Toleranz und Menschlichkeit

Viele Besucher beim Multikulturellen Fest in Betzdorf

Betzdorf. Zum fünften Mal fand am Samstag das Multikulturelle Fest in der Fußgängerzone statt. Veranstaltet wurde es vom Ausländerbeirat der Stadt Betzdorf und des Kreises Altenkirchen, vom Diakonischen Werk des Ev. Kirchenkreises Altenkirchen und vom Caritasverband für die Region Rhein-Wied-Sieg.

Als Zeichen der Toleranz und Menschlichkeit war es ein Gegenpol zu der ursprünglich für Betzdorf geplanten Demonstration der NPD. »Ich bin froh, dass diese Kundgebung hier nicht stattfindet«, sagte Carlo Grifone, 2. Vorsitzender des Ausländerbeirats Betzdorf. Und damit sprach er den zahlreich erschienenen Besuchern des Festes aus dem Herzen: »Längst schon haben wir hier eine multikulturelle Gesellschaft, aber darin kann ich nur Positives entdecken«, erklärte er und bekam dafür solidarischen Beifall.

Ute Mewes vom Diakonischen Werk sprach über die Problematik eines Lebens in Illegalität, das mit einem Leben in Angst gleichzusetzen sei. Informationen darüber bekamen die Festbesucher in der erlebnispädagogischen Ausstellung »Clandestino Illegal«, die jeden die Nöte eines Marokkaners nachempfinden ließ, der mit einem Boot nach Spanien geflohen war. Mit einem Grußwort in türkischer Sprache beeindruckte Dilek Apturahman. Und Willi Mayer (Referent für Migrationsfragen, Caritasverband Trier) betonte, dass die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zu unserem Alltag gehöre.

Unter dem Motto »Betzdorf frühstückt fair« lud der Weltladen zu einem Fünf-Kontinente-Frühstück ein - mit einer Einschränkung aus aktuellem Anlass: »Der australische Kontinent ist der Einzige, von dem wir leider nichts im Angebot haben«, so Hermann Reh.

Viel Bewunderung ernteten die auftretenden Künstler am Nachmittag - sowohl die Erfahrenen als auch die ganz Kleinen. Neben der türkischen Folkloregruppe »Yörem« aus Betzdorf und der griechischen Tanzgruppe sorgte Karl-Heinz Dorka mit seinen Darbietungen und Sketchen für Unterhaltung und Nachdenklichkeit. Großen Beifall erntete auch die spanische Folkloregruppe »Sol de Andalucia« aus Kirchen.

An zahlreichen Ständen konnten sich die Besucher über die anderen Kulturen informieren und mögliche Ängste abbauen. Die Kindergärten »Kir(s)chkern«, St.Franziskus« und Christophorus beteiligten sich ebenfalls am Multikulturellen Fest. Letzterer hat, wie Melanie Christian erklärte, mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, weil 50 Prozent der Kinder ausländischer Herkunft sind: »Viele Eltern schicken ihre Söhne und Töchter deswegen nicht zu uns«, sagte sie: »Dabei ist es doch gerade im Kindesalter so wichtig, spielerisch-multikulturell aufzuwachsen.«

Mit ihrer Verteidigung von Toleranz, Menschlichkeit und Friedlichkeit stießen die Veranstalter beim Publikum auf eine hohe und uneingeschränkt positive Resonanz. Bürgermeister Michael Lieber betrachtete es als »gutes Zeichen«, dass so viele Menschen erschienen waren: »Wir sind eine ausländerfreundliche Kommune. Und das werden wir uns von niemandem nehmen lassen!«

mars

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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