Zurück zum »goldenen Boden«?

Aktuelle Herbst-Umfrage im Handwerk macht Hoffnung: Zufriedenheit in Betrieben steigt

sz Betzdorf. Für viele ist der »goldene Boden« zwar noch weit entfernt, dennoch geht es mit den heimischen Tischlern, Dachdeckern und Malern offensichtlich wieder aufwärts: Die neueste Konjunkturumfrage der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern macht jedenfalls Hoffnung. Wie schon beim aktuellen bundesweiten Wirtschaftsbarometer stehen die Zeichen für eine baldige wirtschaftliche Erholung im Handwerk nicht schlecht. Die Umfrage bei handwerklichen Betrieben zeigte in vielen Bereichen – erstmals seit langer Zeit – eine positive Entwicklung. Sowohl bei der Auftragslage als auch bei der Kapazitätsauslastung sind die Signale im Vergleich zum Herbst des Vorjahres eindeutig. Nach Ansicht der Kammern lässt die Kaufzurückhaltung langsam nach.

Allgemein spricht das Handwerk von »Stabilität am Arbeitsmarkt«. Allerdings sei im 4. Quartal – saisonbedingt – nochmals mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl zu rechnen. Zwar habe sich das Preisgefüge leicht entspannt, dennoch sei die Renditensituation der Betriebe weiterhin unbefriedigend, was sich in zurückgehenden Investitionen ausdrücke. So ist es nach Meinung der Kammern noch zu früh, von einer generellen Trendwende zu sprechen.

Ihre Geschäftslage schätzten im Herbst 62 Prozent der befragten Betriebe im Land als gut oder befriedigend ein. Das sind 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch bei der Einschätzung für die nächsten drei Monate sehen die Unternehmer leicht verbesserte Chancen. Mit 62 Prozent liegt der Kammerbezirk Koblenz, zu dem auch der Kreis Altenkirchen gehört, in der Beurteilung des eigenen Geschäftsklimas genau im Landesdurchschnitt.

Auch die Kurve bei der Auftragslage zeigt nach oben. Meldeten im Herbst 2002 noch 43 Prozent einen konstanten Auftragsbestand (im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal), so sind es nun schon 47 Prozent, im Kammerbezirk Koblenz 46 Prozent. Die Zahl der Unternehmen mit mit etwas dickeren Auftragsbüchern ist um 2 Punkte auf 14 Prozent (Koblenz: 15 Prozent) gestiegen. Durchschnittlich reichen die Aufträge in den Firmen für 5,3 Wochen. Zwar sind die Prognosen der Befragten für das folgende Quartal noch verhalten, aber immerhin erwartet jeder Elfte eine wachsende Auftragslage.

Parallel zu diesen Umfrageergebnissen sieht es auch bei der Umsatzentwicklung positiv aus, auch wenn die Erträge als »noch unbefriedigend« bezeichnet werden. Im 3. Quartal gelang es 15 Prozent der Betriebe, ihren Umsatz zu steigern, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Minus meldeten »nur noch« 40 Prozent der Handwerker (2002: 46 Prozent). Hierbei liegt man im nördlichen Rheinland-Pfalz genau »im Schnitt«. Aber auch in diesem Bereich sind die Erwartungen für den Winter pessimistisch: 41 Prozent rechnen mit weiteren Umsatzeinbrüchen.

Günstiger stellt sich der Auslastungsgrad der Unternehmen dar. Geht man davon aus, dass eine Auslastung von 70 Prozent als zufriedenstellend gilt, sind im Herbst 2003 56 Prozent (Koblenz: 57 Prozent) mit der Nachfrage einverstanden (Vorjahr: 53 Prozent). Hiervon profitieren vor allem Bau- und Ausbaubetriebe, wo die ausreichende Kapazitätsauslastung auf zwei Drittel aller Betrieb zutrifft.

Stabile Daten können in den Personalabteilungen vorgelegt werden. 84 Prozent der befragten Betriebe – sowohl im Land allgemein als auch im Kammerbezirk Koblenz speziell – hielten die Zahl der Beschäftigten konstant, und jeder Zehnte stellte sogar neue Arbeiter ein. Im Winterquartal rechnen jedoch einige Unternehmen mit Entlassungen, nur wenige mit Neueinstellungen. Aber auch hier ist eine positive Tendenz gegenüber dem Vorjahr zu erkennen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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