Überall drückt der Schuh

Verkehr sucht sich eigene Wege und belastet Straßen

goeb Betzdorf. Wenn es nach den Wünschen der mittelständischen Unternehmen im Kreis Altenkirchen ginge, käme dem Bau des Siegkreisels in Betzdorf an der Bundesstraße 62 die wichtigste Bedeutung zu. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer hervor, die IHK-Vizepräsident und Unternehmer Uwe Reifenhäuser beim Verkehrsforum vortrug. Mehr als 500 im Kreis ansässige Betriebe hatten sich an der Umfrage beteiligt. An zweiter Stelle folgte ein Ausbau der B62 ab Wissen bis nach Siegen (mit HTS-Anschluss). Auf Platz 3 der »Wunschliste« lag ein Ausbau der B8 auf der Strecke Altenkirchen-Hennef. Größten Handlungsbedarf sähen die Unternehmer beim Ausbau der B62.

Rainer Buttstedt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hamm, machte darauf aufmerksam, dass der Landkreis Altenkirchen kein »homogen orientierter« Wirtschaftsraum sei. Zwar orientierten sich die meisten Pendler in Richtung Rhein/Sieg bzw. Siegerland, es hätten aber auch andere Räume ihre Berechtigung. »Es gilt, jede Straße instandzuhalten«, warb Buttstedt. Auch halte er die interkommunale Zusammenarbeit für wichtig. »Richten wir unser Augenmerk auch auf das endogene Wirtschaftspotential.«

Auch aus dem Publikum kamen einige Teilnehmer des Verkehrsforums ans Saalmikrofon und meldeten sich zu Themen, die ihnen am Herzen lagen.

Wolfgang Stock von der BUND-Ortsgruppe Betzdorf-Kirchen war die Gruppe der Diskussionsteilnehmer indes zu homogen. »Da ist ja alles pro Straße«, merkte er an. Viele Bürger teilten nicht die Meinung der Verkehrsexperten, Wirtschaftsleute und Politiker. »Denen geht der Eingriff in die Umwelt zu weit.« Stock hätte sich gewünscht, auf dem Podium auch kritischere Stimmen zu hören. »Fragen Sie doch mal die Bürger, was sie von der Ortsumgehung Steineroth halten.« Die Umgehung Mudersbach hielt Stock für völlig illusionär. Ohne tiefgreifende Eingriffe in die Natur sei die »gar nicht machbar«. In ein ganz anderes Horn stieß hingegen Eberhard Schäfer, Geschäftsführer der Firma Gebr. Schmidt. »Wir sprechen hier von einer drastischen Verschlechterung des Straßenzustands«, unterstrich er. »Die Straßen werden zerstört. Zur Verkehrspolitik gehört auch die Instandhaltung vorhandener Straßen.«

Wolfram Westphal von Bündnis 90/Die Grünen fragte an die Adresse des Landrats gerichtet, ob nicht auch der Busverkehr in der Frage der Verkehrsverbünde einbezogen werden solle. Beth antwortete, dies sei grundsätzlich zu bejahen, aber eine Frage der Verhandlungen. 1. Kreisbeigeordneter Ottmar Haardt machte sich für die Siegstrecke (RE9) stark. »Wir haben viele zum Umsteigen bewegen können«, frohlockte der Beigeordnete. An den Baustellen müsse sich aber noch viel bewegen. Betzdorfs Bürgermeister Michael Lieber wandte sich an den Minister: »Wir warten seit zwei Jahren auf die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens. Unsere Unternehmen wollen Perspektiven sehen.« Über 7000 Arbeitsplätze befänden sich in seiner Verbandsgemeinde. »Die Verkehrsströme auf der Schiene liegen klar in Richtung Rhein-Sieg.

Manfred Roese aus Katzwinkel misstraute der an die Leinwand projizierten Straßenkarte. »Einer der Hauptverkehrswege ist nicht angegeben: Bis zu 8000 Fahrzeuge, so meine ich, rollen täglich auf der Strecke von Wissen nach Freudenberg über die L279 (Katzwinkel-Friesenhagen). Dabei donnern sie auch durch unseren Ort.« Verkehrsminister Bauckhage gab sich zuversichtlich, »dass sich an der L279 etwas bewegen wird«. Konkreter wurde ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Demnach liegen für einen ersten Bauabschnitt bereits Genehmigungen vor, Kurven zu erweitern. Christel Reuber, Friesenhagen, kritisierte, dass zwar der Ausbau der L278 (Wissen-Morsbach) vorgesehen sei, »aber das schlimmste Stück von der Landesgrenze bis zur L280 nicht berücksichtigt wird«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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