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Firma Altus legt Studie vor
Windkraft für viele doch kein rotes Tuch

Windkraft ist – zumindest laut einer Studie aus dem AK-Land – für viele Menschen kein rotes Tuch.
  • Windkraft ist – zumindest laut einer Studie aus dem AK-Land – für viele Menschen kein rotes Tuch.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

damo Betzdorf. Es ist keine sympathische Eigenschaft, aber: Laut werden Menschen meist dann, wenn sie unzufrieden sind. Bestes Beispiel sind die Corona-Proteste: Da zieht eine Menschenmenge durch die Städte – während diejenigen, die die Maßnahmen befürworten, zu Hause bleiben, leise und unauffällig. Und glaubt man einer aktuellen Studie aus dem AK-Land, dann sieht’s bei den Windkraft-Protesten nicht anders aus.
Mahnende Stimmen zur Windkraft gibt’s bekanntlich reichlich: Insbesondere die Bürgerinitiativen pflegen eine offensive Öffentlichkeitsarbeit, und das gilt auch für die BI Hümmerich. Wann immer die Räte über die geplanten Windräder diskutieren, meldet sich die BI zu Wort. Keine Frage, das ist ihr gutes Recht.

damo Betzdorf. Es ist keine sympathische Eigenschaft, aber: Laut werden Menschen meist dann, wenn sie unzufrieden sind. Bestes Beispiel sind die Corona-Proteste: Da zieht eine Menschenmenge durch die Städte – während diejenigen, die die Maßnahmen befürworten, zu Hause bleiben, leise und unauffällig. Und glaubt man einer aktuellen Studie aus dem AK-Land, dann sieht’s bei den Windkraft-Protesten nicht anders aus.
Mahnende Stimmen zur Windkraft gibt’s bekanntlich reichlich: Insbesondere die Bürgerinitiativen pflegen eine offensive Öffentlichkeitsarbeit, und das gilt auch für die BI Hümmerich. Wann immer die Räte über die geplanten Windräder diskutieren, meldet sich die BI zu Wort. Keine Frage, das ist ihr gutes Recht. Aber die Studie wirft die Frage auf: Können die Mahner wirklich für sich in Anspruch nehmen, die Meinung weiter Teile der Bevölkerung zu vertreten?

Standing der Windkraft bei der Bevölkerung

„Nein“, sagt Stefan Dietl: „Wir sind davon überzeugt, dass Windkraft in der Bevölkerung bei Weitem nicht so ein schlechtes Standing hat, wie es manchmal erscheint.“ Dietl ist Planer beim Windkraftprojektierer Altus, also dem Unternehmen, das seit Jahren um die Genehmigung für den Windpark Hümmerich kämpft. „Die Kritiker sind laut. Aber wir denken: Viele, die für die Windkraft sind, artikulieren sich nicht öffentlich.“
Um genau diesen schweigenden Menschen eine Stimme zu geben, hat Altus jetzt eine Studie vorgelegt. 1000 Menschen aus dem AK-Kreis sind telefonisch zum Thema regenerative Energien befragt worden. Und sie haben Antworten geliefert, die Wasser auf die Mühlen von Altus sind.
Klar, könnte man dagegenhalten, ist auch kein Wunder – schließlich soll man ja nur derjenigen Statistik glauben, die man selbst gefälscht hat. Aber Altus hat die Menschen nicht selbst befragt, sondern sich eines Marktforschungsinstituts bedient. Die Meinungsforscher haben die befragten Personen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt – und zwar mit der Maßgabe, einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden.

Klimawandel menschengemacht

Folgende Ergebnisse springen besonders ins Auge:

  • 90 Prozent der Befragten im AK-Land sind der Meinung, dass die Auswirkungen des Klimawandels bereits zu sehen sind und aufs Konto des Menschen gehen. 86 Prozent der Interviewten wären bereit, eigene Gewohnheiten zu ändern, wenn es dem Klimaschutz dient.
  • „Unsere Energieversorgung sollte so schnell wie möglich vollständig auf erneuerbaren Energien basieren“: Dieser Aussage stimmen 42 Prozent voll und ganz zu, 38 Prozent eher. Nur 18 Prozent negieren die Aussage mehr oder weniger klar.

Erneuerbare Energien vorantreiben

  • „Der Kreis Altenkirchen tut noch nicht genug für die erneuerbaren Energien“: Diese Position unterschreiben 50 Prozent mehr oder weniger entschieden – nur 20 Prozent sind mit dem Engagement im Landkreis einverstanden. Der große Rest traut sich kein fundiertes Urteil zu.
  • Für Altus von besonderem Interesse dürfte aber vor allem sein, dass der geplante Windpark auf dem Hümmerich keineswegs von der Mehrheit der Befragten kritisch gesehen wird – ganz im Gegenteil. Erste Botschaft: Längst nicht für alle Menschen in den beiden betroffenene Verbandsgemeinden sind die Pläne ein großer Aufreger, denn rund 25 Prozent wissen gar nichts davon.
  • Vor allem aber befürwortet die breite Masse der Befragten das Projekt: 29 Prozent begrüßen es, 21 Prozent sind trotz einzelner Kritikpunkte dafür – und nur 10 Prozent der Interviewpartner lehnen die Pläne ab. 31 Prozent haben sich nach eigener Aussage noch keine Meinung gebildet.
  • Und die Befürworter kommen keineswegs nur aus Flammersfeld oder Niederschelderhütte, sondern aus dem Umfeld des Hümmerichs: In der VG Betzdorf-Gebhardshain lehnen laut der Studie nur 16 Prozent die Hümmerich-Pläne ab, in Wissen sogar nur 11.

Altus will Studie zur Windkraft verbreiten

Dass Altus mit diesen Ergebnissen nicht hinterm Berg halten will, liegt nahe. So will das Unternehmen die Dienste der Marktforscher noch einmal in Anspruch nehmen, um die zentralen Aussagen der Studie prägnant herausarbeiten zu lassen. Und dann will Altus damit direkt an die Entscheider gehen. Die Kreistagsfraktionen, aber auch die Räte in den betroffenen Kommunen sollen mit der Studie versorgt werden, sagt Dietl: „Wir wollen die Deutungshoheit nicht mehr nur den anderen überlassen.“ Daniel Montanus

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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