SZ

Rückzugsort in Zeiten der Pandemie
„Wohl dem, der einen Garten hat“

Die Alliumblüte ist derzeit ein echter Hingucker – aber jeden Tag blüht etwas anderes.  Fotos: damo
8Bilder
  • Die Alliumblüte ist derzeit ein echter Hingucker – aber jeden Tag blüht etwas anderes. Fotos: damo
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Betzdorf. Er verbuddelt im Herbst hunderte Blumenzwiebeln, schneidet regelmäßig die Hecken, zupft täglich vertrocknete Blüten ab, wässert im Sommer die Beete, trimmt den Rasen und wird nicht müde, sein Fachwissen auf Messen, im Internet und mit Büchern immer weiter auszubauen, kurzum: Georg Möller investiert viel in den Garten. Aber: Er bekommt auch eine Menge zurück. Und das trifft in diesen Zeiten besonders zu.

„Stell dir doch mal vor, jetzt säße man in einer Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Balkon, mit fünfzig anderen Menschen im selben Haus“: Keine Frage, für den Gartenbuch-Autoren und leidenschaftlichen Gärtner aus Betzdorf wäre das die Horror-Vorstellung schlechthin. Das gilt zu jeder anderen Zeit, vor allem aber jetzt, da ein Virus uns allen den Rückzug ins Private auferlegt hat.

damo Betzdorf. Er verbuddelt im Herbst hunderte Blumenzwiebeln, schneidet regelmäßig die Hecken, zupft täglich vertrocknete Blüten ab, wässert im Sommer die Beete, trimmt den Rasen und wird nicht müde, sein Fachwissen auf Messen, im Internet und mit Büchern immer weiter auszubauen, kurzum: Georg Möller investiert viel in den Garten. Aber: Er bekommt auch eine Menge zurück. Und das trifft in diesen Zeiten besonders zu.

„Stell dir doch mal vor, jetzt säße man in einer Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Balkon, mit fünfzig anderen Menschen im selben Haus“: Keine Frage, für den Gartenbuch-Autoren und leidenschaftlichen Gärtner aus Betzdorf wäre das die Horror-Vorstellung schlechthin. Das gilt zu jeder anderen Zeit, vor allem aber jetzt, da ein Virus uns allen den Rückzug ins Private auferlegt hat. „Wohl dem, der einen Garten hat. Das ist wirklich Luxus“, sagt er.

Und so bedeutet die erzwungene Häuslichkeit für Georg Möller und seinen Partner Achim Weitershagen vor allem, viel Zeit im Garten zu verbringen. Da spielt ihnen das Wetter der vergangenen Wochen ins Blatt, und da kommen die Corona-Restriktionen zumindest in der günstigsten Jahreszeit. „Im Frühjahr gibt es jeden Morgen etwas Neues zu erleben. Das sind echte Glücksmomente, im ersten Licht des Tages durch den Garten zu gehen und sich über die erste Tulpe des Jahres zu freuen.“

Im Garten gelingt es Möller auch, abzuschalten und die Pandemie zumindest für eine Zeit auszublenden: „Hier läuft ja auch niemand mit Maske rum“, sagt er schmunzelnd. Und schlägt dann etwas ernstere Töne an. „Was man im Moment auch deutlich sehen kann: Der Mensch glaubt immer, er könne alles beeinflussen und steuern. Und dann kommt ein mikroskopisch kleines Virus und legt die ganze Welt lahm.“

Was er daraus lernt, ist exakt dieselbe Lektion, die ihm sein Garten immer wieder erteilt: dass sich die Natur nicht verbiegen lässt. „Im Garten wird man zu den eigenen Wurzeln zurückgeführt, da erkennt man nochmal, dass die Natur nicht beherrschbar ist. Eine sonnenliebende Staude kann ich zehnmal in den Schatten pflanzen – aber sie wird nicht gedeihen.“

Außerdem vermittelt der Garten auch Tugenden: „Ein Garten lehrt Gelassenheit, weil man nicht alles steuern kann. Und er lehrt Geduld, weil vieles eben Zeit braucht.“ Und, noch wichtiger: „Man lernt Demut vor der Natur und Dankbarkeit. Es gibt tausend kleine Dinge im Garten, über die man sich freuen kann und die einem im Alltag echte Glücksmomente schenken.“

Diese Glücksmomente teilen Georg Möller und Achim Weitershagen übrigens gerne: Sie haben eigentlich für Ende Juni, einen Tag der offenen Gartenpforte geplant – noch steht aber angesichts der Pandemie in den Sternen, ob der Garten wirklich geöffnet werden kann. Näheres findet sich bald auf der Homepage unter www.oehndorf-garten.de.

Aber falls geöffnet wird und an diesem Tag dann jemand im Garten eine Maske trägt, dann geht auch das in Ordnung. Spätestens am darauffolgenden Tag wird der Oehndorfgarten ja wieder eine Oase der Ruhe sein.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen