Wenn die Kunden im Internet bestellen
Schuhladen Büdenbender macht in Betzdorf dicht

Zurzeit ist viel los im Laden, aber das ist natürlich immer so, wenn eine Aufgabe angekündigt wird. Orthopädie-Schuhmachermeister Hermann Bohn will in Betzdorf schließen. Vor allem das Internet-Kaufverhalten vieler Bürger zwingt ihn dazu. Foto: goeb
  • Zurzeit ist viel los im Laden, aber das ist natürlich immer so, wenn eine Aufgabe angekündigt wird. Orthopädie-Schuhmachermeister Hermann Bohn will in Betzdorf schließen. Vor allem das Internet-Kaufverhalten vieler Bürger zwingt ihn dazu. Foto: goeb
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Betzdorf. Die Werbeanzeigen sind geschaltet, das Geschäft mit Plakaten, auf denen Prozente zu sehen sind, ausstaffiert: Wieder schließt in Betzdorf ein Fachgeschäft. Diesmal ist es der Schuhladen Büdenbender in der Bahnhofstraße. Der Ausverkauf soll bis zum Jahresende über die Bühne gehen, erklärte der Orthopädie-Schuhmachermeister Hermann Bohn am Freitag auf Anfrage der SZ.

Er sieht für das Fachgeschäft in Betzdorf keine Perspektive mehr. „Wenn die Bevölkerung ihre Schuhe immer häufiger im Internet bestellt, dann führt das zwangsläufig dazu“, schilderte er. Sein Geschäft sei ja nicht das einzige, das ins Schlingern komme. „Wenn man sich allein die Wilhelmstraße anschaut . . .“, setzte er hinzu. „Da ist ja schon jeder zweite Laden zu.“

„Im April sind es zehn Jahre, dass ich hier bin“, sagte der Kreuztaler. In den ersten Jahren sei das Geschäft noch ganz gut gelaufen, dann wurde es allmählich aber schwächer. „Und zuletzt habe ich Geld zugeschossen.“ Kontraproduktiv sei neben dem Internet auch der Hang der Menschen, sich bei Billiganbietern mit Schuhen zu versorgen.

Neben den Hinweisen auf Prozente entdeckt man auch das Schild „Keine Reparaturen“. Bohn will sich ganz auf den Ausverkauf konzentrieren und den Service nicht mehr anbieten, bis er den Schlüssel rumdreht. Der Laden bleibt so lange offen, bis die Ware verkauft ist. Sollte das noch vor Weihnachten geschehen, schließt er früher, bleibt noch etwas übrig, hält er das Geschäft bis maximal Ende Februar geöffnet.

Die Schuhreparatur war stets ein besonderer Service, den Bohn dank seiner Kenntnisse anbieten konnte. „Versuchen Sie das mal im Internet zu bekommen“, sagte er. Denn Reparaturen, zumal komplexere, das können nur Fachleute.

Der Orthopädie-Schuhmachermeister übernahm das Geschäft im Jahr 2010, nachdem Vorbesitzer Josef Büdenbender überraschend verstorben war. Hermann Bohn führte den Laden anfangs mit zwei Vollzeitkräften, zuletzt waren es noch eine Person in Vollzeit und eine in Teilzeit.

Das Haupthaus in Kreuztal läuft allerdings gut. Dort geht das Geschäft normal weiter.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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