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Spaßige Aktion der Grünebacher
Sinfonie im Zweitakt

Hercules, Zündapp, Simson & Co. waren in Grünebach am Start. In zartem Mint hatte Wolfgang Schmitt seine „Maschine“ lackiert. Präsident Klaus Meyer (mit Stirnband) war überwältigt von der Masse an Mofas, die an den Start gingen. Fotos: rai
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  • Hercules, Zündapp, Simson & Co. waren in Grünebach am Start. In zartem Mint hatte Wolfgang Schmitt seine „Maschine“ lackiert. Präsident Klaus Meyer (mit Stirnband) war überwältigt von der Masse an Mofas, die an den Start gingen. Fotos: rai
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

rai Grünebach. 51 Röösjen knattern. Blaue Wölkchen stehen hier und da in der Luft auf dem Benders-Franz-Platz an der Bürgerstube. MC-Präsident Klaus Meyer auf seiner 49 Jahre alten Privileg mit einer Pferdestärke gibt mit der Trillerpfeife das Signal: 51 gestandene Männer und Frauen, teils in Jeanskutte, lassen den Kupplungshebel kommen und reißen am Gasgriff. Es geht los – zur gemeinsamen Mofafahrt. Und in die Zeit der Jugend, als die „Röösjen“ so etwas wie große Freiheit bedeuteten.

„Mit 25 km/h in die Freiheit“: Das steht auf einem Aufnäher auf der Kutte von Klaus Schmitt, der sich mit freudigem Lächeln auf den Sattel seiner Zündapp ZD20 schwingt. Mit allen anderen lässt er sich die Freiheit á la 25 Kilometer pro Stunde an diesem Samstag um die Nase wehen.

rai Grünebach. 51 Röösjen knattern. Blaue Wölkchen stehen hier und da in der Luft auf dem Benders-Franz-Platz an der Bürgerstube. MC-Präsident Klaus Meyer auf seiner 49 Jahre alten Privileg mit einer Pferdestärke gibt mit der Trillerpfeife das Signal: 51 gestandene Männer und Frauen, teils in Jeanskutte, lassen den Kupplungshebel kommen und reißen am Gasgriff. Es geht los – zur gemeinsamen Mofafahrt. Und in die Zeit der Jugend, als die „Röösjen“ so etwas wie große Freiheit bedeuteten.

„Mit 25 km/h in die Freiheit“: Das steht auf einem Aufnäher auf der Kutte von Klaus Schmitt, der sich mit freudigem Lächeln auf den Sattel seiner Zündapp ZD20 schwingt. Mit allen anderen lässt er sich die Freiheit á la 25 Kilometer pro Stunde an diesem Samstag um die Nase wehen. Viele Schaulustige verfolgen amüsiert das Spektakel, mit dem die Grömijer einmal mehr zeigen, dass sie immer für eine Überraschung gut sind. Diesmal nicht mit Seifenkistenrennen oder Open-air-Kegeln, sondern einer Tagesfahrt auf den „Röösjen“, wie die Grömijer die motorisierten Zweiräder nennen.

„Ich bin begeistert, 50 Maschinen“: MC-Präsident Meyer hat von einer Leiter aus einen guten Überblick, als er die „Mofarocker“ und „Röösjen“-Freunde begrüßt.

Für den 35 Jahre alten Motorclub ist es die erste Tour dieser Art. Und es ist ein Revival, hatte einst doch alles mit Mofas anfangen. Mit den Vehikeln hatte man ursprünglich noch Größeres vor: Zum 35-Jährigen des MC wollte man – samt Camping-Stopp auf dem Westerwald – bis zur Festung Ehrenbreitstein knattern. Und zurück. Die Tour auf den Zweitaktern verhinderte nur die Pandemie.

Nun also die Testfahrt, wie die offizielle Maßgabe lautet, die mit einem „Nadda brumm“-Ruf startet. Die Teilnehmer kommen u.a. aus Grünebach, Herdorf und Alsdorf und sogar aus Hannover. „Entschleunigen ist angesagt“: Kurz vor dem Start der „Bummeltour“ gibt Klaus Schmitt noch die Botschaft aus.

Klack: die Gänge hauen rein. Schaulustige verfolgen, wie sich die Kette an Mofas aufmacht und hinter der nächsten Kurve in Richtung Alsdorf verschwindet. Über das Daadetal führt die 46 Kilometer lange Tour. Die Melodie des Schrottsammlers ist zu hören, als das Begleitfahrzeug dem Tross folgt. In Schutzbach gibt es für Jan Hengelmolen und Stephen Hills bereits zu tun. Für Wolfgang Stark aus Herdorf ist die Fahrt zu Ende – vorerst. Der 1,1-PS-Motor seines 65 Jahre altes Mofas will nicht mehr. So kommt die Hercules 216 auf den Anhänger. Und bekommt noch Gesellschaft.

Für die „Röösjen“ steht hinter Niederdreisbach die Bergetappe nach Weitefeld an. Am Elkenrother Weiher vorbei geht es zur Gaststätte „Zum Dorfkrug“. Hier wird Werkzeug ausgepackt. Michael Hofmann aus Grünebach, der es mit einem gerissenem Kupplungszug immerhin noch mit Zwischengas bis nach Elkenroth schafft, schraubt, was das Zeug hält. 20 Jahre fuhr das Mofa sein Großvater, und nun hat er es seit 35 Jahren. Auch Burkhard Brühl aus Birken-Honigsessen kniet vor seinem Mofa, einer KTM Pony. Er ersetzt den gerissenen Gaszug und schmunzelt: „Das ist nicht mehr auf Garantie.“

Stark zeigt sich zuversichtlich, dass sein altes Schätzchen wieder selbst rollen wird – und in der Tat: Nach einem Zwischenstopp in Heimborn-Ehrlich ist der Motor abgekühlt. Eine neue Zündkerze bringt das Herzstück wieder in Schwung. Stark hat das Röösjen erst im Vorjahr erworben, genauso wie MC-Kollege Wolfgang Schmitt aus Grünebach seine Hercules, Baujahr 1958: „Die Mofas behalten wir jetzt.“

Das ist eine gute Idee, denn die Fahrt nach Koblenz soll nun 2021 stattfinden. Davon berichtet Klaus Schmitt, nachdem die Mofas – und einige Mopeds – nach fünfeinhalb Stunden zurück in Grünebach sind. Für das Abwinken sorgt Ortsbürgermeister Mike Pfeifer.

Klaus Schmitt hatte die Tagesfahrt gemeinsam mit Jürgen Beck, Georg Skreczek und Klaus Meyer federführend vorbereitet. Außer einigen technischen Ausfällen, die teils repariert wurden, verlief alles ohne besondere Vorkommnisse, freute sich Präsident Meyer.

Es gab auch Pokale: Den für den schnellsten Ausfall bekam Wolfgang Stark, der für das schönste Röösjen, den „Astmöff“-Pokal, ging an Christoph Leyendecker und seine Tochter Laura. Weitere Pokale gab es für Gregor Käppel und Matthias Klein.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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