Relativ stabile Bevölkerungszahlen
So schnell stirbt der Landkreis Altenkirchen nicht aus

Noch muss man keine Angst haben, dass der Kreis Altenkirchen „ausstirbt“. Dass hier noch genug Menschen leben, zeigte sich immer bei großen Veranstaltungen wie dem Barbarafest in Betzdorf. Foto: SZ-Archiv
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  • Noch muss man keine Angst haben, dass der Kreis Altenkirchen „ausstirbt“. Dass hier noch genug Menschen leben, zeigte sich immer bei großen Veranstaltungen wie dem Barbarafest in Betzdorf. Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor  Kreis Altenkirchen. Eines steht fest: Zuletzt sind im Landkreis Altenkirchen deutlich mehr Fichten als Einwohner verschwunden. Und das mag nicht nur daran liegen, dass der Mensch immun gegen den Borkenkäfer ist, sondern weil er vielmehr die eine oder andere Gemeinde als durchaus lebenswert empfindet. Von einem Ausbluten der Region kann jedenfalls weiterhin keine Rede sein – das belegen auch die neuesten Zahlen.

Wie gestern kurz auf der Landespolitik-Seite der SZ berichtet, ist im Jahr 2018 die Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz im siebten Jahr in Folge gestiegen. Am 31. Dezember 2018 lebten nach Angaben des Statistischen Landesamts in Bad Ems 4 084 844 Menschen zwischen Südpfalz und Siegerland, rund 11 200 mehr als ein Jahr zuvor – das ist die höchste Zahl in der inzwischen mehr als 70-jährigen Landesgeschichte. Grund für den erneuten Anstieg ist, dass auch im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen nach Rheinland-Pfalz zu- als fortzogen. Die Zahl der Gestorbenen (48 300) überstieg hingegen wie in den Vorjahren deutlich die Geburtenzahl (37 600).

Beim Statistischen Landesamt kommt der Landkreis Altenkirchen zum Jahresende auf 128 705 Frauen und Männer, 86 weniger als ein Jahr zuvor. Der Ausländeranteil liegt demnach bei 7,5 Prozent. Doch die SZ schaut einmal mehr lieber auf die Zahlen der Gesellschaft für Kommunikation und Wissenstransfer (KommWIS). Diese greift – im Gegensatz zum Landesamt - monatlich auf die aktualisierten Daten der einzelnen Melderegister vor Ort zurück. Es treten dabei keine gewaltigen Differenzen zutage, doch kann man bei KommWIS schon jetzt erkennen, wie die Entwicklung in diesem Jahr aussieht. So kommt die Gesellschaft für das AK-Land zum Jahresende 2018 auf eine Einwohnerzahl von 129 685, ein Plus von 20. Bis Ende Mai erfolgte nochmals ein Anstieg auf 129 760.

Beide Statistiken machen deutlich, dass der Unterkreis, namentlich die Verbandsgemeinden Altenkirchen und Flammersfeld, zuletzt deutliche Zuwächse verzeichnen konnte und immer noch kann – was zur Folge hat, dass bei Heijo Höfer die Sektkorken knallen dürften. Der jetzige Landtagsabgeordnete und frühere Bürgermeister der VG Altenkirchen hatte sich immer gewünscht, einmal „größer“ als die Verbandsgemeinde Kirchen zu werden. Das hat zwar zu Amtszeiten nicht mehr geklappt, dafür aber im vergangenen Jahr. Während die Kirchener bei KommWIS noch auf 22 975 Einwohner kamen, waren es rund um die Kreisstadt 23 056. Ähnlich sieht es beim Statistischen Landesamt aus: Dort werden für die VG Kirchen 22 811 Menschen gelistet, in der VG Altenkirchen sind es 22 860. Gleichwohl folgt nun natürlich der genauere Blick auf den Oberkreis.

      VG Kirchen

Schaut man auf die Zahlen von KommWIS, dann hat die Verbandsgemeinde binnen eines Jahres erneut 99 Einwohner verloren. Bis auf Friesenhagen mussten alle Kommunen mit einem leichten Rückgang leben. Im Wildenburger Land stieg die Einwohnerzahl um 36 auf 1587. Das Ausweisen neuer Bauflächen trägt offenkundig sichtbare Früchte. In der Stadt Kirchen waren es zum Jahresende 8564 (minus 53), in Mudersbach 5813 (minus 21), in Brachbach 2298 (minus sechs), in Niederfischbach 4180 (minus 38) und in Harbach 533 (minus sieben).

