Schlagfertig und tiefgründig
"Stehaufqueen" zu Gast bei den Landfrauen

Autorin Nicole Staudinger.
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just Betzdorf. „Sie glauben noch an das, was Sie tun. Ihre Bereitschaft, sich für andere einzusetzen und Ihr bürgerschaftliches Engagement ist durch nichts zu ersetzen.“ Nicht nur Landrat Dr. Peter Enders war voll des Lobes für den Landfrauenverband „Frischer Wind“, der für Freitagabend zu seinem traditionellen Landfrauentag in die Betzdorfer Stadthalle eingeladen hatte. Enders, selbst Fördermitglied der ersten Stunde und nicht zuletzt aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen das starke Netzwerk würdigend, tritt nun als Ansprechpartner auf Kreisebene in die Fußstapfen von Michael Lieber, der ebenfalls mit Gattin Petra zu den Gästen gehörte. In Michael Lieber habe man immer einen verlässlichen Ansprechpartner gehabt, der seine Türen für verschiedene Anliegen offengehalten und mit viel Wertschätzung und guter Zusammenarbeit die Landfrauen unterstützt habe, dankte Vorsitzende Gerlinde Eschemann dem ehemaligen Landrat und überreichte Präsentkorb, Blumenstrauß und eine einjährige Fördermitgliedschaft. Lieber erwiderte mit dem Gedicht „September“ von Erich Kästner, wo es zu Beginn heißt: „Das ist ein Abschied mit Standarten, das ist ein Abschied mit Posaunen…“

Dankesworte und viel Applaus gingen ebenfalls an die langjährige und nun ehemalige Geschäftsführerin Anke Enders-Eitelberg sowie Renate Walterschen, die jahrelang als Reiseleiterin die Studienreisen federführend organisiert hat.

„Headliner“ des Abends, wie es in der Rockmusik heißen würde, war jedoch Bestseller-Autorin Nicole Staudinger, die mit viel Witz und Tiefgang ihr Buch „Stehaufqueen“ vorstellte. Dabei bot sie ergreifende Einblicke in ihren persönlichen Lebensweg.

Die Autorin (Jahrgang 1982), die sich vor fünf Jahren selbständig machte und sich als Trainerin Seminare zum Thema Schlagfertigkeit für Frauen auf die Fahne geschrieben hat, bezwang zunächst schwarzen Hautkrebs, bevor sie die Diagnose Brustkrebs erhielt. Sie überstand Therapien und Behandlungen und begann während der zweiten Chemotherapie mit dem Schreiben. Titel des Buches: „Brüste umständehalber abzugeben“.

Es folgten Fernsehauftritte und ein weiteres Buch („Schlagfertigkeitsqueen“). Mit ihrem dritten Buch, der „Stehaufqueen“, ließ sie alles Vergangene und Überstandene Revue passieren. „Hier in Betzdorf sitzen gut und gerne 250 Frauen. Das sind 250 Rucksäcke. Denn jede von uns trägt ihr individuelles Paket und hat ihr individuelles Schicksal. Ich hoffe, es sind leichte Rucksäcke, aber erfahrungsgemäß haben meist diejenigen mit dem schwersten Rucksack den aufrechtesten Gang.“

Nicole Staudinger gelang es, witzig und unterhaltsam, aber auch gehaltvoll und nachdenklich zu sein, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Das Publikum lauschte jedenfalls gespannt. Die Autorin berichtete über verschiedene Phasen in ihrem Leben, insbesondere nach der Diagnose Brustkrebs. „Nach der Sorge kam die Wut. Aber dann habe ich mich auf das Kölsche Grundgesetz besonnen.“ Dort heißt es bekanntermaßen „Et is wie et is“ und „Et kütt wie et kütt“.

Staudinger fasste zusammen: „Am unvorhergesehenen Material wachsen und es sich irgendwie zu eigen machen.“ Sie präsentierte ihre ganz individuellen Steh-auf-Regeln, die sich wie ein roter Faden durch ihr Buch ziehen, eine davon: „Ich besteige die Berge erst, wenn sie da sind“. Und wenn Nicole Staudinger dafür stritt, dass jeder die Chance habe, das Leben zu genießen und Sorgen sowieso keinen Einfluss darauf haben, was passiert, dann klang es aus ihrem Mund nicht wie eine bloße Phrase, sondern vielmehr wie ein offener Appell von jemandem, der weiß, worüber er spricht.

Das Publikum war jedenfalls ganz auf ihrer Seite. Und mit kleinen Anekdoten aus ihrem Leben hatte die Autorin immer wieder die Lacher auf ihrer Seite. Etwa eine Lebensweisheit, die ihre Oma ihr mit auf den Weg gegeben habe: „Zwei Dinge, denen man nicht hinterherlaufen darf, weil sie in regelmäßigen Abständen wiederkommen: Straßenbahnen und Männer!“

Autorin Nicole Staudinger.
Vorsitzende Gerlinde Eschemann dankte Renate Walterschen und Anke Enders-Eitelberg für ihre jahrelanges Engagement. Geschäftsführerin Nicola Hoffmann und 1. Stellvertretende Renate Nadrowitz überreichten Blumensträuße (v.l.).
Autor:

just (Kulturredaktion) aus Siegen

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