Trigonomie zum Anfassen

Schüler vermaßen eigenes Schulgelände und eine Straße

Betzdorf. »Mathematikunterricht ist trocken. Mathematikunterricht ist viel zu theoretisch. Das, was wir hier lernen, brauchen wir doch unser ganzes Leben nicht mehr.« So oder so ähnlich klingen die Meinungen vieler Mädchen und Jungen über das logische Unterrichtsfach schlechthin.

Dass Mathematikunterricht auch Spaß machen und darüber hinaus auch noch lehrreich sein kann, beweist das gemeinsame Projekt des Betzdorfer Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums und des Vermessungs– und Katasteramtes Wissen.

»Die trigonomischen Aufgaben in den Mathebüchern sind größtenteils sehr trocken und eintönig«, erläutert Mathematiklehrer Dr. Heinz–Otto Wellern. »Da kann bei den Schülern schnell mal Langeweile aufkommen. Bereits vor einiger Zeit kam mir der Gedanke, den Unterricht spannender und greifbarer zu machen. Die Vermessungsarbeiten des Katasteramts boten hier eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass auch die Mathematik ihren Sinn hat.«

Auch Peter Lörsch, Fachbereichsleiter Vermessung, war sofort Feuer und Flamme von der Idee des Lehrers. Gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern Jens Hartstein und Volker Pfeiffer und jeder Menge Vermessungsgeräte wie Spiegel–Reflektoren, Fluchtstäbe, Basislatten und so genannte Theodoliten, hochkomplizierte und teure elektro–optische Messgeräte, machte er sich auf den Weg nach Betzdorf, um dort mit den Schülern der 10. Klasse zentimetergenaue Vermessungen auf dem Schulgelände und in der Freiherr–vom–Stein–Straße durchzuführen.

Doch bevor es mit dem »Unterricht zum Anfassen« losgehen konnte stand auch hier die Theorie auf dem Plan. Hartstein, früher ebenfalls Schüler des Gymnasiums, erklärte den Mädchen und Jungen die Unterschiede zwischen alten und modernen Messmethoden und der langen Geschichte der Vermessung.

Ziel der ersten Übung war die Abstandsberechnung zwischen zwei Punkten. Mit Hilfe des Theodolits, eines Taschenrechners und den vorhandenen Kenntnissen über die trigonomischen Formeln (zur Erinnerung: Sinus, Kosinus und Tangensberechnungen sind gemeint) mussten die Jugendlichen verschiedene Strecken berechnen.

Auch den Mädchen und Jungen hat dieser »Unterricht zum Anfassen« jede Menge Spaß gemacht. »Endlich kann man man einen Sinn und eine praktische Anwendung hinter den Formeln erkennen.« Wenn das kein Beispiel ist, dass Schule machen sollte...

maha

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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