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Feuerwehr und DRK absolvieren Tunnelübung
Triebwagen brennt im Tunnel

Die Feuerwehr zerlegt den Kleinwagen mit der Rettungsschere, um die eingeschlossene Person zu befreien.
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  • Die Feuerwehr zerlegt den Kleinwagen mit der Rettungsschere, um die eingeschlossene Person zu befreien.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

rai Alsdorf. Die Sirene heult. Der Löschzug Betzdorf und das DRK Betzdorf rücken am Bahnübergang Imhäusertälchen an. Ein Auto ist mit einem Triebwagen kollidiert und liegt auf den Gleisen. Das ist noch nicht alles: Die Einsatzkräfte bemerken, dass der Zug im Tunnel zum Stehen gekommen ist und Feuer gefangen hat.Ein realistisches Szenario. Am Samstagnachmittag aber nur die Ausgangslage für eine Alarmübung. Zwei Sperrfaxe für die Gleise spielten eine wichtige Rolle: „Ohne Fax betreten wir kein Gleis“, sagte Betzdorfs Wehrführer Niclas Brato, der die Übung ausgetüftelt hatte.
Diese Meldekette – vom Notruf aus dem Zug über die unterschiedlichen Stellen bis zum Eingehen des Faxes bei der Wehr Betzdorf – wollte die DB Netz AG überprüfen.

rai Alsdorf. Die Sirene heult. Der Löschzug Betzdorf und das DRK Betzdorf rücken am Bahnübergang Imhäusertälchen an. Ein Auto ist mit einem Triebwagen kollidiert und liegt auf den Gleisen. Das ist noch nicht alles: Die Einsatzkräfte bemerken, dass der Zug im Tunnel zum Stehen gekommen ist und Feuer gefangen hat.Ein realistisches Szenario. Am Samstagnachmittag aber nur die Ausgangslage für eine Alarmübung. Zwei Sperrfaxe für die Gleise spielten eine wichtige Rolle: „Ohne Fax betreten wir kein Gleis“, sagte Betzdorfs Wehrführer Niclas Brato, der die Übung ausgetüftelt hatte.
Diese Meldekette – vom Notruf aus dem Zug über die unterschiedlichen Stellen bis zum Eingehen des Faxes bei der Wehr Betzdorf – wollte die DB Netz AG überprüfen. Einsatzkräfte dürfen ein Gleis erst betreten, wenn das Fax über die Leitstelle bei ihnen vorliegt. „Die Besonderheit sind hier zwei unterschiedliche Infrastrukturen“, erläuterte Thomas Blecker, Bezirksleiter Betrieb und Notfallmanager (Siegen) der Bahn. Für das Gleis der Hellertal-Bahn ist die DB Netz AG, für das der Daadetal-Bahn die Westerwald-Bahn zuständig.
Die Triebwagenführer in den zwei Zügen im Tunnel lösten mit ihrem Notruf die eigene Meldekette aus – und damit die Übung. „Die Notfallleitstelle in Duisburg ist alarmiert, der Notfallmanager ist im Zulauf“, sagte Blecker. Als die Sirene heulte, war die Wehr Betzdorf schnell vor Ort. Die Rettungsarbeiten am Auto liefen an. Dieses wurde abgestützt und mit der Schere geknackt.

„Ohne Fax betreten

Im Ernstfall über den Sportplatz

Die Wehren Alsdorf, Grünebach, Scheuerfeld sowie Betzdorf wurden für den Tunnel alarmiert. Auch das DRK Elkenroth. Von der Tankstelle in Alsdorf aus gelangten die Einsatzkräfte zu einer Freifläche am Daadetal-Gleis. Damit waren sie noch nicht am Tunnel, konnten aber mit Gleiswagen die Ausrüstung 300 Meter weit schieben. Schließlich waren Atemschutzträger mit Schläuchen im Tunnel, inspizierten den Zug, verschafften sich Zugang und retteten die drei Verletzten. Am Portal wurden sie von DRK-Helfer übernommen und versorgt. Mit dem Gleiswagen kamen sie zu den Rettungswagen. Der Abtransport in Kliniken wurde simuliert.„Eine nicht alltägliche Übung“, bilanzierte Wehrleiter Hans-Peter Halft: „Es war gut, dass wir es gemacht haben.“ Drei Personen seien im Zug gewesen, an Wochenmarkttagen bis zu 100. Die Aufgaben seien angemessen erledigt worden. Es seien Dinge dabei gewesen, „die nicht so gelaufen sind, wie wir es uns vorgestellt haben“. Aber dafür seien Übungen da.

Es habe lange gedauert, bis man im Tunnel gewesen sei, sagte Halft im Gespräch mit der SZ. Seine Idee ist es, mit einem Tankwagen, z. B. aus Kirchen, über das Imhäusertälchen von oben zügiger an das Portal zu gelangen. Im Ernstfall würde man auch über den Sportplatz direkt an die Heller fahren und Wasser hochpumpen, ergänze Brato. So wäre man deutlich schneller vor Ort gewesen, aber bei einer Übung sei eine Nutzung des Rasenplatzes undenkbar.

Überprüfung der Meldekette

Jedes Jahr überprüfe man im Bezirk die Meldekette, so Blecker. Diesmal auf der Strecke der Hellertalbahn, die aufgrund von Arbeiten ohnehin gesperrt war. Die zwei Sperrfaxe seien versetzt, aber zeitnah angekommen, zeigte sich Blecker zufrieden. Für die DB Netz AG war Notfallmanager Björn Siebert angerückt, und WW-Bahn-Notfallmanager Wolf-Peter Rosenthal sagte: „Es hat so funktioniert, wie es gedacht war.“Man habe den Einsatzort näher kennenlernen können, hob Steffen Nilius (DRK Elkenroth) hervor. Die Aufstellfläche sei sehr gering, der Weg weit. Hier sei noch nie eine Übung absolviert worden, dankte Brato für diese Gelegenheit.
Pandemiebedingt war die Übung auf vier Wehren begrenzt, im Ernstfall wäre es nicht dabei geblieben. 48 Wehrleute und 15 Rotkreuzler waren im Einsatz. „Alle Einsatzkräfte waren total unvorbereitet“, betonte Brato. Halft: „Das sind die schönsten Übungen, da lernt man am meisten draus.“

Die Feuerwehr zerlegt den Kleinwagen mit der Rettungsschere, um die eingeschlossene Person zu befreien.
Ein Verletzter wird mit der Trage aus dem Zug und dem Tunnel gerettet. Feuerwehrleute setzen die Trage auf den Gleiswagen, mit dem es zum Rettungswagen weiter geht.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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