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Täter erlegt Reh und lässt den Rumpf liegen
Wilderei am helllichten Tag

In Scheuerfeld sorgt ein Fall von Wilderei für Aufregung; Am helllichten Tag ist ein Rehbock erlegt worden.
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  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

thor Scheuerfeld. In früheren Zeiten wilderten die Menschen in den Wäldern der Adeligen, um nicht zu verhungern – von dieser Not ist man im 21. Jahrhundert längst weit entfernt. Umso schändlicher und perfider erscheint daher eine Tat, die sich am Samstag oberhalb der Muhlau in Scheuerfeld ereignet hat. Im Bereich des Muhlhof-Haubergs, an der Grenze zu Mittelhof, ist am helllichten Tag ein Rehbock geschossen worden. Dem Wilderer ging es dabei einzig und allein um das Gehörn, die Trophäe. Er trennte das Haupt ab und ließ den Rumpf an Ort und Stelle zurück.

Am Mittag war der zuständige Jagdpächter Peter Klein von einer Bekannten über den Vorfall informiert worden. Die Scheuerfelderin war in diesem Bereich mit ihren Hunden spazieren gegangen und hatte den Kadaver entdeckt.

thor Scheuerfeld. In früheren Zeiten wilderten die Menschen in den Wäldern der Adeligen, um nicht zu verhungern – von dieser Not ist man im 21. Jahrhundert längst weit entfernt. Umso schändlicher und perfider erscheint daher eine Tat, die sich am Samstag oberhalb der Muhlau in Scheuerfeld ereignet hat. Im Bereich des Muhlhof-Haubergs, an der Grenze zu Mittelhof, ist am helllichten Tag ein Rehbock geschossen worden. Dem Wilderer ging es dabei einzig und allein um das Gehörn, die Trophäe. Er trennte das Haupt ab und ließ den Rumpf an Ort und Stelle zurück.

Am Mittag war der zuständige Jagdpächter Peter Klein von einer Bekannten über den Vorfall informiert worden. Die Scheuerfelderin war in diesem Bereich mit ihren Hunden spazieren gegangen und hatte den Kadaver entdeckt. Denn der Rehbock wurde nicht etwa „tief im Wald“ und weitab jeglicher Wege erlegt, sondern in unmittelbarer Nähe zum Natursteig Sieg.

Wie Klein im Gespräch mit der SZ berichtete, hat es zumindest einen Ohrenzeugen gegeben. Der Kollege Uli Fries aus dem Nachbarrevier Mittelhof sei mit Montage-Arbeiten an Ansitzen beschäftigt gewesen, als er gegen 12 Uhr einen Schuss gehört habe. Der Knall habe auf ein größeres Kaliber hingedeutet. Ursprünglich war man wohl von mehreren Schüssen ausgegangen, doch wurden zu dieser Zeit in Scheuerfeld auch Knallkörper gezündet. Die Mittelhofer haben noch ein Fahrzeug mit silberner Reling gesehen, das sich auf dem Höhenweg schnell entfernte, Typ oder gar Kennzeichen waren nicht zu erkennen.

Klein, der selbst nicht vor Ort war, benachrichtigte die Jäger Matthias Fiebig und Michael Schäfer, die den Tatort und das Rehwild in Augenschein nahmen. Nach Angaben des Jagdpächters ist der Wilderer „absolut fachmännisch“ vorgegangen: „Das Haupt wurde exakt unterhalb des Projektileintritts abgetrennt.“

Der Täter wusste also, wie man Spuren möglichst gründlich verwischt. Das Alter des Rehbocks wird von den Waidmännern auf zwei bis drei Jahre geschätzt, das Gehörn war schon komplett „verfegt“, wie es in der Fachsprache heißt. Doch wie gesagt: Die rund 15 Kilo Wildbret interessierten nicht.
„Es ist zu befürchten, dass hier Zeitgenossen mit illegalen Schusswaffen unterwegs sind“, sagte Klein, der die Jäger in diesem Bereich daher zu größter Vorsicht aufgefordert hat. Der Verantwortliche für den Jagdschutz im Revier hält nicht nur die Uhrzeit, sondern auch den Ort für dreist: „Das sieht fast danach aus, als ob da jemand bewusst das Risiko gesucht hat.“

Noch am Samstag wurde die Betzdorfer Polizei telefonisch informiert, am Montag will Klein Strafanzeige erstatten. Für Wilderei kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldbuße verhängt werden, in besonders schweren Fällen können es sogar fünf Jahr werden.

Im vergangenen Jahr hatte es im Revier Scheuerfeld-Bruche großen Ärger wegen zerstörter Hochsitze gegeben, zwischenzeitlich ist es ruhiger geworden. Zuletzt habe man es noch mit beschmierten Bänken und Anfeindungen in den sozialen Medien zu tun gehabt, berichtete Klein. Letzteres werde aber zunehmend zum Problem. Einen Fall von Wilderei habe es in der jüngeren Vergangenheit auf jeden Fall nicht gegeben.

Auch Konrad Theis, seit vielen Jahrzehnten Haubergsvorsteher von Scheuerfeld/Bruche, für den die Jäger Partner in der Waldbewirtschaftung sind, kann über die wachsende Aggressivität im Internet nur den Kopf schütteln. Was die Wilderei angeht, so muss Theis rund 40 Jahre zurückdenken, um sich an einen ähnlichen Frevel in Scheuerfeld zu erinnern.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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