Eine ungewöhnliche Begegnung

Prof. Dr. Helmut Weber eröffnete seine 17. Kunstausstellung in Wallau

G.B. Wallau. Den bemerkenswerten Abgesang des frei schaffenden Künstlers, Schauspielers, Gelehrten, Galeristen und Förderers von Talenten, Prof.Dr.h.c. Helmut Weber aus Wallau, in der Wallauer Schaugalerie konnte niemand so recht fassen und war für alle ein Schock. Nach der 17. Vernissage soll nun keine weitere mehr folgen. Das offene Haus für musikalische Veranstaltungen und damit gleichbedeutend für Förderungen von Talenten – instrumental, vokal, literarisch ––soll es nun auch nicht mehr geben. Eine gewisse Mutlosigkeit mag Weber zu diesem Schritt veranlasst haben, erstmal kürzer treten zu wollen. Er ließ Vergangenes viel zu knapp Revue passieren, stellte dabei als Förderer sein Licht unter den eigenen Scheffel. Er erwähnte die musikalischen Veranstaltungen mit der einstigen Oberstudienrätin Lotte Kasten, die Lesungen der gebürtigen Laaspher Lyrikerin Erika Berge sowie der aus Berlin stammenden Buchautorin Gertraud Brockhaus. Für deren Buch »Berlin, Bernauer Straße« gestaltete Weber den Einband – schließlich ist er bekennender Wahl-Berliner. Während seines 14-jährigen Aufenthalts dort hat er nicht nur studiert, im damaligen Künstlerviertel Kreuzberg gewohnt, gemalt und porträtiert, sondern wurde als Schauspieler entdeckt, stand schon bald an der Seite von Profis wie Günter Pfitzmann, Edith Hanke, Harald Juhnke, Brigitte Mira, Wolfgang Völz, aber auch neben holländischen und amerikanischen Filmgrößen.

Auch bis in den Vietkong bekannt

Biedenkopfs Bürgermeister Karl-Hermann Bolldorf fasste den Gemütszustand Webers dahingehend zusammen, dass bekanntlich der Prophet im eigenen Lande nichts gelte, obwohl er selbst im Ausland bis in den Vietkong bekannt und geschätzt werde. Er hatte damit ins Schwarze getroffen, der Künstler ist inzwischen im Internet auf der Homepage »http://www.weber-vonwallau.com« zu finden.

Heimat in der Stilrichtung gefunden

Die überaus zahlreichen und unterschiedlichen Werke der 17. Ausstellung übertreffen derzeit alle Erwartungen, sind Objekte eines Künstlers, der in allen Sparten der Kunst zuhause ist. Weber, der sich nach beeindruckender Gegenstands- und ausdrucksvoller Portraitmalerei mehr und mehr dem Surrealismus verschrieb, bekennt, dass er in dieser Stilrichtung seine Heimat gefunden habe. In Tag- und Nachtarbeit schuf er immer neue Werke mit immer neuen Varianten und Farbkombinationen. Auch der Kubismus, dem er sich eine Zeit lang widmete, ist vertreten. Altes und Neues in bewährter Qualität von Mini- bis Maxi-Bildern.

Künstler finanziell im Stich gelassen

Der Künstler und Gelehrte Weber hatte sich allerdings vorgestellt, dass man ihn von offizieller Seite unterstützte. Weber, der auch im Rathaus Biedenkopf Vorträge gehalten hat, sieht sich finanziell im Stich gelassen, auch ein Grund, zunächst mal den Fluss seiner Arbeit und seines Wirkens – für andere – zu stoppen. Seine Collagen sind exzellent. Man findet einige davon auch in seiner zum Künstlerhaus gehörigen Destille, die zeigt, dass der Künstler auch ein Sammler von Kenntnis und Leidenschaft ist.

Schulklassen sind willkommen

Die Ausstellung, die bis Ende Februar geöffnet ist, bietet für jeden Geschmack etwas. Wichtig sind auch Schulbesuche, denn hier erhalten die Schüler Anschauungsunterricht sowie Kunstunterricht pur, und können nach Voranmeldung dem Künstler beim Malen und Zeichnen über die Schulter schauen. Unter Tel. (06461) 89899 ist alles zu machen. Ein weihnachtliches Licht leuchtet dennoch. Im Nebenraum strahlt eine wunderschöne Krippe, wo einst das Haus um die Weihnachtszeit voller Krippen war.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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