Pflanzen und Tiere des Brachlands
Wildnis vor der Tür

Angesichts der weltpolitischen Lage beim Bürger und in der Pharmazie durchaus gefragt: Echtes Johanniskraut gilt als Stimmungsaufheller. Hier ein abgeblühtes Exemplar. Es entstehen geriefte Spaltkapseln. Fotos: Andreas Goebel
14Bilder
  • Angesichts der weltpolitischen Lage beim Bürger und in der Pharmazie durchaus gefragt: Echtes Johanniskraut gilt als Stimmungsaufheller. Hier ein abgeblühtes Exemplar. Es entstehen geriefte Spaltkapseln. Fotos: Andreas Goebel
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Betzdorf. Es ist schon länger her, dass es bei uns geregnet hat. Während viele Pflanzen an den Waldrändern, in der Feldflur und an den Wegen und Straßen schon im Juli untypische Anzeichen von Vertrocknung zeigen – gelbe und braune Blätter sowie verdorrte Blütenstände –, herrscht dort, wo der Boden von sich aus wenig Wasser halten kann, das pure Leben: auf den Brachen, auf dem Ödland.

Typische Pflanzengesellschaften der Ruderalfluren findet man in Betzdorf beispielsweise an der Ladestraße, hinter der Park-&-Ride-Anlage am Bahnhof sowie links und rechts des Wegs zur Moschee und an der ehemaligen Güterabfertigung.

Spaziergänger lassen sich hier eher selten blicken, weil es keine Wanderwege gibt und der harte Boden mit Steinen, Kies und Schotter bedeckt ist. Einladend sieht es auf den ersten Blick nicht aus: Glasscherben, „vergessene“ Mülltüten und zahllose Kronkorken von Bierflaschen liegen in der Gegend herum. Das schreckt zunächst einmal ab, doch diese Ruderalflächen (lat. Brocken, Kies, Schutt) sind ein Top-Lebensraum für Insekten, Reptilien und bestimmte „anspruchslose“ Pflanzen, die fetten und feuchten Boden meiden. Auch Vögel, die Sämereien lieben, lassen sich blicken bzw. hören. Ein Grünfink ruft und mehrere Stieglitze flitzen durch die Kratzdisteln. Der unsichtbare Grünspecht, der seinen wie ein Lachen klingenden Ruf erschallen lässt, wird es auf Ameisen am Boden abgesehen haben.

Man muss also nicht nach Alaska fliegen, um „Into the Wild“, in die Wildnis, zu gelangen. Der betörend schöne Natternkopf nimmt keinen Eintritt, auch nicht die mannshohe Kleinblütige Königskerze, die sich frei Haus zur Schau stellt mit ihrer filzigen grauen Behaarung und den fleischigen Blättern. Es sind allesamt Überlebenskünstler, die sich ein Stelldichein geben, der Stinkende Storchschnabel, ein Spreizklimmer, ebenso wie der Schmetterlingsflieder, ein Migrant. Hereinspaziert!

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.