Erweiterung Gewerbepark Dauersberg
Urteil verhagelt Erschließung

Betzdorf hat sich entschlossen, das bestehende Gewerbegebiet Dauersberg zu erweitern und komplett zu erschließen, weil es viele Interessenten gibt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz macht es jetzt kompliziert.  Archivfoto: Planungsbüro Piske + Partner
  • Betzdorf hat sich entschlossen, das bestehende Gewerbegebiet Dauersberg zu erweitern und komplett zu erschließen, weil es viele Interessenten gibt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz macht es jetzt kompliziert. Archivfoto: Planungsbüro Piske + Partner
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Dauersberg. „Bis hinten gegen“, umgangssprachlich gesprochen, ist die Stadt Betzdorf mit freier Gewerbefläche. Nach dem Rangierberg (ehemals Bahnbrache) gibt es keine nennenswerte Baufläche mehr für Firmen in der Sieg-Heller-Stadt. Lediglich die früheren Wolf-Garten-Hallen könnten noch etwas hergeben.

Dort ist es zwar ruhiger geworden, es fahren nur noch ganz wenige Lkw, nachdem sich der Mieter „Montaplast“ ins Bergische zurückzieht, aber hier ist Betzdorf nicht Herr des Verfahrens, weil der Insolvenzverwalter über die Nachnutzung entscheidet. Und solange die Gläubiger noch Pachteinnahmen verbuchen können, wird man nicht in Aktionismus verfallen.

Verbandsgemeindeweit ergibt sich ein ähnliches Bild: Gebhardshain und Steinebach sind „gut belegt“, der Gewerbepark an der Sieg in Scheuerfeld/Wallmenroth (ehem. Lampertz) ist bis zur Halskrause „zu“ und jetzt rollt man der geplanten Erschließung von „Dauersberg II“ Steine in den Weg. Für den 1. Bauabschnitt des insgesamt 80 000 Quadratmeter großen und von reichlich Wald bestandenen Geländes liegt eine Genehmigung vor, aber die Rodungsgenehmigung für den Rest der Fläche versagt das Forstamt Altenkirchen wegen eines neuen Urteils des Verwaltungsgerichts Koblenz. Das Urteil sorgt nicht nur hier für Verunsicherung. Im Februar dieses Jahres stoppte das Gericht die Rodungsarbeiten für den Bau eines Autohofes in Heiligenroth, was in den Medien hohe Wellen schlug.

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit einem Verstoß gegen § 14 Abs. 5 des Landeswaldgesetzes. Ins Grobe gesprochen, erlaubt das Urteil die Rodung erst dann, wenn eine Baugenehmigung vorliegt, also das gesamte Bebauungsplanverfahren durchlaufen ist. Nach SZ-Informationen soll die Auflage gewährleisten, dass von der Genehmigung erst dann Gebrauch gemacht wird, wenn das Vorhaben auch umgesetzt wird.

Brato sagte auf Nachfrage, dass er diese neue Entwicklung sehr bedaure. „Ich bin unglücklich darüber.“ Praktisch bedeute es, dass ein Interessent fest zusagen müsse zu einem Gelände auf dem noch Bäume stehen, das er also gar nicht richtig in Augenschein nehmen könne. Das verkompliziere die Sache nicht nur, es sei praxisfremd. „Ich kann es so doch gar nicht vermarkten.“

Besonders ärgerlich ist das für Brato, weil er selbst jahrelang Überzeugungsarbeit geleistet hatte, nicht zuletzt in den eigenen Parteireihen. Zuletzt war die Schlange der Bauinteressierten so lang, dass sich der Stadtrat dazu entschloss, das Baugebiet komplett zu erschließen.

Brato bestätigte, dass er den Gemeinde- und Städtebund eingeschaltet habe, wollte Details aber nicht nennen. Nach Informationen der SZ sollen plötzlich für den sog. „Waldausgleich“ zudem erhebliche Mehrkosten (120 000 Euro) im Raum stehen mit der Begründung „Klimaschutz“(3 Euro/qm).

Wenn der Bauherr sein Grundstück vor lauter Bäumen nicht sieht und womöglich gestückelt gerodet werden muss, ist die Stadt in sehr schlechter Verhandlungsposition. Die Erweiterung des Gewerbeparks Dauersberg – eigentlich schon ein Projekt in trockenen Tüchern – steht nun wieder in den Sternen. <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Andreas Goebel</chartag>

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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