Straßenmillionen umgingen AK-Kreis

Verkehrsforum:

Altenkirchen sieht sich im Vergleich zu den Nachbarn stiefmütterlich behandelt

goeb Betzdorf. »Die überörtliche Lage des Kreises ist nicht schlecht« – mit diesen Worten umschrieb Landrat Dr. Alfred Beth vorgestern Abend in seinem Begrüßungsvortrag zum 2. Verkehrsforum des Kreises Altenkirchen die geografische Position des Landkreises. Der Blick auf das Straßengrundnetz, schränkte er sogleich ein, könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass große Teile des Kreises zu weit weg lägen von den Autobahnen. Dies betreffe besonders den Mittelkreis. Wie die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern sei, das habe man bereits 1999 erörtert, als das Forum zum ersten Mal stattfand.

Forum bald alle zwei Jahre?

Damals mündete die Diskussion in eine »Prioritätenliste«, die darlegte, wo es in puncto Straßen- und Schienenverkehr im Argen liege und was als erstes verbessert werden müsse. Der Kreistag verabschiedete diese Liste. Nach Dafürhalten des Landrats könne das Forum jetzt alle zwei Jahre abgehalten werden. Zwar könne man davon »keine Wunderdinge erwarten«, aber das Forum biete die Chance der Meinungsbildung: Man behalte den Überblick, könne Anregungen und Kritik aufnehmen, bündeln usw.

Dass die gute Anbindung an Schiene und Fernstraße den Lebensnerv der Wirtschaft darstelle, das hatte man schon seinerzeit als Faktum festgehalten. Maßnahmen des Landesstraßenbaus seien schwerpunktmäßig im Wisser und Daadener Land sowie im Wildenburger Land erforderlich. Land und Bund, wurde resümiert, hätten im Zeitraum von 1992 bis 1998 den Landkreis Altenkirchen stiefmütterlich behandelt. Größere Maßnahmen, so Beth, seien kaum begonnen worden.

Kreis AK »Schlusslicht«

Um Vergleichbarkeit herzustellen, habe man in die Kreise Ahrweiler, Bernkastel-Wittlich, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald geblickt. Beths Fazit: Hinsichtlich der Berücksichtigung von Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplans schneide der heimische Kreis im Vergleich sehr schlecht ab. Altenkirchen sei mit zwei Maßnahmen und 5,2 Kilometern Straße sowie einer Bausumme von 19 Mill. Euro im Vordringlichen Bedarf Schlusslicht.

Wirtschaft setzt auf Straße

Beth sah diese Zustandsanalyse klar im Widerspruch zur Aussage im Landesverkehrsprogramm, »regionale Disparitäten bei den verkehrlichen Standortfaktoren zu verringern«. Zwar könnten Kritiker des Vergleichs methodische Vorbehalte geltend machen, dass der Landkreis Altenkirchen im Verkehrswegeplan jedoch klar zurückliege, sei belegbar. Dies sei umso prekärer, da doch 43 Prozent der befragten Unternehmer die Qualität der Verkehrsinfrastruktur für »existenznotwendig« und 39 Prozent sie für »sehr wichtig« hielten.

Bauckhage: Keine echte Alternative

Das Projekt »Westerwald-Autobahn« halte er nach wie vor für dikussionswürdig, so Beth weiter, »aber eine Realisierung ist problematisch«. Wörtlich: »Im Hinblick darauf ist ein realistisches Alternativkonzept für den nördlichen Westerwald notwendig.« Eine bessere Querverbindung zwischen den Autobahnen A3 und A45 sei zu fordern. »Hier möchten wir einen mittelfristigen Investitionsplan sehen.« Landesverkehrsminister Hans-Artur Bauckhage, der beim Verkehrsforum einen gesonderten Vortrag hielt, ging später auf diesen Punkt Beths ein. Der Daadener betonte: »Ich möchte ganz klar sagen, eine echte Alternative zur Autobahn gibt es für mich nicht« (eigener Bericht folgt).

Aufstufung der B8

Beth stellte weiter klar, dass man »keine maßlosen Forderungen« stellen wolle, doch mit der Schlusslicht-Position werde man sich nicht weiter begnügen. Konkret forderte Dr. Beth: Die Aufstufung der B8, Ortsumgehung Hasselbach, in den Vordringlichen Bedarf des BVWP, die finanzielle Absicherung der Maßnahmen im Vordringlichen Bedarf des BVWP sowie die Wiederaufnahme Oberlahr (B256) in den Weiteren Bedarf des BVWP.

Abschließend unterstrich Landrat Beth die Bedeutung der Siegtal-Eisenbahnstrecke für die Verkehrspolitik. Sie zähle im Personenverkehr zu den am höchsten frequentierten Strecken in Rheinland-Pfalz. Der Streckenzustand, kritisierte er, sei aber schlecht, und auch mit dem Angebot hapere es. Er regte ferner an, das Land Rheinland-Pfalz solle einen möglichen Beitritt des Kreises zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg unterstützen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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