Corona-Task-Force hat getagt (Update)
Vorerst keine weiteren Einschränkungen

Abstand halten ist angesagt.

sz/dach Kreis Altenkirchen. Zunächst keine (weiteren) Einschränkungen: Das ist die Botschaft, die die „Task Force“ für den Kreis Altenkirchen nach einer ersten Telefonkonferenz am Sonntagnachmittag sendet.  Zum Hintergrund: Nachdem es bei einer dreitägigen Hochzeitsfeier in der Altenkirchener Baptistengemeinde zu einem Corona-Ausbruch gekommen war, schnellt derzeit die Zahl der positiv Getesteten in die Höhe. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt nun bei 75 – und damit deutlich über dem kritischen Wert von 50. Klar dürfte aber auch sein, dass diese Entwicklung noch lange nicht zu Ende ist. Zum einen stehen die Ergebnisse einiger Tests von Hochzeitsgästen aus. Zum anderen weitet das Gesundheitsamt die Tests nun auf die Umfelder der „Positiven“ aus.

Alarmstufe Rot

Den 50er-Wert zu knacken ist gleichbedeutend mit „Alarmstufe Rot“ nach dem Corona-Warn- und Aktionsplan Rheinland-Pfalz. Abgesehen von der Einstufung als Risikogebiet sieht dies eben die Einrichtung einer Task Force vor, um gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten. Dies geschieht nun aber vorerst nicht.  Die Task Force unter Leitung von Detlef Placzek, Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, kam am Sonntagnachmittag in einer ersten Lage- Analyse für den Kreis zum Ergebnis, dass das Infektionsgeschehen im Nachgang zu einer Hochzeit bei den Altenkirchener Baptisten, die als Hotspot ausgemacht wurde, gut eingrenzbar sei: Es handele sich um eine geschlossene Glaubensgemeinschaft, die zwar sehr stark untereinander verbunden sei, aber nur wenige Kontakte darüber hinaus pflege, so die Analyse der Runde.

81 Hochzeitsgäste positiv

Heinz-Uwe Fuchs, Leiter des Altenkirchener Gesundheitsamtes, hatte zunächst das Ausbruchsgeschehen im Rahmen der dreitägigen Hochzeitsfeier am zweiten Oktober-Wochenende dargestellt. Im Nachgang wurden mit Stand von Sonntagmittag bereits 81 Hochzeitsgäste positiv auf das Coronavirus getestet. Kreisweit sind damit aktuell 103 Menschen infiziert.
Zu den Mitgliedern der Task Force zählen neben Landrat Dr. Peter Enders, Bürgermeister Fred Jüngerich für die Verbandsgemeinde-Altenkirchen-Flammersfeld und den Spitzen der zuständigen Abteilungen der Kreisverwaltung auch Vertreter des Gesundheitsministeriums, des Bildungsministeriums, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und des Landkreistags sowie der Polizei.

Quarantäneverstöße konsequent ahnden

Wichtig ist allen Beteiligten nun vor allem die Einhaltung der Quarantäneanordnungen, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Und: Im Nachgang der Hochzeit wurden bislang rund 250 Personen unter Quarantäne gestellt. „Das wird intensiv überprüft, Verstöße werden konsequent geahndet“, kündigt Landrat Enders an und ist sich darin einig mit Bürgermeister Jüngerich. Dazu stünden die Ordnungsämter des Kreises und der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld sowie die Polizei in Kontakt.  Darüber hinaus will man zunächst auf Maßnahmen verzichten, die den Alltag der Bevölkerung weiter einschränken. Das heißt, es gibt vorerst keine erweiterte Maskenpflicht, keine zusätzlichen Vorgaben für das Treffen von Menschen im öffentlichen Raum oder andere Reglementierungen, die über die derzeitige Corona- Bekämpfungsverordnung hinausgehen. „Klar ist: Es gibt Regeln, die jeder einhalten soll, und zwar so konsequent wie möglich. Maske tragen, Hygienevorschriften einhalten, Abstand halten, regelmäßig Lüften, die Corona-App nutzen“, appelliert der Landrat.
Allerdings: Die Task Force werde das Infektionsgeschehen vor Ort weiterhin sehr detailliert unter die Lupe nehmen und bereits am Mittwoch erneut beraten. Dass es dann in Abhängigkeit von der Entwicklung doch noch weitere einschränkende Maßnahmen geben kann, sei nicht auszuschließen, heißt es weiter.

"Ihr macht so viel kaputt"

Derweil mehren sich kritische Stimmen in Bezug auf die Hochzeit von Altenkirchen, vor allem in den sozialen Netzwerken. „Ihr macht so viel kaputt“, ist dort etwa zu lesen. Andere fragen sich nun, ob die Veranstalter für entstehende Kosten aufkommen, einzelne flüchten sich in Sarkasmus: „Hauptsache die Hochzeit war gut.“ Nicht zu vergessen die traurigen Stimmen: „Ich durfte eben nicht ins Pflegeheim, weil ich aus Daaden bin.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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