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Bilanz 2019 vorgestellt: Wachstum um 2,2 Prozent
Westerwald Bank macht jetzt in Immobilien

Legte Zahlen vor, die sich sehen lassen können, der Vorstand der Westerwald Bank (v. l.): Wilhelm Höser (Sprecher), Markus Kurtseifer und Andreas Tillmanns. Es fehlt Dr. Ralf Kölbach.
  • Legte Zahlen vor, die sich sehen lassen können, der Vorstand der Westerwald Bank (v. l.): Wilhelm Höser (Sprecher), Markus Kurtseifer und Andreas Tillmanns. Es fehlt Dr. Ralf Kölbach.
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dach Hachenburg. In 14 Tagen ist Spatenstich: In Altenkirchen entsteht ein Senioren-Wohnpark mit 43 Wohnungen, zwei betreuten Wohngruppen und einer Tagespflege mit 16 Plätzen. Das Ungewöhnliche daran: Bauherrin ist die Westerwald Bank.

Und damit nicht genug. 150 Mill. Euro möchte das genossenschaftlich organisierte Geldinstitut langfristig auf dem Immobiliensektor investieren, also selbst als Eigentümer auftreten und damit Mieteinnahmen generieren. Das können Bürogebäude oder Wohnhäuser, aber auch beispielsweise Fachmarktzentren sein, hieß es gestern bei der Bilanzkonferenz. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen „deutlich bessere Renditen“ als vom klassischen Zinsgeschäft, so Vorstandsmitglied Markus Kurtseifer.

Denn hier ist erneut kaum Land in Sicht.

dach Hachenburg. In 14 Tagen ist Spatenstich: In Altenkirchen entsteht ein Senioren-Wohnpark mit 43 Wohnungen, zwei betreuten Wohngruppen und einer Tagespflege mit 16 Plätzen. Das Ungewöhnliche daran: Bauherrin ist die Westerwald Bank.

Und damit nicht genug. 150 Mill. Euro möchte das genossenschaftlich organisierte Geldinstitut langfristig auf dem Immobiliensektor investieren, also selbst als Eigentümer auftreten und damit Mieteinnahmen generieren. Das können Bürogebäude oder Wohnhäuser, aber auch beispielsweise Fachmarktzentren sein, hieß es gestern bei der Bilanzkonferenz. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen „deutlich bessere Renditen“ als vom klassischen Zinsgeschäft, so Vorstandsmitglied Markus Kurtseifer.

Denn hier ist erneut kaum Land in Sicht. Der Zinssatz für zehnjährige Bundesanleihen liege tagesaktuell bei 0,73 Prozent, wohlgemerkt im Minusbereich, so Wilhelm Höser. Der Vorstandssprecher hatte einen kurzen Ritt durch die Konjunkturzahlen vorbereitet. Und dabei kam er – zumindest in der Bewertung der vergangenen Wochen – um einen Aspekt nicht herum: Corona. Die Ausbreitung des Virus und der teilweise Stillstand, vor allem die „dramatisch rückläufige Situation“ in China, habe deutliche Auswirkungen auf die weltweiten Wirtschaftsdaten. Immerhin: Es gibt die Hoffnung auf eine ebenso schnelle Genesung der Märkte, sobald die Pandemie ihren Zenit überschritten hat.

Ansonsten sei zuletzt das Verhältnis zwischen China und den USA Taktgeber der globalen Konjunktur gewesen. „Strafzölle waren das prägende Thema im Jahr 2019“, sagte Höser. Das habe durchgeschlagen, das Wirtschaftswachstum in Deutschland habe gerade einmal 0,6 Prozent betragen – und dass auch nur aufgrund des starken Binnenkonsums. Die Industrieproduktion zwischen Flensburg und Passau sei gar geschrumpft.

Vor Ort sieht es allerdings nach wie ganz gut aus. Die Zahl der Insolvenzen in Rheinland-Pfalz falle nicht wirklich ins Gewicht, der Arbeitsmarkt sei nach wie vor stabil. Vor allem im Westerwaldkreis (Quote: 2,7 Prozent) könne man eigentlich von Vollbeschäftigung sprechen, analysierte Vorstandsmitglied Andreas Tillmanns, der die konkreten Zahlen der Westerwald Bank vorlegte. Die Quintessenz: „Solides Gesamtergebnis vor dem Hintergrund einer extrem schwierigen Zinslandschaft.“

Die Bilanzsumme, gewissermaßen das Aushängeschild einer Bank, konnte im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 3,08 Mrd. Euro gesteigert werden, ebenso die Kundeneinlagen, Gesamtwert: 2,56 Mrd. Euro. Mit der Entwicklung der gewährten Kreditsumme ist man in Hachenburg „sehr zufrieden“, stieg sie doch um 3,6 Prozent auf 1,89 Mrd. Euro. Insgesamt verwaltet die Westerwald Bank – inklusive Versicherungen, Wertpapiere und Bausparverträge – 6,41 Mrd. Euro, was einem Plus von 5,5 Prozent entspricht.

Der Jahresüberschuss 2019 liegt mit 5,8 Mill. Euro etwas unter dem Ergebnis aus 2018, als 6,5 Mill. Euro unterm Strich standen. Allerdings hat die Westerwald Bank im vergangenen Jahr auch 7 Mill. Euro mehr in ihren Fonds für allgemeine Risiken verschoben als noch vor Jahresfrist. Das Eigenkapital ist jedenfalls gestiegen: von 271 Mill. Euro auf 284 Mill. Euro.

Für all das sorgen 534 Mitabeiter – und damit zehn weniger als noch 2018. „Das wird auch noch weiter sinken“, sagte Vorstandssprecher Höser auf Nachfrage. Das sei der weiter steigenden Effizienz und auch der Digitalisierung des Bankgeschäfts geschuldet.

In Sachen Personal konnte die Westerwald Bank 2019 zwei Auszeichnungen einheimsen. „Da sind wir sehr stolz“, so Kurtseifer. In die Aus- und Weiterbildung haben die „Blauen“ im vergangenen Jahr 3135 Stunden investiert.

In die Region flossen 2019 insgesamt 33 Mill. Euro – über Steuern, Gehälter, Dividenden etc. Über die Crowdfunding-Plattform kamen 2019 insgesamt 261 000 Euro für 56 Aktionen zusammen. Für Vereine, Soziales, Kunst etc. spendete die Bank 439 000 Euro. Zudem wurden – Stichwort: Bienen – acht Blühstreifen mit einer Gesamtfläche von 40 000 Quadratmetern gepachtet.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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