Das klingt nach einem schleichenden Abwärtstrend in der VG Kirchen, muss es aber nicht sein. Denn aus den Statistiken geht auch hervor, dass die Verbandsgemeinde deutlich mehr Zu- als Wegzüge verzeichnet, also durchaus eine gewisse Attraktivität aufweist. Allerdings gibt es nach wie vor deutlich mehr Sterbefälle als Geburten. Und noch einen Hoffnungsschimmer gibt es: In der Stadt Kirchen war laut KommWIS Ende Mai die Einwohnerzahl schon wieder auf 8604 gestiegen, in Mudersbach gar auf 5848. Selbst das kleine Harbach erlebt wohl dieses Jahr eine regelrechte „Bevölkerungsexplosion“, wurden doch <hardspace> schon 16 neue Mitbürger registriert.</hardspace>

  VG Betzdorf-Gebhardshain

Kaum Bewegung in der noch jungen Fusions-Verbandsgemeinde: Mit 26 261 Köpfen waren es nur 13 weniger als beim letzten Jahreswechsel. Die Stadt Betzdorf entfernt sich dabei immer mehr von der Vierstelligkeit, die man vor einigen Jahren kurzzeitig verkraften musste. Mit 10 223 Einwohnern Ende 2018 waren es nochmals 13 mehr als im Jahr zuvor. Doch auch in Wallmenroth, 1195 (plus 25), und Scheuerfeld, 2034 (plus 23), gibt es eine erfreuliche Entwicklung. Grünebach, 520 (minus sechs), und Alsdorf, 1481 ( minus 39), fallen da ein bisschen ab – doch zur Ehrenrettung der Alsdorfer muss man darauf hinweisen, dass Ende Mai schon wieder 1502 gemeldete Einwohner in der Tabelle stehen.

Im Gebhardshainer Land duellieren sich seit vielen Jahren Elkenroth und Gebhardshain um den Titel „größte Ortsgemeinde“. Nimmt man den 31. Dezember 2018 als Stichtag, gibt es eine Doppelspitze: Beide Kommunen waren Heimat von jeweils 1875 Menschen. Allerdings spricht die Tendenz klar für Elkenroth, fiel doch nicht nur der Rückgang mit minus fünf im Vergleich zu den geschätzten Nachbarn (minus 30) wesentlich geringer aus, im Mai blickten bereits 1887 Elkenrother auf „nur noch“ 1856 Gebhardshainer.

    VG Daaden-Herdorf

So wie Heijo Höfer einst auf Kirchen, dürfte Daadens Stadtbürgermeister Walter Strunk bei der Veröffentlichung der neuen Statistiken immer auch auf Herdorf blicken. Indes: Der Weg ist noch weit, zahlenmäßig zum Städtchen aufzuschließen. Strunk kann sich aber darüber freuen, dass Daaden mit 4287 Einwohnern weiter zugelegt hat (plus 29), Herdorf im gleichen Zeitraum 69 verloren hat (6571). Aber auch an der Heller scheint sich in diesem Jahr einiges zu tun, waren es im Frühjahr doch schon wieder 6602 Einwohner. Auf einem guten Weg ist ebenfalls die Ortsgemeinde Weitefeld: Von 2271 Einwohnern Ende 2017 ging es über 2281 auf derzeit 2293. Insgesamt aber hat die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf ein negatives Saldo von 51 (auf 17 556).

Noch muss man keine Angst haben, dass der Kreis Altenkirchen „ausstirbt“. Dass hier noch genug Menschen leben, zeigte sich immer bei großen Veranstaltungen wie dem Barbarafest in Betzdorf. Foto: SZ-Archiv
Friesenhagen hat in neue Bauplätze für Familie investiert – das Ergebnis lässt sich jetzt in in der Bevölkerungsstatistik ablesen. Foto: thor
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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