Tat am 17. Dezember 2017 räumte der 22-Jährige ein. Zudem konnte die Kammer unter Vorsitz von Tanja Becher hier auf die Zeugenaussage von Jan H. zurückgreifen, um sich ein Bild von den Geschehnissen zu machen.

Und das gestaltete sich folgendermaßen: Am Morgen jenes Dezembertages war Jan H. Gast in einer Betzdorfer Gaststätte, genoss dort nach eigener Aussage unter anderem Bier und Whisky-Cola und kam mit Eliah M. und dessen Kumpel ins Gespräch. Ob er den beiden, die er vorher nicht kannte, dabei auch mehrere Getränke ausgab, daran konnte sich der 31-Jährige nicht erinnern. Das hatte aber zuvor der Angeklagte geschildert.

Auf jeden Fall verließen die drei Männer gegen sieben Uhr in der Frühe die Lokalität. In der Unterführung zwischen Bahnhofstraße und Viktoriastraße passierte es dann: Eliah M. und sein Kumpel, die zuvor noch die Großzügigkeit von Jan H. genossen hatten, hatten es auf dessen Portemonnaie abgesehen. Als Jan H. das bemerkte, fing er an zu schreien. Der Angeklagte, so der 31-Jährige, habe ihn dann von hinten gepackt und ihm mit den Fingern heftig die Mundwinkel auseinandergezogen. Noch zwei Wochen lang, so der Zeuge, habe er Schmerzen in der Wange gehabt.

Die Beute fiel, zum Ärger von Eliah M., eher gering aus: 40 Euro befanden sich in der Geldbörse.

Auf die Frage von Richterin Becher, warum sie den Raub überhaupt begangen hatten, fiel die Antwort des Beschuldigten lapidar aus: „Ich war damals halt arbeitslos und so und brauchte das Geld.“

Holpriges Geständnis missfällt Staatsanwaltschaft

Dass dem 22-Jährigen noch beim Geständnis im Gerichtssaal die geringe Ausbeute offenkundig mehr leid tat, als die Tat selbst, sorgte beim Vertreter der Staatsanwaltschaft für wenig Begeisterung. Dennoch: das Geständnis blieb ein kleiner Pluspunkt. Ebenso wie das bis dato lupenreine Vorstrafenregister von Eliah M. Ein Jahr und sieben Monate, ausgesetzt zur Bewährung, lautete schließlich die Forderung. Dazu eine Geldauflage von 1200 Euro.

Verteidiger Marcel Arnal (Kirchen) sah seinen Mandanten mit einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung ausreichend bestraft. Da seien die Geständnisse, der geringe Schaden beim Raub und beim Vorfall am Siegufer habe Eliah M. eigentlich nur schlichten wollen.

Die Kammer folgte jedoch den Ausführungen der Staatsanwaltschaft. Ein Jahr und sieben Monate auf Bewährung wegen gemeinschaftlichen Raubes und gefährlicher Körperverletzung, so das Urteil. Angewandt wurde, da waren sich alle Seiten einig, Erwachsenenstrafrecht. Zudem muss Eliah M. 1200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Sein Kumpan ist bereits verurteilt worden.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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