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Wäschenbachs Draht nach Berlin
Spahn auf der Suche nach der Balance

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dach Betzdorf. Die Pandemie hat so einiges auf den Kopf gestellt. Das gilt auch für den aktuellen Wahlkampf in Rheinland-Pfalz. Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Denn dass Jens Spahn inmitten der Corona-Krise Zeit für einen Abstecher nach Betzdorf gehabt hätte, steht außer Frage. Aber es reichte Am Freitagabend dafür, dass der Bundesgesundheitsminister mal kurz „von Berlin in den Westerwald hüpfen“ konnte, wie er es selbst ausdrückte.

Keine Frage, die Digitalisierung hat in den vergangenen Monaten einen großen Schub erfahren. Nichtsdestotrotz befand Michael Wäschenbach, dass es „ein kleines Wunder“ sei, Spahn zu einer Talkrunde begrüßen zu können. Der Wallmenrother kämpft derzeit um den erneuten Einzug in den Landtag, für seinen Co-Gastgeber am Freitag, Dr.

dach Betzdorf. Die Pandemie hat so einiges auf den Kopf gestellt. Das gilt auch für den aktuellen Wahlkampf in Rheinland-Pfalz. Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Denn dass Jens Spahn inmitten der Corona-Krise Zeit für einen Abstecher nach Betzdorf gehabt hätte, steht außer Frage. Aber es reichte Am Freitagabend dafür, dass der Bundesgesundheitsminister mal kurz „von Berlin in den Westerwald hüpfen“ konnte, wie er es selbst ausdrückte.

Keine Frage, die Digitalisierung hat in den vergangenen Monaten einen großen Schub erfahren. Nichtsdestotrotz befand Michael Wäschenbach, dass es „ein kleines Wunder“ sei, Spahn zu einer Talkrunde begrüßen zu können. Der Wallmenrother kämpft derzeit um den erneuten Einzug in den Landtag, für seinen Co-Gastgeber am Freitag, Dr. Matthias Reuber, wäre es eine Premiere.

Kreisvorsitzender gilt als Fan

Und gerade für Wäschenbach dürfte es so etwas wie eine Herzensangelegenheit gewesen sein, den Münsterländer begrüßen zu dürfen. Schließlich gilt der CDU-Kreisvorsitzende spätestens seit dem Parteitag 2018 – und Spahns flammender Rede dort – als „Fan“ und hatte vor dem neuerlichen Ringen um den Bundesvorsitz zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass er am liebsten Spahn auf dem Chefsessel gesehen hätte.

Keine Frage, der Gesundheitsminister war bislang der prominenteste „Wahlkampfhelfer“, der sich im AK-Land zeigte. Und weil sich die digitale Runde beinahe ausschließlich aus Christdemokraten zusammensetzte, kamen auch keine kritischen Nachfragen zu dem, was das Nachrichtenmagazin Spiegel am Mittag veröffentlicht hatte („Von der Kanzlerhoffnung zum Pannenminister“). Es ging vielmehr Corona-technisch in medias res.

Viele hätten gedacht, dass der schwerste Teil nun hinter uns liege, skizzierte Spahn zu Beginn: „Und dann kommt dieses Virus und gibt nicht auf.“ Der zwischenzeitliche Erfolg sei zumindest in Gefahr, bezog er sich auf die fortschreitende Ausbreitung der Mutationen. Das passt zum aktuellen Bild im Kreis Altenkirchen, wo bereits 125 solcher Fälle nachgewiesen worden sind.

Gleichzeitig gelte es – nach vielen sozialen Härten – jetzt „die richtige Balance“ zu finden. Man könne nun viel mehr testen. Erst am Freitag habe man einen vierten Schnelltest zugelassen. Und auch das Impfen zeige Wirkung: Das Infektionsgeschehen, schwere Verläufe und Todesfälle bei über 80-Jährigen gingen klar zurück.

Der Inzidenzwert von 35 bzw. 50 sei „ein wichtiger Indikator“, antwortete Spahn auf eine entsprechende Nachfrage, „aber nicht absolut“. Es gelte, die Situation breiter auszuleuchten. Würde sich die Politik sklavisch an diesen Wert halten, „wären jetzt keine Kitas und Schulen auf“.

Mehr Geschwindigkeit

Hier spielt auch das Verabreichen der Seren eine wichtige Rolle. „Wir sehen, dass die Impfzentren mehr Geschwindigkeit kriegen“, so Spahn. In sechs bis zehn Wochen würden die Hausarztpraxen hinzukommen. In zwei bis drei Monaten würden, so der Minister, wohl alle jene geimpft sein, die auch geimpft werden wollen. Und er brach auch eine Lanze für das zuletzt so gescholtene Mittel von AstraZeneca. Dies sei ein „guter, sicherer und wirksamer Impfstoff“. Auf die Nachfrage, ob er die Fruchtbarkeit junger Frauen beeinträchtige, argumentierte Spahn mit der Wissenschaft: Es deute nichts darauf hin. Wenngleich er gestehen musste: „Die emotionale Sorge kann ich nicht nehmen.“

"Endlich positive Erfahrungen gemacht"

Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich brachte Dr. Olaf Gaus von der Uni Siegen aufs Tapet. Er ist Geschäftsführer von FoKoS mit der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“. Er nannte Spahn im positiven Sinne „einen Anstifter“. Der Minister hatte dem Projekt bei einem Besuch offenbar wichtige Denkanstöße gegeben. Gaus: „Wir sind viel enger zusammengerückt.“ Sein Kollege Prof. Dr. Rainer Brück trieb die Frage um, wie Spahn die Dynamik, die sich in puncto Digitalisierung in der medizinischen Versorgung jüngst rasch entwickelt habe, auch nach der Pandemie aufrecht erhalten wolle. Die Notwendigkeiten seien nun erkannt, gab sich der Minister optimistisch. „Wir haben endlich positive Erfahrungen gemacht.“ Videosprechstunden etwa hätten zuvor höchstens ein Nischendasein gefristet. Ein anderes Beispiel seien für ihn Apps in der Psychotherapie: „Es gibt welche, die nachweislich helfen.“

Nach einer Dreiviertelstunde ging es für Spahn dann im politischen Berlin weiter. Wer weiß, wohin der nächste Hüpfer an diesem Abend ging.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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