Coli-Bakterien verseuchen Perfstausee

Vorerst gibt es kein Badevergnügen mehr für Wasserratten in Breidenstein

FrHa Breidenstein. Seit Wochen scheint der heiße Planet vom Himmel und lässt die Temperaturen steigen. Für Sonnenanbeter also das ideale Wetter, um am Rande eines Badesees in der Sonne zu brutzeln und ab und zu einmal ins Wasser zu springen. Doch am Breidensteiner Perfstausee im hessischen Nachbargebiet ist das nun vorerst nicht mehr möglich. Seit voriger Woche Donnerstag herrscht dort striktes Badverbot. Der Grund: Coli-Bakterien in rauhen Mengen. Das Badegewässergebot kann nicht mehr eingehalten werden. Wie Volker Haupt, Geschäftsführer des Perfstausees und Leiter des Waseerverbandes Oberes Lahngebiet, der SZ bestätigte, seien die erlaubten Grenzwerte von Bakterien deutlich überschritten. So gibt es pro 100 Milliliter Wasser schon 43000 Gesamtcoliforme Bakterien, obwohl nur 10000 erlaubt sind.

Noch krasser fällt der Wert der Fäkalcoliforme Bakterien aus. So enthalten 100 Milliliter Wasser 21000 Bakterien – bei einem Grenzwert von 2000. Diese durch tierische und menschliche Ausscheidungen freigesetzten Bakterien sind außerdem gesundheitsgefährdend. »Wenn man eine große Ladung Wasser schluckt, kann es zu Durchfall und ähnlichen Beschwerden kommen«, so Volker Haupt. Doch das ist nicht das einzige Problem, das zur Zeit besteht. Durch die anhaltende Hitze haben sich vermehrt Braunalgen gebildet. Diese Pflanzen sind im Perfstausee zwar immer anzutreffen, doch nicht in dieser Menge. Dadurch ist die mögliche Sichttiefe erheblich gesunken. So kann man nur noch 70 Zentimeter tief schauen, die Vorschrift liegt bei einem Meter. So könnten bei einem möglichen Badeunfall die notwendigen Rettungsmaßnahmen nicht unbedingt durchgeführt werden. Schließlich hat man nur geringe Chancen, einen Menschen unter Wasser zu finden, wenn die Taucher selber kaum ihre Hand vor Augen erkennen können. »Eine Änderung der Situation kann nur eintreten, wenn ein Wasseraustausch stattfindet. Das bedeutet, es müsste kontinuierlich regnen, also mindestens eine ganze Nacht«, schätzt Volker Haupt. Der Perfstausee bleibt also für längere Zeit für Wasserratten gesperrt, doch die Sonnenanbeter lassen sich wohl nicht so schnell verjagen.

Die an den Stausee angrenzende Gaststätte »Zum Seeblick« versicherte der SZ, dass es zwar weniger Besucher gebe, aber bis jetzt könne man sich nicht beklagen. Der Perfstausee im Biedenkopfer Stadtteil Breidenstein, nur wenige Kilometer von Laasphe entfernt, ist ein beliebter Badesee. Bei guter WWasserqualität steht ein Badestrand mit Liegewiese und zeitweiliger DLRG-Aufsicht zur Verfügung. Die Wasserqualität wird in der Badesaison von den Behörden überwacht – heißt es auf der Internetseite Biedenkopfs.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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