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Tiere sollen vertrieben werden
Wildschweine treiben am Hagebau in Betzdorf ihr Unwesen

In dem schmalen Grünstreifen oberhalb des Hagebaumarktes in Betzdorf macht es sich regelmäßig mindestens eine Rotte Wildschweine gemütlich. Nun soll versucht werden, die Tiere aus diesem Bereich zu verbrämen.
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  • In dem schmalen Grünstreifen oberhalb des Hagebaumarktes in Betzdorf macht es sich regelmäßig mindestens eine Rotte Wildschweine gemütlich. Nun soll versucht werden, die Tiere aus diesem Bereich zu verbrämen.
  • Foto: damo
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thor Betzdorf. Sie brauchen weder Fliesenkleber noch Dachlatten, interessieren sich nicht für das Schraubensortiment, und Glühbirnen würdigen sie keines Blickes. Dennoch belagern sie regelrecht den Hagebau an der Wilhelmstraße in Betzdorf. Den kleinen Grünstreifen zwischen dem Baumarkt und der Gregor-Wolf-Straße hat sich eine Rotte Wildschweine zur neuen Heimat auserkoren. Und mancher Hagebau-Mitarbeiter hat schon ungewollte Bekanntschaft mit den Sauen gemacht. So sollen die Tiere vergrämt werden.

Wildschweine

thor Betzdorf. Sie brauchen weder Fliesenkleber noch Dachlatten, interessieren sich nicht für das Schraubensortiment, und Glühbirnen würdigen sie keines Blickes. Dennoch belagern sie regelrecht den Hagebau an der Wilhelmstraße in Betzdorf. Den kleinen Grünstreifen zwischen dem Baumarkt und der Gregor-Wolf-Straße hat sich eine Rotte Wildschweine zur neuen Heimat auserkoren. Und mancher Hagebau-Mitarbeiter hat schon ungewollte Bekanntschaft mit den Sauen gemacht. So sollen die Tiere vergrämt werden.

Wildschweine am Hagebaumarkt in Betzdorf ein echtes Problem

Mittlerweile haben sich die Tiere zu einem echten Problem entwickelt, sowohl die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain als auch die Kreisverwaltung Altenkirchen sind mit der Sache befasst. Es hat auch einen bestimmten Grund für die Anwesenheit der Wildschweine in eher ungewohnter Umgebung. „Da laden diverse Leute ihre Gartenabfälle ab“, berichtet Sabine Eichelhardt, beim Kreis zuständig für das Jagdwesen. In der Tat finden sich hinter dem Zaun an der Gregor-Wolf-Straße jede Menge Spuren von altem Grünschnitt – und sogar Reste von Küchenabfällen.

Hinter dem Zaun an der Gregor-Wolf-Straße liegt nicht nur Grünschnitt, sondern auch Küchenabfall.
  • Hinter dem Zaun an der Gregor-Wolf-Straße liegt nicht nur Grünschnitt, sondern auch Küchenabfall.
  • Foto: thor
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Sowas empfinden die Borstenviecher wie eine Einladung zur „Happy Hour“. Denn in dieser Art Abfall gedeihen auch Würmer und Maden – ein Festmahl. Das Betzdorfer Rathaus schreibt hingegen von „falsch verstandene Tierlieber in Form von illegaler Fütterung“.

Bache fühlt sich am Hagebaumarkt in Betzdorf sauwohl

Wie dem auch sei: Die Tiere leiden hier keinen Hunger. Nach Angaben von Eichelhardt hatte hier zunächst eine Bache einen Kessel gebaut und dort im Frühjahr auch einen Wurf Frischlinge zur Welt gebracht. Man wisse nicht genau, ob es sich nur um diese eine Rotte handele oder sogar um zwei. „Die Bache fühlt sich hier jedenfalls sauwohl“, meint der Mitarbeiterin der Kreisverwaltung und verweist auf den sehr dichten Bewuchs, der optimale Deckung biete. Der Grünstreifen werde jedenfalls regelmäßig besucht.

Für die Mitarbeiter des Hagebaumarkts ist das keine einfache Nachbarschaft: Direkt hinter dem Gebäude befindet sich ein schmaler Durchgang. Eichelhardt erzählt, dass die aufgeschreckte Bache bis an die Mauer kommt. Oberhalb des Durchgangs ist deutlich zu sehen, wo Rüssel den Boden aufgebrochen haben.

Wer möchte in diesem schmalen Durchgang schon einer leicht aggressiven Bache gegenüberstehen?

Wildschweine können durchaus aggressiv werden

„Dass das Aufeinandertreffen von Mensch und Wild oft nicht ganz unproblematisch verläuft, ist wohl hinreichend bekannt. Gerade in Situationen mit wenigen Fluchtmöglichkeiten können die Tiere sehr aggressiv und unvorhersehbar reagieren. Sie neigen dann schnell zu Angriffen, die für Menschen nicht selten sehr gefährlich enden können“, schreibt dazu die Betzdorfer Verwaltung.
Nun ist es an dieser Stelle mitten im Stadtgebiet für den zuständigen Jagdpächter nicht möglich, sich auf die Lauer zu legen und das Gewehr in Anschlag zu nehmen. In sogenannten befriedeten Bezirken ist nach dem Jagdrecht kein Abschuss möglich. Daher sollen die Tiere mit einem Vergrämungsmittel (Duftstoff) wieder in ihren natürlichen Lebensraum am Molzberg gedrängt werden.

"Wildschweine sind keine Streicheltiere"

Leider sei der Jagdpächter bereits bei seiner Arbeit behindert worden und habe einen ersten „Umsiedlungsversuch“ erfolglos abbrechen müssen, heißt es aus der Verwaltung. „Wir bitten daher, das Füttern der Tiere sofort zu unterlassen und den zuständigen Jagdpächter bzw. Beauftragte in ihrer Arbeit weder zu behindern noch zu bedrohen. Die Wildschweine sind keine Streicheltiere!“
Es wird noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fütterung und Kirrung von Schalenwild strengstens verboten ist. Bei Zuwiderhandlung könne ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro verhängt werden. Zudem sei das Abladen von Schutt und Grünabfällen in diesem Grünstreifen ebenfalls strikt untersagt.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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