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Alle Bereiche betroffen - vom Schweißer bis zur Ingenieurin
Zahl der Arbeitslosen "im Rahmen"

Seit März ist die Zahl der Hartz-IV-Bezieher im Kreis Altenkirchen von 3000 auf 3200 gestiegen.

goeb Betzdorf. Der Kreis Altenkirchen war vergangenes Jahr auf dem Weg zur Drei (vor dem Komma), berichtete gestern der Leiter der Arbeitsagentur, Karl-Ernst Starfeld. Dann kam Corona. Zusammen mit Heiner Kölzer, Jobcenter-Geschäftsführer, und dessen Stellvertreter Manfred Greis zog er eine Bilanz zur Lage am heimischen Arbeitsmarkt in Zeiten der Pandemie. Die Arbeitslosigkeit kletterte von 4,3 Prozent auf aktuell 6,1 Prozent (4370 Arbeitslose kreisweit). Tatsächlich sind davon alle Schichten betroffen, vom Schweißer bis zur Ingenieurin.
Weniger dramatisch als gedachtImmerhin: „Die anfangs befürchteten Auswirkungen haben sich in ihrer Dramatik so nicht bestätigt“, verortete Kölzer diese Zahlen.

goeb Betzdorf. Der Kreis Altenkirchen war vergangenes Jahr auf dem Weg zur Drei (vor dem Komma), berichtete gestern der Leiter der Arbeitsagentur, Karl-Ernst Starfeld. Dann kam Corona. Zusammen mit Heiner Kölzer, Jobcenter-Geschäftsführer, und dessen Stellvertreter Manfred Greis zog er eine Bilanz zur Lage am heimischen Arbeitsmarkt in Zeiten der Pandemie. Die Arbeitslosigkeit kletterte von 4,3 Prozent auf aktuell 6,1 Prozent (4370 Arbeitslose kreisweit). Tatsächlich sind davon alle Schichten betroffen, vom Schweißer bis zur Ingenieurin.

Weniger dramatisch als gedacht

Immerhin: „Die anfangs befürchteten Auswirkungen haben sich in ihrer Dramatik so nicht bestätigt“, verortete Kölzer diese Zahlen. Über die Jobcenter laufen vor allem die Bedarfsgemeinschaften („Hartz IV“, Langzeitarbeitslose). Seit März ist diese Zahl von 3000 auf 3200 gestiegen. Aber: Es gebe Zeichen der Entspannung. Ein Frühindikator sei z. B. die Zeitarbeit, die wieder verstärkt nachgefragt werde.
Tatsächlich ist derzeit (bundesweit) eine Klientel in ALG II gerutscht, die dort sonst nicht auftaucht. Auf einen Schlag arbeitslos gewordene Künstler beispielsweise oder Veranstalter und Solo-Selbstständige. Die ALG-II-Bestimmungen habe man gelockert. Nur wenn erhebliches Vermögen vorliegt, schlägt das zu Buche, ansonsten werden Sparkonten nicht angerührt. Darüber hinaus lässt man bei der „Angemessenheit der Wohnung“ Großzügigkeit walten.

Einige Berufe starten langsam wieder durch

Zu spüren sei Entspannung insofern, als dass Berufe, die schwer unter dem Lockdown zu leiden hatten, etwa Frisöre, wieder Wind unter die Fittiche bekämen.
Stärkere Bewegung gibt es naturgemäß bei der Arbeitsagentur. Corona sorgte vielfach für Kurzarbeit in den Betrieben, ein Mittel, dessen Effektivität nicht hoch genug eingeschätzt werden könne, hieß es. Auch an den Stellschrauben hat Vater Staat gedreht angesichts Corona. Ein Beispiel: ALG I ist um drei Monate Bezugsdauer verlängert worden.

Unternehmen in Autoindustrie leiden

Zu verzeichnen hatten die Einrichtungen ein Drittel weniger offene Stellen als ein Jahr zuvor. Dabei werden Unternehmen/Selbstständige vom Staat gestützt: Es gibt bekanntlich staatliche Förderungen. Laut Greis ist die Insolvenzanzeigepflicht bis Ende September ausgesetzt worden.
Wie Kölzer anmerkte, sind es besonders die für die Autoindustrie tätigen Unternehmen, die leiden, obgleich die Krise, wie er ausführte, dort schon vor Corona zu spüren gewesen sei. Festzustellen sei aber auch, dass Unternehmen bemüht seien, Fachkräfte nach Möglichkeit zu halten, „auch wenn es quietscht“.

200 Lehrstellen unbesetzt

In der SZ war bereits zu lesen, dass 200 Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. Starfeld und Kölzer glauben aber, dass es „Last Minute“-Bewerbungen geben wird. „Alle wollen verhindern, dass in der Ausbildung ein Corona-Jahrgang entsteht“, verdeutlichte Kölzer. Die Zahl der Ausbildungsstellen sei konstant, aber es gebe weniger Schüler. Auch hätten seit März in den Schulen nicht die Berufsmessen stattgefunden. Ebenso seien die Berater nicht dort gewesen. „Ich gehe auch davon aus, dass in den Unternehmen viel weniger zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden ist.“

Persönliches Gespräch nicht zu ersetzen

Corona hat sich nicht nur auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Filialen stellten im März den Publikumsverkehr ein und öffneten erst am 2. Juni wieder. Zwar nutze man die digitalen Wege und das Telefon bzw. die Post. Dennoch ersetze es nicht das persönliche Gespräch.
Heiner Kölzer wies darauf hin, dass derzeit Gesprächstermine vereinbart würden, ein Aufsuchen nach Gusto also nicht möglich sei.
Wichtig ist den Jobcentern die Aufrechterhaltung von Bildungsmöglichkeiten vor Ort. Die Krise des CJD in Wissen habe sich schon länger abgezeichnet. Bildungsgutscheine würden von Kunden aber auch in Siegen eingelöst.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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