Vermieter sehen oft in die Röhre

Hauseigentümer beklagen Mietrückstände/Vererben ohne böse Überraschungen

sz Betzdorf. Klagen über zahlungsunwillige Mieter häufen sich auch im Kreis Altenkirchen. »Die Marktlage ist derzeit für Vermieter alles andere als rosig«, bilanzierte der 1. Vorsitzende des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis, Michael Schneider, während der jüngsten Vorstands- und Beiratssitzung in der Stadthalle. Nur allzu oft sehen Vermieter bei der derzeitigen Wirtschaftslage in die Röhre, weil ein Mieter monatelang keine Mietzahlungen leistet und dann noch bei Nacht und Nebel die Wohnung verlässt.

»Dann wird es besonders schwierig, weil oftmals auch noch Schäden in der Wohnung verursacht wurden und hinterlassener Müll zu entsorgen ist. Zu den Mietrückständen kommt dann auch noch ein Schadensersatzanspruch hinzu«, erläutert der Betzdorfer Rechtsanwalt, der dem mehr als 850 Mitglieder zählenden Verein vorsteht.

Beiratsmitglied Rudolf Seelbach (Niederfischbach) pflichtet dem bei. Er kennt Fälle, in denen Mietforderungen trotz Vollstreckungsversuchen uneinbringlich waren. »Die hohen Pfändungsfreigrenzen und Privatkonkurse machen manche Forderung auf Dauer uneinbringlich,« meint der Architekt.

Bonitätsprüfung nutzen

Eine neue Serviceleistung des Landesverbands Haus und Grund Rheinland-Pfalz hilft den Vermietern, diese Situation möglichst zu vermeiden, informierte Vorsitzender Schneider. Die Mitglieder können bereits im Vorfeld des Vertragsabschlusses eine Bonitätsprüfung der Mietinteressenten beim Landesverband durchführen lassen. »Dies kann den Vermietern bei der Entscheidungsfindung eine große Hilfe sein,« bewertet Kassierer Hans-Peter Halft (Alsdorf) diese neue Prüfungshilfe. Damit können die Vereinsmitglieder versuchen, »schwarze Schafe« erst gar nicht in die Wohnung einziehen zu lassen. Nähere Einzelheiten finden sich im aktuellen Februar-Vereinsheft.

Härtere Strafen für Graffiti-Täter

Die Vorstandsmitglieder waren erfreut über den jüngsten Fahndungserfolg der Betzdorfer Polizei, bei der Graffiti-Schmierer überführt werden konnten. »Die Graffiti-Schmierereien an öffentlichem und privatem Eigentum sind inzwischen eines der größten Ärgernisse, wenn die Bürger an die öffentliche Sicherheit und Ordnung denken«, meinte Beiratsmitglied Hubert Bleeser (Betzdorf). Die privaten Haus- und Grundeigentümer fordern seit Jahren ein entschiedenes Eingreifen des Staates gegen Eigentumsdelikte, Vandalismus und Schmierereien.

Gesetzeslücke schließen

»Bisher ist es schwierig, Graffiti-Schmierereien an Gebäuden oder öffentlichen Verkehrsmitteln strafrechtlich zu ahnden, wenn die Bausubstanz nicht beschädigt wird. Durch die Ergänzung des Strafrechts um den Begriff Verunstalten kann eine Gesetzeslücke geschlossen werden, durch die Graffiti-Schmierer häufig entkommen konnten«, erläutert Vereinsgeschäftsführer Wolfgang Märker. »Inzwischen breiten sich die Schmierereien auch im hiesigen Raum massiv aus. »Ob im Betzdorfer Bahnhofsbereich, in Fußgängerzonen oder an Zügen – überall sind die Verunstaltungen zu sehen«, ergänzt Schriftführerein Marita Schmidt (Kirchen). Daher wird die neue Bundesratsinitiative zur Verschärfung des Gesetzes vom Verein »Haus und Grund« sehr begrüßt.

Beruhigt schenken und vererben

»In Deutschland steht immer mehr Vermögen zum Vererben an die nächste Generation zur Verfügung. Das durchschnittliche Vermögen bei Erbfällen steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an«, zitierte Vizevorsitzende Margarete Gindi eine Untersuchung. Was leider gleichzeitig steige, sei die Zahl der Streitereien zwischen den Erben und den nicht bedachten Angehörigen. Auch die Erbschaftssteuerzahlungen an das Finanzamt nehmen ständig zu. Hier gelte es rechtzeitig gegenzusteuern. Ein erster Schritt ist die Information über die erbrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten und ihre Auswirkungen.

Am Freitag, 21. März, 18 Uhr, informiert Notar Volker Puderbach (Betzdorf) die Haus- und Grundeigentümer im Barbarasaal der Stadthalle Betzdorf zum Thema »Übertragung von Vermögen - Was müssen Hauseigentümer beachten?«. Durch richtige Vertragsgestaltung können Streitigkeiten vermindert werden und alle steuerlichen Freibeträge ausgeschöpft werden. Allen Vereinsmitgliedern wird daher empfohlen, diese Informationsmöglichkeit zu nutzen.

Zu der Informationsveranstaltung, die im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung stattfindet, sind auch Gäste willkommen. Informationen über den Verein »Haus und Grund« Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis gibt es unter der Rufnummer (02743) 4982.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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