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Alkohol größtes Problem des Angeklagten
Todesdrohung mit Nachspiel

Ein Unbekannter ist der Angeklagte nicht:  Insgesamt verlas Richterin Beatrice Haas sieben Einträge im Bundeszentralregister, weitere Vergehen unter anderem: Beleidigung und versuchte räuberische Erpressung.
  • Ein Unbekannter ist der Angeklagte nicht: Insgesamt verlas Richterin Beatrice Haas sieben Einträge im Bundeszentralregister, weitere Vergehen unter anderem: Beleidigung und versuchte räuberische Erpressung.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

dach Betzdorf. Die Kehle seines Kontrahenten wolle er durchschneiden, zumindest hatte Matthias E. das unter reichlich Alkoholeinfluss seinerzeit offenbar lautstark kundgetan. Dafür bekam er jetzt die Quittung. Denn der Gesetzgeber mag Bedrohungen gar nicht und hat deshalb solche Aktionen unter Strafe gestellt.
Angeklagter nicht unbekanntDabei hätte Matthias E. (Name geändert) das eigentlich wissen müssen. Denn es war nicht das erste Mal, dass er deswegen auf der Anklagebank Platz nehmen musste. Insgesamt verlas Richterin Beatrice Haas sieben Einträge im Bundeszentralregister, weitere Vergehen unter anderem: Beleidigung und versuchte räuberische Erpressung. Heikel: Als er den Saal im Betzdorfer Amtsgericht betrat, stand er bereits unter Bewährung.

dach Betzdorf. Die Kehle seines Kontrahenten wolle er durchschneiden, zumindest hatte Matthias E. das unter reichlich Alkoholeinfluss seinerzeit offenbar lautstark kundgetan. Dafür bekam er jetzt die Quittung. Denn der Gesetzgeber mag Bedrohungen gar nicht und hat deshalb solche Aktionen unter Strafe gestellt.

Angeklagter nicht unbekannt

Dabei hätte Matthias E. (Name geändert) das eigentlich wissen müssen. Denn es war nicht das erste Mal, dass er deswegen auf der Anklagebank Platz nehmen musste. Insgesamt verlas Richterin Beatrice Haas sieben Einträge im Bundeszentralregister, weitere Vergehen unter anderem: Beleidigung und versuchte räuberische Erpressung. Heikel: Als er den Saal im Betzdorfer Amtsgericht betrat, stand er bereits unter Bewährung.

Kein Platz mehr für Alkohol

Die wurde „verlängert“. Denn er bekam von Haas drei Monate Freiheitsentzug aufgebrummt, auch wenn der 24-Jährige eben nochmals eine Bewährungschance erhalten hat. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Matthias E. gab den Geläuterten. Seit gut eineinhalb Jahren, also kurz nach besagtem Vorfall Anfang Juni 2019, habe er keinen Tropfen Alkohol mehr angefasst. Er erzählte kurz von seinem Verhältnis zur Familie, zu seiner Freundin. Er wolle keine Konflikte mehr. „Da hat Alkohol einfach keinen Platz.“ Denn er habe erleben müssen, dass Trinken bei ihm zu einem Herabsetzen der Hemmschwelle führe. Zudem habe er die Härte der Justiz zu spüren bekommen. Im Mai dieses Jahres war er aus dem Gefängnis entlassen worden – ein Richter hatte zuvor die Aussetzung einer verhängten Strafe zur Bewährung widerrufen. „Das hat mir zu denken gegeben.“

Konsum brachte ihn in die Klinik

Mit 13 habe der Angeklagte zum ersten Mal Alkohol getrunken, sich noch in Jugendjahren daran vergiftet, so Dr. Gerhard Buchholz. Der Sachverständige für Psychiatrie erläuterte zudem, dass der Konsum, zwischenzeitlich auch von illegalen Rauschsubstanzen, den Angeklagten zumindest zwei stationäre Klinikaufenthalte beschert habe. Buchholz bescheinigte Matthias E. zudem, sein bisheriges Verhalten sehr reflektiert zu betrachten. Auch die Bewährungshelferin hatte nur Gutes zu berichten: „Ich kann mich nicht beschweren.“ Matthias E. nehme seine Termine – auch die bei der Suchtberatung der Caritas – zuverlässig wahr.

In der Ausbildung und selbstständig

Und auch die Tatsache, dass er gerade eine Ausbildung zum IT-Kaufmann durchläuft, außerdem nebenbei selbstständig ist, kam auf die Habenseite des Angeklagten, was schließlich in der neuerlichen Bewährungsstrafe mündete. Dabei folgte Richterin Haas dem Antrag von Verteidiger Kai Uwe Ritter; die Staatsanwaltschaft hatte einen Monat mehr gefordert. Matthias E. muss außerdem weiterhin Gespräche mit der Suchtberatung führen, darüber hinaus vier Mal im Jahr seine Abstinenz per Labortest nachweisen.

Vorfall nicht rekonstruierbar

Doch was war an jenem Abend bzw. in jener Nacht vorgefallen? Das blieb zumindest teilweise im Dunkeln. Matthias E. hatte ein Konzert im Imhäusertal besucht und dabei nach eigenen Angaben recht viel Wein und auch Bier getrunken. Im Anschluss stattete er wohl einem Event im ehemaligen Café Buchenscheidt an der Betzdorfer Friedrichstraße einen Besuch ab. Dort muss der Kirchener auf einen Bekannten gestoßen sein, mit dem er im Clinch lag. Ob Matthias E. einen Hieb abbekommen und was er genau zu seinem Gegenüber gesagt hatte, ließ sich nicht mehr rekonstruieren. Denn der Bedrohte kam weder der Aufforderung der Polizei zur Aussage nach, noch der des Gerichts (was ihn nun 250 Euro kosten wird).

Nacht in der Zelle

Eine Todesdrohung in irgendeiner Form hatte aber einer der Polizisten abgespeichert. Außerdem eine Skurrilität: Matthias E. muss den Beamten seine Arme hingehalten haben. Sie mögen ihn doch bitte mitnehmen, bevor er komplett ausraste. Dieser Bitte kamen sie nach: Matthias E. verbrachte diese Nacht in der Gewahrsamszelle.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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