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Baumaßnahme steuert auf Rechtsstreit zu
Sackgasse Schutzbacher Weg

Der Schutzbacher Weg in Alsdorf ist in keinem guten Zustand. So ähnlich könnte man das Verhältnis der Anwohner zur Gemeinde beschreiben.
  • Der Schutzbacher Weg in Alsdorf ist in keinem guten Zustand. So ähnlich könnte man das Verhältnis der Anwohner zur Gemeinde beschreiben.
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  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Alsdorf. Die Ortsgemeinde bekommt erneut Post vom Anwalt: Ein langes Schreiben habe der Jurist aufgesetzt, meinte Peter Oberländer bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Den Anlieger des Schutzbacher Wegs wunderte indes, dass sowohl Ortsbürgermeister Rudolf Staudt als auch André Krusche vom Betzdorfer Bauamt beteuerten, die Zeilen noch nicht erhalten zu haben.

Erschließung oder Ausbau?Es geht um das derzeitige Aufregerthema in Alsdorf: den Schutzbacher Weg bzw. dessen Erschließung. Oder ist es doch ein Ausbau? Diese Auffassung vertritt zumindest der Anwalt, den einige der Anlieger gemeinsam beauftragt haben. Schließlich sei die Straße 70 Jahre alt, so Oberländer im Rahmen der Einwohnerfragestunde.

dach Alsdorf. Die Ortsgemeinde bekommt erneut Post vom Anwalt: Ein langes Schreiben habe der Jurist aufgesetzt, meinte Peter Oberländer bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Den Anlieger des Schutzbacher Wegs wunderte indes, dass sowohl Ortsbürgermeister Rudolf Staudt als auch André Krusche vom Betzdorfer Bauamt beteuerten, die Zeilen noch nicht erhalten zu haben.

Erschließung oder Ausbau?

Es geht um das derzeitige Aufregerthema in Alsdorf: den Schutzbacher Weg bzw. dessen Erschließung. Oder ist es doch ein Ausbau? Diese Auffassung vertritt zumindest der Anwalt, den einige der Anlieger gemeinsam beauftragt haben. Schließlich sei die Straße 70 Jahre alt, so Oberländer im Rahmen der Einwohnerfragestunde. Die Verwaltung hält entgegen: Es gibt weder Einfassungen noch eine Entwässerung. Daher handelt es sich formal um eine Ersterschließung. Dieser kleine, aber feine Unterschied hat gravierende Auswirkungen auf die anschließenden Beitragsbescheide der Anlieger.
Krusche hatte in einem Vortrag noch einmal deutlich gemacht, dass ein einfaches „Drüberasphaltieren“ der maroden Fahrbahn weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei. Er stellte mehrere Varianten vor, die teilweise bereits vor Jahren verworfen worden waren.

Grundhafte Erneuerung

Am Ende blieb die sogenannte grundhafte Erneuerung übrig: 46 Zentimeter Frostschutz, zehn Zenitmeter Tragschicht und vier Zentimeter Deckschicht. Die Krux an dieser Variante, wie berichtet: Nicht nur die alte Teerdecke muss teuer entsorgt werden, vor allem auch die darunter verbaute Schlacke, die vermutlich von der Grünebacher Hütte stammt. Das alles bringt die Maßnahme dicht an die Millionengrenze – bei einer überschaubaren Anzahl an Anliegern. Mit geschätzten 40 Euro pro Quadratmeter Grundstück hatte die Verwaltung deren Kosten angegeben. Dabei geht sie eben von einer Ersterschließung aus.
Das ist auch der Ortsgemeinde wichtig: Der Schutzbacher Weg soll juristisch in diese Kategorie gebracht werden. Hintergrund ist der anstehende Umstieg auf das System der wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge. Und das gilt eben nur für fertig erschlossene Straßen.

Nur drei Meter breit

André Krusche zeigte die Einsparpotenziale für die Baumaßnahme auf. Man will auf die minimale Breite von drei Metern gehen (mit Ausweichbuchten). Die Entwässerung werde nicht in der bestmöglichen Weise ausgeführt und die Stützmauern auf ein Minimum von 25 Metern reduziert. Und auf den ersten 110 Meter werde die Fahrbahn angehoben, damit der Unterbau eben nicht entsorgt werden müsse. Man könne zudem auf Bordsteine und auch darauf verzichten, die Ausweichbuchten zu asphaltieren. Davon rate das Bauamt allerdings ab. Zumal Baufirmen dann wohl auch keine Gewährleistung geben würden.
Peter Oberländer wollte wissen, ob denn alle Varianten mit Kosten hinterlegt seien. Ansonsten würde eine Befassung damit ja eher keinen Sinn machen. Nein, meinte Krusche, da die meisten aus technischer Sicht bereits außen vor blieben.

Vorwurf: kein Austausch

Auch Anlieger Jan Meyer übte Kritik: Es bringe nichts, sich für Ersparnisse zu loben, die bereits in der ursprünglichen Rechnung enthalten seien. Auch dass das eingesetzte Ingenieurbüro seine eigenen Pläne bewerte, sei nicht nachzuvollziehen. Zudem bemängelte er erneut die Kommunikation zwischen Gemeinde und Anliegern. Der versprochene Austausch finde nicht statt.
Ortsbürgermeister Staudt: „Ich habe gesagt, wir werden eine Anwohnerversammlung durchführen, wenn wir wissen, was gebaut wird.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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