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Rüdiger Schneider plant Gastronomie
Wiedergeburt der Alm in Dauersberg

Rüdiger Schneider verzichtet erst einmal darauf, die alte Alm-Hütte für das neue gastronomische Angebot zu nutzen. Die Investitionskosten würden jedes wirtschaftliche Maß übersteigen.
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  • Rüdiger Schneider verzichtet erst einmal darauf, die alte Alm-Hütte für das neue gastronomische Angebot zu nutzen. Die Investitionskosten würden jedes wirtschaftliche Maß übersteigen.
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thor Dauersberg. Die Sache mit dem „flachen Ball“ ist die seine nicht. Wenn Rüdiger Schneider etwas plant, dann ist in der Regel „think big“ angesagt – alles andere als nullachtfünfzehn und bitte nicht von der Stange. Der Inhaber der „Körperwelt“ im Gewerbepark Dauersberg ist in der gesamten Region für seine Kreativität und seine Visionen bekannt. Die ihm aber schon öfters auf die Füße gefallen sind, weil sie sich schlicht als Luftschlösser entpuppt haben. Auch auf dem alten Alm-Grundstück, dessen Eigentümer er seit 2013 ist.

Nach Jahren des Stillstands sieht jetzt aber alles nach einer Wiedergeburt der Alm aus. Und das liegt auch an einer neuen Bescheidenheit von Schneider.

thor Dauersberg. Die Sache mit dem „flachen Ball“ ist die seine nicht. Wenn Rüdiger Schneider etwas plant, dann ist in der Regel „think big“ angesagt – alles andere als nullachtfünfzehn und bitte nicht von der Stange. Der Inhaber der „Körperwelt“ im Gewerbepark Dauersberg ist in der gesamten Region für seine Kreativität und seine Visionen bekannt. Die ihm aber schon öfters auf die Füße gefallen sind, weil sie sich schlicht als Luftschlösser entpuppt haben. Auch auf dem alten Alm-Grundstück, dessen Eigentümer er seit 2013 ist.

Nach Jahren des Stillstands sieht jetzt aber alles nach einer Wiedergeburt der Alm aus. Und das liegt auch an einer neuen Bescheidenheit von Schneider. Fakt ist jedenfalls: Seit Anfang der Woche liegt ein Bauantrag in der Kreisverwaltung Altenkirchen, damit Wanderer und Biker auf dem Gelände wieder ein Bier trinken können.

Rüdiger Schneider will die Alm in Dauersberg wiederbeleben

Ruhig war es zuletzt um die einstmals bekannteste Hütte der Verbandsgemeinde geworden. Nach jahrelangen Querelen mit dem vormaligen Pächter und auch anderen Problemen hatte Schneider Ende 2017 verkündet, die Alm erstmal nur für die Familie zu nutzen. Überhaupt genoss dann auch der Ausbau der „Körperwelt“ Priorität. Doch seine große Liebe war und ist eigentlich die Alm – da macht der Unternehmer auch keinen Hehl draus.

Als dann seine Kinder doch lieber mit den Freunden in Molzhain spielten und die Aufenthalte immer weniger wurden, reiften in ihm alte Überlegungen. Wobei der Blick eher auf den oberen Teil des Grundstücks hinter der Einfahrt gerichtet wurde: „Mein Traum war es schon immer, nach oben auf den Hügel zu gehen.“ Stürme und Borkenkäfer haben rund 100 Bäumen den Garaus gemacht – was der Aussicht zugute gekommen ist. Schließlich nahm ein befreundeter Bauunternehmer die alte Alm-Hütte genauer unter die Lupe. Für eine erneute gastronomische Nutzung standen astronomische Summe im Raum. „Mir war klar, das kriegst du hier unten nie wieder so hin.“

Corona-Krise für die Alm ein Segen

Dann kam Corona: für die „Körperwelt“ ein Fluch, für die Alm ein Segen. Denn Schneider hatte viel Zeit, sich diverse Konzepte durch den Kopf gehen zu lassen. Schon immer hatte er damit geliebäugelt, eine kleine Haus-Brauerei auf dem Gelände zu installieren, Kontakte mit Experten gab und gibt es.
Vor allem aber: Immer mehr reifte die Idee, auf dem Alm-Gelände mit großen Übersee-Containern zu arbeiten. Die Fa. Jaha hat schließlich in Herdorf vorgemacht, wie stylish man daraus Büros entwickeln kann. Vor allem gelten sie rechtlich als sogenannten „fliegende Bauten“, was auch Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren hat. „Ziel war es letztlich, das Ganze so einfach wie möglich zu machen“, sagt Schneider.

Auf dem oberen Teil des Alm-Geländes sollen die Gastro-Container aufgestellt werden. Wie beispielhaft hier zu sehen, erfolgt der Verkauf an einer Theke. Mit Speis und Trank können sich die Besucher dann ihr Wunsch-Plätzchen suchen.
  • Auf dem oberen Teil des Alm-Geländes sollen die Gastro-Container aufgestellt werden. Wie beispielhaft hier zu sehen, erfolgt der Verkauf an einer Theke. Mit Speis und Trank können sich die Besucher dann ihr Wunsch-Plätzchen suchen.
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Und so sieht der Plan aus, für den der Betzdorfer Architekt Udo Piske den Bauantrag gestellt hat: Auf besagtem Hügel sollen drei Container aufgestellt werden, zwei 40-Fuß-Exemplare für die Gastronomie, einer für die Toiletten. Das Konzept ist eine Art To-go-Geschäft. Über die Theken werden Flaschenbier und Speisen wie Würste und Steaks verkauft. Die Besucher können sich anschließend zum Verzehr auf dem weitläufigen Gelände ihren Lieblingsplatz suchen. Gleichwohl ist auch eine kleine Außenterrasse geplant. Schneider: „Es ist einfach das erste Zeichen, dass das Leben auf die Alm zurückkehrt.“

Rüdiger Schneider und seine Partner haben "gepennt"

Ganz bewusst hat er zunächst auf die Haus-Brauerei und größere Sperenzchen verzichtet, allerdings wird er zum Teil auch dazu gezwungen: Denn als vor etlichen Wochen der Bauantrag schon fertig war, klingelte das Handy von Schneider. Piske informierte ihn darüber, dass mitten auf dem Alm-Grundstück noch eine fremde Parzelle existiert – und die sei vor kurzer Zeit verkauft worden. „Da war ich dann doch etwas irritiert.“ Doch ein Geoportal lügt nun mal nicht. Schneider musste sich eingestehen, dass er und sein Geschäftspartner seinerzeit schlichtweg „gepennt“ hatten.

Schneider suchte bereits Kontakt mit dem neuen Eigentümer. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass er nichts gegen die Pläne für die Alm habe, ein vertraglich eingeräumtes Wegerecht sei aber nicht möglich gewesen. Schneider hat nun erst einmal den Standort der Container einige Meter verschoben, was zusätzliche Erdarbeiten erfordert. So sei aber erst einmal ein „stressfreier“ Betrieb möglich. Für die Weiterentwicklung der Alm sei er aber zwingend darauf angewiesen, besagte Parzelle mit nutzen zu können.

Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer, mit dem Schneider bereits an einem neuem Trimm-dich-Pfad-Konzept für ganz Betzdorf bastelt, ist ebenfalls über den aktuellen Sachstand informiert worden. „Ich finde es begrüßenswert, was hier geplant ist“, sagte Geldsetzer gegenüber der SZ. Wenn gewünscht, werde er in der Sache gerne als Mediator fungieren.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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