Trotzdem hat das Sturmtief seine Spuren hinterlassen
Sabine war gnädig zum AK-Land

In Niederfischbach "fällte" Sabine eine Birke, die auf das Nachbarhaus stürzte.
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sz Kreis Altenkirchen. Auch wenn das Sturmtief Sabine nach ersten Einschätzung offenbar im AK-Land nicht derart gewütet hat wie „Kyrill“ vor 13 Jahren, haben die heftigen Böen natürlich auch hier ihre Spuren hinterlassen. 

Die wichtigste Nachricht zuerst: Nach Informationen der Betzdorfer Polizei ist in der Sturmnacht niemand verletzt worden. Ein Autofahrer ist in Diedenberg unter einen querliegenden Baum geraten, aber auch das ging nach Angaben der Kirchener Feuerwehr vergleichsweise glimpflich aus.

Auch größere materiellen Schäden blieben weitestgehend aus. In Niederfischbach allerdings hielt eine Birke auf einem Grundstück an der Kirchhofstraße den Sturmböen nicht stand und stürzte auf das Nachbarhaus. Gegen Mitternacht hörten die Bewohner der beiden Häuser den Lärm. Um die Birke wird sich nun ein Forstbetrieb kümmern. Auch am Montag zeigte Sabine noch ihre Kraft und warf in Oberasdorf eine Fichte um, die auf eine Stromleitung fiel. Einen Stromausfall gab es aber nicht. 

Die Feuerwehren mussten in der Nacht immer wieder ausrücken; allein die Wehr in der Verbandsgemeinde Kirchen war 20-mal im Einsatz, die Daadener siebenmal. Am Morgen musste etwa im Daadener Ortsteil Biersdorf eine starke Linde, die auf die Landesstraße 280 gefallen war, von der Fahrbahn entfernt werden, was im Zusammenspiel mit der Straßenmeisterei geschehen ist.

Kurzfristig gesperrt war der Bahnübergang in Mudersbach, wo sich die Höhenbegrenzung gelöst hatte. Der Übergang konnte aber schnell wieder geöffnet werden, die Schrankenanlage ist intakt geblieben.

Nach Angaben der Polizei muss das Gebhardshainer Land ein Schwerpunkt gewesen sein; dort waren  etliche Kreisstraßen gesperrt worden, darunter die Hauptverkehrsachsen am Schwedengraben und die Umleitungsstrecke Wissen-Gebhardshain.

Auch die eigentliche Lebensader des AK-Kreises, die B 62, war durch querliegende Bäume blockiert. Hinter Wallmenroth ging Richtung Wissen gegen 8 Uhr noch nichts. Mittlerweile gilt dort aber wieder: freie Fahrt. Beseitigt ist auch eine Blockade zwischen Freusburg und Brachbach.

Vollständig zum Erliegen gekommen ist der Busverkehr: Seit Sonntagabend hat die Westerwaldbus ihre Fahrzeuge nicht mehr auf die Straßen geschickt. Erst ab Dienstag soll der Fahrplan wieder eingehalten werden, hieß es von der Bindweide.  Auch die Daadetalbahn fährt nicht.

Die Grundschule Niederfischbach musste den Start ihres Zirkusprojekts verschieben. Eigentlich sollte das Zelt des Zirkus "Rondel" schon am Montagmorgen fertig am alten Bahnhof stehen, doch der Aufbau musste aus Sicherheitsgründen verschoben werden.

Sabine wird sich aber wohl eher nicht die Geschichtsbücher des AK-Lands gepustet haben. Nach Ansicht von Dachdeckermeister Joachim Löcherbach aus Niederfischbach sei das im Vergleich zu anderen Stürmen „eigentlich gar nix“ gewesen. Er habe nur wenige Aufträge unmittelbar nach dem Sturm erhalten.

Ganz ähnlich sieht es auch in der Versicherungsbranche aus. Klar, hier und da hätten sich Leute wegen kleineren Sturmschäden gemeldet, in der Summe seien es aber nicht exorbitant viele gewesen, so der Tenor der Ausführungen von Christian Grünebach. "Die Leute waren sehr umsichtig, haben vorher vieles weggeräumt, was Schäden hätte verursachen können", sagte der Chef der Herdorfer Provinzial-Geschäftsstelle. 

Konrad Dietershagen, der die Wetterstation von Meteogroup, europaweit größter Anbieter von Wetterdaten, in Friesenhagen betreut, protokollierte für 1.16 Uhr eine Böe mit 103,7 km/h – und damit immerhin eine orkanartige. Seiner Auffassung nach habe es sich um ein "normales Sturmereignis" gehandelt.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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