Neubau nicht ohne Weiteres zu realisieren
THW soll in Scheuerfeld bleiben

Der THW-Ortsverband Betzdorf ist seit Jahrzehnten mit seiner Unterkunft in Scheuerfeld angesiedelt. Es gibt hier keine Möglichkeiten mehr, um sich räumlich zu erweitern.
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  • Der THW-Ortsverband Betzdorf ist seit Jahrzehnten mit seiner Unterkunft in Scheuerfeld angesiedelt. Es gibt hier keine Möglichkeiten mehr, um sich räumlich zu erweitern.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

rai Scheuerfeld. Jeder Quadratzentimeter an der THW-Unterkunft ist mehr als nur gut genutzt. Für eine notwendige Erweiterung bieten sich keine Optionen. Das Technische Hilfswerk möchte auf einer Fläche zwischen Scheuerfeld und Bruche neu bauen, neben dem Feuerwehrhaus – und zeitnah.
Dass das alles ist nicht so ohne Weiteres und schnell zu realisieren ist, wurde im Scheuerfelder Ortsgemeinderat deutlich, der sich mit der Bauvoranfrage befasste. Auf 5500 Quadratmetern sollen ein Aufenthalts- und Unterrichtsgebäude sowie eine Fahrzeughalle entstehen. Die Fläche liegt im Außenbereich von Scheuerfeld. Zum einen muss der Flächennutzungsplan, der eine Agrarfläche ausweist, geändert werden, zum anderen muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
„Das THW ist räumlich nicht gut aufgestellt“, so Ortsbürgermeister Harald Dohm. Es sei etliches an Manpower und Autos hinzugekommen. Für diese Größenordnung bietet sich expansionsmäßig nichts mehr. Im Ort wurde keine bebaubare Fläche gefunden, und bislang erbrachte die Suche nach einem Grundstück bzw. einer Immobilie in der Verbandsgemeinde auch nichts, gab Dohm weiter: „Das THW möchte gerne in Scheuerfeld bleiben.“

Alle möchten THW im Ort behalten

Auf der Fläche im Grünzug zwischen den beiden Orten mit Acker und Weide möchte sich das THW ansiedeln. Ausführlich erläutert die Verwaltung den Sachverhalt in einer Sitzungsvorlage – und: Ohne eine Änderung des Flächennutzungsplans und ohne einen Bebauungsplan sei derzeit keine Bebauung möglich. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagte Dohm. Als früherer Feuerwehrmann habe er intensiv mit dem THW kooperiert. „Ich will auch, dass das THW in Scheuerfeld bleibt, aber als Ortsbürgermeister muss ich mich an geltendes Recht halten.“ Das THW sehe Druck, zeitnah etwas zu machen. Am liebsten würde man noch 2021 beginnen.
„Wir alle würden gerne das THW im Ort behalten“, sagte CDU-Ratsmitglied Eberhard von Weschpfennig. Es liege aber kein Baurecht vor. Selbst bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan sei es „fraglich, ob es zu einem Satzungsbeschluss kommen wird“. Aus seiner Sicht gehört ein solches Projekt in ein Industriegebiet, selbst in einem Mischgebiet sei es „schon sehr fraglich“. Zwischen den Wohngebieten ein Bebauungsplan mit einer Nutzung ähnlich wie in einem Gewerbegebiet – das sehe er als ein Problem. Ihre Bedenken würden sicher die Träger öffentlicher Belange, die Kreisverwaltung und der Naturschutz äußern. Der Rat müsse sich auch intensiv mit den Anregungen der Anwohner beschäftigen und diese abwägen. „Mit diesem Objekt würden wir uns die Möglichkeit für eine spätere Wohnbebauung total zerschießen“, so von Weschpfennig, der auch den städtebaulichen Aspekt erwähnte: Er plädierte, dem THW vorzuschlagen, sich um eine andere Liegenschaft in der Orts- bzw. Verbandsgemeinde zu bemühen.

Alternatives Grundstück kaum zu finden

Als die Feuerwehr vor einer ähnlichen räumlichen Situation stand, so SPD-Sprecher Klaus Bürschel, sei es ein mühsamer Weg gewesen, bis man habe bauen können. Er sei froh, eine solche Institution wie das THW im Ort zu haben, aber er tue sich schwer, dem Antrag zuzustimmen. „Wir machen eine Tür für die Zukunftsentwicklung für den Ort zu.“
Der Rat sei frei, gegen die Beschlussvorlage zu stimmen und etwas in Bewegung zu setzen, so Dohm. Die Verfahrensschritte seien jedoch nicht bis nächstes Jahr zu machen, sagte Dohm, der von vier bis fünf Jahren sprach. Wenn entgegen der Beschlussvorlage das gemeindliche Einvernehmen hergestellt werde, dann müsse im nächsten Schritt der Flächennutzungsplan geändert werden. Vielleicht müsse man auch da schon kapitulieren. „Es ist nicht von heute auf morgen zu realisieren.“
„Es tut mir weh, aber ich kann nur nach geltender Regel entscheiden“, begründete Dohm sein Ja für die Beschlussvorlage. Mit Ja stimmten auch Beigeordneter Matthias Schmidt und von Weschpfennig. Bei einer Enthaltung stimmten sechs Ratsleute dagegen. Nun kann der nächste Schritt eingeleitet werden.

Der THW-Ortsverband Betzdorf ist seit Jahrzehnten mit seiner Unterkunft in Scheuerfeld angesiedelt. Es gibt hier keine Möglichkeiten mehr, um sich räumlich zu erweitern.
Blick von der Brucherstraße auf das Feuerwehrhaus Scheuerfeld. Auf der grünen Fläche, wo noch Mais wächst, möchte sich das THW ansiedeln.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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