Von Wegen, die ins Abseits führen

Plakat gegen Drogen wurde wieder von Jugendlichen aus vier Schulen entworfen

goeb Betzdorf. Jugendliche schauen sich vieles bei Jugendlichen ab. Und: Unter Jugendlichen gibt es gute wie schlechte Vorbilder. Dass der Einstieg in die Drogensucht im jungen Alter wenn nicht vollzogen, so doch vorbereitet wird, hat die Drogenprävention längst erkannt. »Man ist davon abgekommen, bei Aktionen gegen Drogen nur auf Abschreckung zu setzen«, berichtete gestern Horst Schneider-Czenkusch vom Jugendschutz des Kreises Altenkirchen anlässlich der Vorstellung eines neuen Plakats, an dessen Gestaltung Schüler von vier Schulen der Region mitgewirkt haben. Es zeigt eine Gruppe von Menschen, die einen Tunnel durchschreiten – verzerrt sind die Konturen, wild die Farben, »wie man es sich von einem Drogenrausch vorstellt«, meinte eine Achtklässlerin in der Runde, die sich in der Geschwister-Scholl-Realschule Betzdorf traf.

Die Scholl-Realschule ist schon am längsten dabei. Zum siebten Mal wurde der Presse jetzt ein neues Plakat vorgestellt, entworfen in einem dreitägigen Workshop im Haus Marienberge in Elkhausen. Lehrer waren nicht durchgehend dabei, Absicht, wie Schulleiterin Doris John verriet. Schüler, sagte sie, entwickelten im Austausch miteinander eine andere Form der Kreativität. Die Aufnahme stammt übrigens aus der Betzdorfer Krell-Passage und wurde stark verfremdet.

An dem vom Kreis Altenkirchen und der Drogenberatungsstelle Kreuztal des Kreises Siegen-Wittgenstein initiierten und unterstützten Projekt nahmen diesmal die Realschule Oberes Schloss (Siegen), die Realschule Wissen sowie die Realschule Am Häusling (Siegen) teil. Die Zusammenarbeit der Kreise, erläuterten Maren Henke und Horst Schneider-Czenkusch, gehe jetzt ins 15. Jahr. Anfangs habe man interessante Texte kreiert, so Schneider, dann habe sich aber die Produktion von Plakaten durchgesetzt.

Die Plakate wurden vom Konzept her von den Schülern entwickelt. Ein Fotograf aus Wissen brachte sein Know-how ein, eine Agentur aus Brachbach sorgte für die Umsetzung. Die 750 gedruckten Exemplare mit dem gelben Schriftzug: »Wohin geht’s? Durch Drogen in die Einsamkeit«, sollen Heranwachsende in Schulen und Jugendeinrichtungen ansprechen. »Manchmal findet man sie auch an Stellen, an denen man das gar nicht vermutet hätte«, so der Jugendschützer Schneider-Czenkusch.

Während das Plakat eher die Emotionalität nutzt, um Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen, setzte eine Aktion der AG Suchtprävention der Geschwister-Scholl-Realschule (9. und 8. Klasse), betreut von den Lehrern Uta Schneider und Hans Ehrlich, auf krasse Abschreckung mit einem Schuss Ironie. Da zeichneten sich auf dem Flur der Schule gestern nämlich die Umrisse eines »Drogentoten« auf dem Boden ab, ganz so, als hätte die Kripo eine polizeitechnische Untersuchung vorgenommen, sogar das Absperrband war echt. Auf die »sichergestellten« Drogen – Zigaretten, Alkohol usw. – verwiesen Ziffern und ausgestellte Fundstücke. Es gibt, so wollte wohl auch diese Aktion vermitteln, viele Wege, die ins Abseits führen. Man muss sie nur erkennen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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