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Von ,,Gras'' in Garage gewusst?
Umfangreiches Drogensortiment in Grünebach gefunden

Vor dem Betzdorfer Amtsgericht wurde ein 61-Jähriger wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe verurteilt.
  • Vor dem Betzdorfer Amtsgericht wurde ein 61-Jähriger wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe verurteilt.
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nb Grünebach/Betzdorf. „Ja, das waren meine, woah“: Recht entspannt konnte Christopher D. die Frage von Richterin Beatrice Haas nach einem umfangreichen Drogensortiment in einer Garage in
Grünebach beantworten. Der Grund für den lockeren Auftritt des 36-Jährigen im Betzdorfer Amtsgericht: Er ist bereits wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt worden und brummt derzeit eine Haftsstrafe ab.
Anklage wegen möglicher Beihilfe gegen Vermieter
Und im Gerichtssaal drohte ihm kein neues Ungemach, sondern dort wurde er jetzt als Zeuge gehört. Denn: Die Garage, die er als „Zwischenlager“, wie er selbst sagte, nutzte, gehörte nicht ihm, sondern seinem ehemaligen Arbeitskollegen Wolfgang Z.

nb Grünebach/Betzdorf. „Ja, das waren meine, woah“: Recht entspannt konnte Christopher D. die Frage von Richterin Beatrice Haas nach einem umfangreichen Drogensortiment in einer Garage in
Grünebach beantworten. Der Grund für den lockeren Auftritt des 36-Jährigen im Betzdorfer Amtsgericht: Er ist bereits wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt worden und brummt derzeit eine Haftsstrafe ab.

Anklage wegen möglicher Beihilfe gegen Vermieter

Und im Gerichtssaal drohte ihm kein neues Ungemach, sondern dort wurde er jetzt als Zeuge gehört. Denn: Die Garage, die er als „Zwischenlager“, wie er selbst sagte, nutzte, gehörte nicht ihm, sondern seinem ehemaligen Arbeitskollegen Wolfgang Z. Der 61-Jährige, so der Vorwurf der Anklage, habe von den illegalen Geschäften des jüngeren Mannes gewusst und diese gebilligt, also Beihilfe geleistet.

Zudem soll Wolfgang Z. selber geringe Mengen Haschisch und Amphetamin sein Eigen genannt haben. Letzteres räumte der Angeklagte ein. Die Drogen-Episode hat er aber offenkundig hinter sich gelassen – sein Verteidiger Dr. Philipp Thiée (Frankfurt) legte sogar ein ärztliches Attest über einen entsprechenden negativen Bluttest vor. Den Beihilfe-Vorwurf aber wollte Wolfgang Z. nicht auf sich sitzen lassen. Weder habe er gewusst, noch zugestimmt, dass dort Drogen gelagert werden, ließ er über Thiée wissen.
Bestätigt wurde dies durch die Aussage des Hauptzeugen Christopher D. Ja, er habe den Schlüssel zu der Garage von Wolfgang Z. bekommen, aber nur angegeben, dort an seinem Motorrad schrauben zu wollen. Als Richterin Haas nachhakte, ob Wolfgang Z. von den Drogen gewusst habe, verneinte Christopher D. vehement und fügte hinzu: „Das hätte der nicht so lustig gefunden.“

Auch Amphetamin und Ecstasy gefunden

Die Ex-Freundin von Christopher D., ebenfalls bereits verurteilt, zeigte sich nicht sehr gesprächig, konnte oder wollte kaum Erhellendes zu den Vorkommnissen vom Sommer 2017 sagen: „Was in der Garage abgelaufen ist, weiß ich nicht.“ Vollständig machten den Zeugenreigen zwei Polizisten und eine Kripo-Beamtin, die nach einem Hinweis die Garage durchsucht hatten. „Also, der Geruch, der ist schon sehr, sehr penetrant“, beschrieb einer der Polizisten den typischen Cannabis-„Duft“ der ihm aufgefallen sei. Neben Haschisch und Marihuana, so sollte sich im Laufe von zwei Durchsuchungen herausstellen, fanden sich auch noch Amphetamin und über 90 Ecstasy-Tabletten.

Geldstrafe wegen Betäubungsmittelbesitz

„Ja, da wurde Handel betrieben“, betonte Staatsanwältin Schmidt in ihrem Plädoyer noch einmal. Aber dass Wolfgang Z. Beihilfe geleistet habe, das könne sie nicht nachweisen, dafür reichten die Hinweise – darunter auch Protokolle von Whatsapp-Konversationen – nicht. Deshalb gab es von ihr in diesem Punkt die Forderung nach einem Freispruch. Für den Drogenbesitz forderte sie für den nicht vorbestraften Wolfgang Z. eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Euro.

Von der Freispruch-Forderung war Philipp Thiée naturgemäß angetan. Seinem Mandanten habe nicht nachgewiesen werden können, dass er hier „irgendwas gefördert“ hätte.

Das sah auch die Kammer so. Am Schluss blieb der Betäubungsmittelbesitz – und eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Euro für Wolfgang Z.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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