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Jugendliche machen Parkdeck-Wand zum Kunstwerk
Sprayen gegen den Corona-Frust

Zehn Mädchen und Jungen nehmen an dem Streetart-Projekt teil.
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  • Zehn Mädchen und Jungen nehmen an dem Streetart-Projekt teil.
  • Foto: Buderath Nadine
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nb Betzdorf. Einfach zusammen mit den Freunden in den Bus und ab in die Corona-freie Freiheit. Was sich viele Kinder und Jugendliche derzeit erträumen, das wird derzeit mitten in Betzdorf künstlerisch umgesetzt. Bei einem Streetart-Projekt besprühen die Teilnehmer die Wand des Parkdecks an der Augustastraße gleich neben dem Jugendbüro. Geprägt sind die Motive, die da per Sprühdose an die Wand kommen, von der Pandemie – von Ängsten, Wut, aber eben auch Hoffnung. Zehn Mädchen und Jungen zwischen zehn und 19 Jahren sind bei der Graffiti-Aktion dabei, die ein Gemeinschaftsprojekt der Jugendpflege Betzdorf-Gebhardshain und der Caritas Betzdorf ist.

nb Betzdorf. Einfach zusammen mit den Freunden in den Bus und ab in die Corona-freie Freiheit. Was sich viele Kinder und Jugendliche derzeit erträumen, das wird derzeit mitten in Betzdorf künstlerisch umgesetzt. Bei einem Streetart-Projekt besprühen die Teilnehmer die Wand des Parkdecks an der Augustastraße gleich neben dem Jugendbüro. Geprägt sind die Motive, die da per Sprühdose an die Wand kommen, von der Pandemie – von Ängsten, Wut, aber eben auch Hoffnung. Zehn Mädchen und Jungen zwischen zehn und 19 Jahren sind bei der Graffiti-Aktion dabei, die ein Gemeinschaftsprojekt der Jugendpflege Betzdorf-Gebhardshain und der Caritas Betzdorf ist. Eigentlich sollte das Projekt schon vor über einem halben Jahr stattfinden und die Teilnehmerliste war auch bereits voll, aber wegen Corona musste der Start mehrfach verschoben werden. Dass nach wie vor Spontanität gefragt ist, merkten Jenny Müller (Jugendpflege), Steffen Ernst (Caritas), Graffiti-Künstler Julian Irlich und Jugendpflege-Praktikantin Lorena Müller dann noch einmal vor wenigen Wochen. Da war das Streetart-Projekt inzwischen nämlich schon in Digitalform geplant – und ein virtuelles Treffen mit den Teilnehmern gab es auch –, aber dann wurde doch noch das möglich, was viele nicht mehr zu hoffen gewagt hatten: Das Projekt als Präsenzveranstaltung.

Corona statt Zukunft

Einige Änderungen waren aber nötig: So werden die Teilnehmer zum Beispiel alle zwei Tage getestet und statt einer Exkursion nach Köln gibt es eine virtuelle Streetart-Führung durch die Domstadt. Und auch auf das Thema für das großflächige Werk hatte die Pandemie Einfluss: Statt „Zukunft“ heißt es nun „Corona“. Auftakt war am Samstag mit einem Vortreffen. Die Teilnehmer trugen Ideen, Gedanken und Empfindungen rund um das Thema Corona zusammen. Keine Freunde treffen zu können, nur zu Hause zu hocken, immer die Maske tragen – viel negatives beschäftigt die Jugendlichen. Und was allen fehlt: die Klassenfahrten. Mit diesen Gedanken und Ideen im Hinterkopf entwarf Julian Irlich mit den Teilnehmern das zweigeteilte Motiv. Links das Thema Virus – in dunklen Farben und mit einem Emoji, der zeigt: Corona ist einfach Mist. Rechts dann der Bus mit der fröhlichen Klassenfahrttruppe, der alles rund um Corona in den Auspuffschwaden hinter sich lässt. „Uns war wichtig, die Jugendlichen einfach mal anzuhören“, so Jenny Müller am Donnerstag. Jugendliche würden in der Pandemie vielfach vergessen oder nur als reine Leistungserbringer gesehen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Abschlüsse „rocken“ müssten und gut. Deshalb setzen sich die Teilnehmer beim Projekt mit der Pandemie auseinander, aber es ist auch Zeit für das ganz „normale“ Freizeitleben mit Kickern, Tischtennis, Gruppenspielen und gemeinsamen Mittagessen.

Bürgermeister schenkt vollstes Vertrauen

Im Mittelpunkt steht aber natürlich die Streetart: Julian Irlich, der in Brachbach lebt, hat erstmal eine Einführung zum Thema Graffiti geliefert und mit den Jugendlichen das klassische Skizzieren geübt. Und dann ging es an die Spraydosen: Erst ging es um Grundübungen und inzwischen um das große Ganze. Teils hat Irlich die Motiv-Umrissen an die Wand projiziert, teils frei gezeichnet. Dass Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer und Joachim Brenner, 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, die Macher nicht nur unterstützen, sondern auch in Sachen Motiv vollkommen vertraut haben, freut Jenny Müller: „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Bis Samstag soll die Wand „dicht“ sein. Dann endet das Projekt mit einem gemeinsamen Grillen. Auch das eine improvisierte Lösung – eigentlich war eine große Präsentation geplant. Und noch etwa lässt keinen Zweifel daran, dass Corona nach wie vor eine entscheidende Rolle spielt. Mehrere Personen, Banner, Desinfektionsstation – das bringt manchen Passanten auf den „falschen Dampfer“: Ihr meistgeäußerter Satz, so Jenny Müller lachend, sei dieser: „Nein, wir sind keine Teststation.“

Zehn Mädchen und Jungen nehmen an dem Streetart-Projekt teil.
Die Teilnehmer bringen ihre ganz persönlichen Ideen in das Projekt mit ein.
Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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