Beunruhigende Beobachtungen unterhalb des Stegskopfs
Wilderer im Daadener Land?

Im Jagdrevier Emmerzhausen hat der Pächter derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen – unter anderem mit Vandalismus.
  • Im Jagdrevier Emmerzhausen hat der Pächter derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen – unter anderem mit Vandalismus.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

damo Emmerzhausen. Nein, Wilderei ist keineswegs nur ein Thema für den Förster vom Silberwald: Auch im Daadener Land wird offenbar Rehen, Hirschen und Wildschweinen illegal nachgestellt. Zumindest lässt das, was der Emmerzhäuser Jagdpächter jetzt in seinem Revier erlebt hat, kaum einen anderen Schluss zu.

Mountainbiker als Problem

Dr. Matthias Grübl aus Neunkhausen hat seit einigen Jahren das Jagdrevier am Fuße des Stegskopfs gepachtet. Und bislang waren seine größte Sorge die Mountainbiker, die auf Trails abseits der Waldwege durchs Unterholz rasen und dabei das Wild aufschrecken. „Die Mountainbiker sind ein viel größeres Problem als Motocrosser, denn die sind laut und weithin zu hören. Die Moutainbiker aber sind vorher nicht zu hören, und das löst Panikreaktionen beim Wild aus.“

Schüsse gehört

Seit Kurzem muss der Jäger aber davon ausgehen, dass in seinem Revier ein Wilderer sein Unwesen treibt. Denn er hat vor einigen Tagen eine beunruhigende Beobachtung gemacht: Grübl hat nachts gegen 1 Uhr einen schweren Subaru älteren Baujahrs im Wald bei Emmerzhausen beobachtet, der mit einer ganzen Batterie von starken Halogen-Scheinwerfern auf dem Wagendach die Wiesen ausgeleuchtet hat. „Man konnte deutlich erkennen, dass der Fahrer an Wegkreuzungen langsam gedreht hat, um rundum die Wiesen abzusuchen.“ Schließlich sei der Wagen in Richtung Mauden davongefahren: „Und von dort waren dann auch Schüsse zu hören.“

Kennzeichen nicht erkannt

Dr. Grübl geht davon aus, dass der potenzielle Wilderer mit einem Kleinkaliber-Gewehr ausgestattet war: „Das ist typisch, weil es dank seines geringen Packmaßes ins Auto passt. Und heutzutage wird vor allem aus dem Auto gewildert.“ Die Gründe dafür lägen auf der Hand: „Mit dem Auto können die Täter die Tatorte wechseln und schnell weg sein.“Grübl hat die Polizei informiert – bislang aber fehlt vom Täter jede Spur. Denn ein Nummernschild konnte der Emmerzhäuser Jagdpächter der Polizei nicht bieten: „Die Nummernschildbeleuchtung an dem Auto war aus.“

Hochsitz beschädigt

Was der Jäger aber den Beamten stattdessen mitliefern konnte, war ein zweites Delikt, nämlich eine Sachbeschädigung: In derselben Nacht haben Unbekannte einen seiner Hochsitze demoliert. Gemeinsam mit der Jagdgenossenschaft hat der Jäger jetzt eine Belohnung in Höhe von 250 Euro ausgesetzt. Hinweise – auch vertrauliche – nimmt Jagdvorsteher Heinz Dücker unter Tel. (0 27 43) 68 90 oder per Mail an heinz.duecker@freenet.de entgegen. Auch ihm ist daran gelegen, dass wieder Ruhe im Revier einkehrt – schließlich steht den Waldbesitzern eine Mammutaufgabe bevor: Die Kahlflächen, die Dürre und Borkenkäfer hinterlassen haben, müssen wieder aufgeforstet werden – und das wird nur funktionieren, wenn auch die Jagd glatt läuft. Mit Dr. Grübls Worten: „Wir müssen jetzt dem Wald eine Chance geben, und da ist es wichtig, gerade das Rehwild extrem kurzzuhalten.“ Also seien Mountainbiker abseits der Wege, Vandalen und Wilderer derzeit eine noch größere Belastung als sonst, bilanziert der Jagdpächter.

Fallensteller in Altenkirchen

Der Fall von Wilderei ist übrigens nicht der einzige im AK-Land: Vor einigen Jahren hat es rund um Altenkirchen schon einmal Probleme mit Fallenstellern und Wilddieben gegeben, erinnert sich Kreisjagdmeister Franz Kick im Telefonat mit der SZ. „Damals wurden auch ganze Teiche leergefischt“, berichtet er. Zwar ist heute die Motivation eine andere, meint Kick: Früher sei es um den Braten gegangen, heute eher um das Abenteuer. Aber Fakt ist: Der Tatort ist nicht nicht nur der Silberwald.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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