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Kein "Sauftourismus"
Wichtiger Etappensieg für die neue Alm

Die neue Gastronomie von Rüdiger Schneider soll auf dem Steinerother Teil des insgesamt 30.000 qm großen Alm-Areals entstehen. Zu dem Bauvorhaben hat der Rat unter gewissen Auflagen das gemeindliche Einvernehmen hergestellt.
  • Die neue Gastronomie von Rüdiger Schneider soll auf dem Steinerother Teil des insgesamt 30.000 qm großen Alm-Areals entstehen. Zu dem Bauvorhaben hat der Rat unter gewissen Auflagen das gemeindliche Einvernehmen hergestellt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Steineroth. In seinen Bemühungen, auf dem Gelände der alten Alm wieder ein gastronomisches Angebot zu schaffen, hat Rüdiger Schneider wichtige Unterstützung erhalten. Am Montagabend stellte der Ortsgemeinderat Steineroth das gemeindliche Einvernehmen her. Zwar ist dieses an gewisse Auflagen gekoppelt – doch mit diesen dürfte Schneider bestens leben können. Wie von der SZ berichtet, sollen im vorderen, zu Steineroth gehörenden Bereich Überseecontainer für den Verkauf von Speisen und Getränken samt Toilettenanlage aufgestellt werden.
Wiedergeburt der Alm in Dauersberg
Der Beschluss des Rates ist ein deutliche Signal Richtung Altenkirchen, muss doch die Kreisverwaltung letztendlich über den Bauantrag entscheiden, wie Ortsbürgermeister Theo Brenner betonte.

thor Steineroth. In seinen Bemühungen, auf dem Gelände der alten Alm wieder ein gastronomisches Angebot zu schaffen, hat Rüdiger Schneider wichtige Unterstützung erhalten. Am Montagabend stellte der Ortsgemeinderat Steineroth das gemeindliche Einvernehmen her. Zwar ist dieses an gewisse Auflagen gekoppelt – doch mit diesen dürfte Schneider bestens leben können. Wie von der SZ berichtet, sollen im vorderen, zu Steineroth gehörenden Bereich Überseecontainer für den Verkauf von Speisen und Getränken samt Toilettenanlage aufgestellt werden.

Wiedergeburt der Alm in Dauersberg

Der Beschluss des Rates ist ein deutliche Signal Richtung Altenkirchen, muss doch die Kreisverwaltung letztendlich über den Bauantrag entscheiden, wie Ortsbürgermeister Theo Brenner betonte. Ein Signal auch dahingehend, dass im touristischen „Niemandsland“ (O-Ton aus dem Rat) durchaus mehr in dieser Richtung passieren müsse.

Ortsgemeinderat Steineroth lässt sich nicht beirren

Dabei war vom Bauamt der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain eine ablehnende Empfehlung gekommen, wobei man sich dort sklavisch an die Paragrafen des Baugesetzbuchs gehalten hatte bzw. halten musste. Ein Bau im Außenbereich sei nur zulässig, wenn sich es um ein privilegiertes Vorhaben handele. Das sei aber hier nicht der Fall. „Die geplante Art der Bauweise würde dem eigentlichen Charakter einer Grünfläche/Parkanlage widersprechen und sich auch zugleich störend auf das bestehende Landschaftsbild auswirken“, heißt es in der Stellungnahme zur Darstellung im Flächennutzungsplan.

Doch davon ließen sich die Steinerother nicht beirren, Ratsmitglied Pascal Becker, Verwaltungsexperte in Sachen Baurecht, erläuterte zunächst die möglichen Konsequenzen: „Wenn wir das Einvernehmen versagen, dann ist das Vorhaben gestorben.“ Stimme man aber zu, gebe es zumindest die Option für eine Genehmigung. Und er blickte auch zu den Nachbarn: „Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass bei der alten Alm die Betzdorfer sagen, wir verweigern das Einvernehmen.“

Kein "Sauftourismus" auf der neuen Alm

So hatte Becker einige Bedingungen im Sinne der Ortsgemeinde und Anwohner ausgearbeitet: Die Baugenehmigung soll zunächst für vier Jahre gelten (Option auf Verlängerung) und in Sachen Zuwegung ein Nutzungsvertrag mit der Ortsgemeinde abgeschlossen werden. Es müsse einen Stellplatznachweis geben. Um 22 Uhr soll Feierabend herrschen. Und zuletzt sollen die Container in einer passenden Farbe gestrichen oder mit Holz verkleidet werden. Das alles könne noch jederzeit ergänzt und angepasst werden, stellte Becker klar. Was die Öffnungszeiten angehe, habe Schneider ihm gegenüber erklärt, dass er auf der Alm definitiv keinen „Sauftourismus“ haben wolle.

Brenner bedankte sich bei Becker, dass dieser sein „fundiertes Wissen“ eingebracht habe. Seine Meinung: „Mit diesen Bedingungen dürften wir Rüdiger Schneider keine Steine in den Weg legen.“ Er erinnerte an seine Zeit als Touristiker in der Verwaltung: Bei der Routenführung des Druidensteigs sei die Alm sehr wichtig gewesen. Er könne sich vorstellen, dass bei einem gastronomischen Angebot der Weg auch wieder direkt dort vorbei führe.

Benjamin Geldsetzer unterstützt die Pläne für die Alm

Auch Ratsmitglied und Landwirt Kevin Weller befürwortet als direkter Nachbar die Pläne, allerdings war er sich nicht ganz sicher, ob es nicht doch langfristig Auswirkungen auf seinen Betrieb geben könnte. Deshalb enthielt er sich als einziger der Stimme. Stefan Rankenhohn sah für den Bauernhof aber sogar positive Effekte.
Die Entscheidung der Steinerother ist am Abend auch in der Stadt Betzdorf mit großem Interesse zur Kenntnis genommen worden. Und Pascal Becker lag durchaus richtig mit seiner Einschätzung zum dortigen Verhältnis zur Alm.

Zumindest bei Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer. Der ließ gegenüber der SZ keinen Zweifel an seiner Meinung: „Die geplante Renaissance der Alm unterstütze ich von Anfang an leidenschaftlich und ich denke, dass man auch über unkonventionelle Wege nachdenken muss, diesen bürokratischen Prozess zu beschleunigen. Was man hier nicht vergessen sollte: Man hat die Alm vor vielen Jahren schon einmal ans Laufen gebracht. Da würde es mich doch stark wundern, wenn man es jetzt nicht hinbekommen sollte.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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