Staffel der Mahnung und Erinnerung weiterreichen

Trauerfeier der Kriegsgräberfürsorge mit Schulbeteiligung

Betzdorf. „Der Frieden muss jeden Tag aufgebaut werden, und wir sind die Baumeister”, so war unter anderem auf den Ausstellungswänden der Klasse 10 der Dualen Oberschule Betzdorf zu lesen. Nachdem die Resonanz auf die Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, ging man diesmal neue Wege.

„Gewalt – Krieg – Un-Frieden”

Erstmals wurde bei den Betzdorfer Schulen zwecks einer Beteiligung an der Veranstaltung angefragt. An der Dualen Oberschule rief Walter Birk, seit August dort tätiger Deutschlehrer, mit den vierzehn Schülern der zehnten Klasse prompt eine Lyrikreihe ins Leben. Die Schüler trugen alles zusammen, was ihnen zum Thema „Gewalt – Krieg – Un-Frieden” einfiel. Bilder aus den Weltkriegen, aber auch jüngerer Konflikte wie in Bosnien oder im Kosovo erinnerten daran, dass immer noch unzählige Menschen Opfer von Kriegen werden und man noch weit vom globalen Frieden entfernt ist.

Hoffnung auf friedlichere Zukunft

Plakate mit Gedichten und Wortbildern regten zum Nachdenken an. Wortbilder, wie eine aus dem vielfachen Begriff „Frieden” zusammengesetzte Taube vermittelten daneben kraftvoll die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft. Walter Birk und die beiden Schülerinnen Christine Lang und Sebahat Küksaldi stellten die Ausstellung zusammenfassend vor. Die Plakate werden noch einige Tage im Foyer zu besichtigen sein, damit man sich die gebührende Zeit für das wichtige Thema nehmen kann. Die Mädchen nutzten die Gelegenheit, um ihrem Deutschlehrer für die engagierte Unterstützung zu danken.

Michael Becher, Beauftragter der Kriegsgräberfürsorge, wies vor 50 geladenen Gästen, bestehend aus Vertretern der Schulen, Vereine, Verbände, Stadtratsmitglieder und Beigeordnete, auf die Aktualität des Kriegsleides hin. Da die Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges immer weniger würden, drohe dieses Leid in Vergessenheit zu geraten. Durch den Einsatz auf dem Balkan sei der Krieg für einige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wieder erfahrbar geworden, für gewöhnlich spüre man aber nur die Ausläufer jener Katastrophen, wenn Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nach Deutschland kämen. Es sei wichtig, den Staffelstab der „Erinnerung und Mahnung” an die Jugend weiterzureichen.

Neue Ideen einbringen

Den musikalischen Rahmen lieferte das Streichquartett des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Tabea Hartnack (1. Geige), Julia Niederer (2. Geige), Debora Hartnack (Cello) und Erik Becker (Bratsche) ließen teils melancholische, teils hoffnungsvolle Stücke erklingen. Bürgermeister Michael Lieber dankte in seinem Schlusswort allen Beteiligten. Alle waren dazu aufgerufen, ihre Überlegungen zur Gestaltung einer Trauerfeier, die sowohl der Tradition gerecht wird, als auch neue Wege geht, einzubringen. Die Kranzniederlegung findet am kommenden Sonntag um 11 Uhr am Betzdorfer Ehrenmal statt. fram

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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