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Bewährungsstrafe für Angeklagten
Unter Alkohol nicht in den Griff zu kriegen

Vor dem Amtsgericht Betzdorf bekam der Angeklagte eine Geld- und Bewährungsstrafe aufgebrummt.
  • Vor dem Amtsgericht Betzdorf bekam der Angeklagte eine Geld- und Bewährungsstrafe aufgebrummt.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

nb Betzdorf. Als eher schweigsamer Zeitgenosse präsentierte sich Marvin T. jetzt bei einer Verhandlung im Amtsgericht Betzdorf. Das hatte bei zwei Vorfällen im vergangenen Jahr noch ganz anders ausgehen, da war Marvin T. (Name von der Redaktion geändert) nicht zuletzt verbal gänzlich außer Rand und Band geraten. Aufs Übelste beleidigte der heute 20-Jährige Polizisten und eine Nachbarin. Das trug ihm nun den Termin bei Richterin Tanja Becher ein. Er selbst äußerte sich dabei nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die den tätlichen Angriff auf Polizeibeamte, versuchte Nötigung und eben Beleidigung enthielten.
Beleidigungen und viel mehrVorfall 1 ereignete sich am 12. Mai 2020 in Nistertal (Verbandsgemeinde Bad Marienberg).

nb Betzdorf. Als eher schweigsamer Zeitgenosse präsentierte sich Marvin T. jetzt bei einer Verhandlung im Amtsgericht Betzdorf. Das hatte bei zwei Vorfällen im vergangenen Jahr noch ganz anders ausgehen, da war Marvin T. (Name von der Redaktion geändert) nicht zuletzt verbal gänzlich außer Rand und Band geraten. Aufs Übelste beleidigte der heute 20-Jährige Polizisten und eine Nachbarin. Das trug ihm nun den Termin bei Richterin Tanja Becher ein. Er selbst äußerte sich dabei nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die den tätlichen Angriff auf Polizeibeamte, versuchte Nötigung und eben Beleidigung enthielten.

Beleidigungen und viel mehr

Vorfall 1 ereignete sich am 12. Mai 2020 in Nistertal (Verbandsgemeinde Bad Marienberg). Damals wurde die Polizei vom Wachmann eines Betriebes alarmiert, weil Marvin T. auf dem Firmengelände randalierte. An ein „Ich hau’ dir auf die Fresse“ erinnerte sich einer der beiden Beamten im Zeugenstand.

Zudem habe der Angeklagte gespuckt, wirres Zeug geredet und habe schließlich unter vollem Körpereinsatz fixiert werden müssen. „Außer Weinen war alles dabei“, so schilderte der Polizist, der sich bei dem Einsatz einen gebrochenen Finger zuzog, die Gefühlspalette von Marvin T. Und auch der heftige Alkoholgeruch trog nicht: 2,5 Promille, so stellte sich heraus, hatte der Delinquent im Blut.

"Hoch brisanter" Nachbarschaftsstreit

Nur rund zwei Monate später kam es dann schon zum nächsten Vorfall – dieses Mal in seinem Heimatort im Daadener Land. Hier drohte ein Streit zwischen dem Angeklagten und seinem Vater auf der einen, und zwei Männern in der Nachbarschaft auf der anderen Seite, zu eskalieren.

„Man war im Begriff, sich gegenseitig an die Hälse zu gehen“, so ein Polizist, der damals im Einsatz war. Marvin T. sei unheimlich angespannt gewesen, seine Mimik habe auf hohe Aggressivität schließen lassen: „Die Situation war hochbrisant“, so der erfahrene Beamte.

Dies bestätigte auch eine Kollegin: Jederzeit hätte die Situation, während der die Kräfte der Inspektion Betzdorf als „Luschen“ tituliert wurden, eskalieren können. Als sich die Sache aber eigentlich ein wenig beruhigt hatte und die Polizistin wieder im Streifenwagen saß, musste sie sich durch die geöffnete Seitenscheibe eine äußerst vulgäre Beleidigung von Marvin T. anhören, die nicht zitierfähig ist. Ähnlich erging es einer Nachbarin, die von dem damals 19-Jährigen ebenfalls einen üblen Ausdruck an den Kopf geworfen und nach eigener Aussage auch zu hören bekam: „Entweder du hältst die Klappe oder du kriegst aufs Maul.“

Die Sache mit dem Alkohol...

Beleidigung ist ein Delikt, das im Vorstrafenregister des Beschuldigten bereits zu finden ist. Neben unter anderem gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung. Immer wieder spielte und spielt dabei wohl der Alkohol eine entscheidende Rolle. Wie oft das denn passiere mit dem Alkohol und den Ausrastern, wollte Richterin Becher wissen, bekam aber auch darauf keine Antwort.

300 Euro Schmerzensgeld hat T. in der Zwischenzeit an die Polizeibeamtin bezahlt, weitere 500 Euro muss er nach dem Urteil von Tanja Becher nun an die Staatskasse überweisen. Außerdem wird sein Vorstrafenregister länger: sechs Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung, gab es für die Taten aus dem vergangenen Jahr. Ein Bewährungshelfer soll Marvin T. dabei unterstützen, dass er nicht noch hinter Gittern landet. In die Tasche greifen „dürfen“ im Übrigen auch die beiden Männer, mit denen es zum Streit gekommen war. Sie waren nicht im Gericht aufgetaucht und kassierten dafür von der Staatsanwaltschaft je 200 Euro Ordnungsgeld.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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